Deutschland-Anleihen: Unter Renditeaspekten eher ein Albtraum


30.08.12 12:11
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Die Analysten von Anleihencheck Research halten Bundesanleihen unter Renditeaspekten nach wie vor für uninteressant.

Die Notenbanken dürften die Märkte mit weiter frischem Geld fluten. Es sei ein Spiel auf Zeit: Gelinge es den hoch verschuldeten Euro-Staaten sich aus dem Schulden-Sumpf zu ziehen, könnte auch diese Krise überwunden werden. Unterstützung erhalte Europa u.a. aus den USA und China, nicht zuletzt aus Eigeninteresse. Doch was passiere, wenn die Politiker mit ihren Rettungsversuchen scheitern würden? Daran wollten viele Marktteilnehmer wohl gar nicht denken: Die global-wirtschaftlichen Folgen dürften verheerend sein und es könnte zu einer langjährigen Rezessions-Phase kommen.

Vor dem Hintergrund der unsicheren Zeiten sei es nicht überraschend, dass Anleger nach sehr sicheren Anlagen suchen würden, auch wenn deren Renditen nicht üppig oder sogar unter Berücksichtigung der Inflationsrate negativ ausfallen würden.

Hier gelte Deutschland weltweit bei Investoren als ein beliebter Safe-haven. Zum Beispiel werde die Anleihe (ISIN DE0001137370 / WKN 113737) recht rege gehandelt, obwohl diese eine negative! jährliche Rendite von -0,02% abwerfe.

Nachdem Mario Draghi auf dem jüngsten EU-Gipfel Ende Juli weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen in Aussicht gestellt habe, würden langlaufende Bonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren weiter über 2% rentieren. Damit werde die weitere Zukunft der Kapitalmärkte nicht mehr so skeptisch betrachtet wie noch vor einigen Wochen. Jedoch könne sich dies sehr schnell ändern. Auch die Rede von Ben Bernanke auf dem morgen stattfindenden Spitzentreffen der Notenbanker in Jackson Hole dürfte mit großem Interesse verfolgt werden. Denn zuletzt hätten sich die Anzeichen für ein QE3 der US-Notenbank verdichtet.

Obwohl sich Europa in einer Rezession befinde, könne sich Deutschland relativ gut behaupten. Wie das Statistische Bundesamt in der letzten Woche mitgeteilt habe, sei das Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Berechnungen - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen, nach Zuwächsen von jeweils 0,5% im ersten Quartal 2012 und im Vorjahresquartal. Positive Impulse seien im Vorquartalsvergleich von den Exporten gekommen. Jedoch sehe es für das zweite Halbjahr nicht so rosig aus, nachdem sich das ifo-Geschäftsklima im August 2012 weiter eingetrübt habe. Ob daher die bisherige BIP-Wachstumsprognose für 2012 von +0,7% eintreffe, sei mit Fragezeichen versehen.

Getragen von der Binnennachfrage dürfte die Konjunktur im kommenden Jahr wieder an Fahrt gewinnen, sofern die Europäische Schuldenkrise nicht massiv eskaliere. Insgesamt dürfte das reale BIP im Jahr 2013 um 1,3% expandieren. Die Beschäftigung dürfte sich im gesamten Zeitraum weiter erhöhen.

Trotz der insgesamt robusten Wirtschaftsperspektiven halten die Analysten von Anleihencheck Research Bundesanleihen unter Renditeaspekten nach wie vor für uninteressant. Mit zum Beispiel Staatsanleihen von Top-gerateten Emittenten wie Norwegen, Australien, Dänemark oder Belgien gebe es durchaus interessantere Alternativen. (Analyse vom 30.08.2012) (30.08.2012/alc/a/a)


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