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Deutschland-Anleihen: Über alle Laufzeiten weit unterdurchschnittliche Renditen
22.10.12 16:10
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Die Analysten von Anleihencheck Research halten Bundesanleihen unter Renditeaspekten nach wie vor für uninteressant.
Der Markt halte anscheinend eine Lösung der Euro-Schuldenkrise für möglich. Seit Wochen befänden sich die Zinsen der europäischen Risikoländer wie Italien, Spanien und Portugal auf dem Rückzug und die Zinsaufschläge seien so niedrig wie zuletzt Anfang des Jahres. Unterstützung würden die "Optimisten" von Frühindikatoren aus Deutschland und Frankreich erhalten. Zudem habe Moody's zuletzt das Rating für Spanien bestätigt, hier sei Schlimmeres befürchtet worden, die Kreditverhandlungen in Griechenland würden vielversprechend verlaufen und sollte sich Spanien mit der EZB auf ein "Refinanzierungs-Konstrukt" einigen, dürfte nachhaltig die Refinanzierung des Landes über den Kapitalmarkt gesichert sein.
Trotz des zuletzt positiven Nachrichtenflusses dürfe man nicht die bestehenden Risiken für die Euro-Zone außer Acht lassen. Daher sei es nicht überraschend, dass Anleger nach sehr sicheren Anlagen suchen würden, auch wenn deren Renditen nicht üppig ausfallen würden.
Hier gelte Deutschland weltweit bei Investoren weiterhin als ein beliebter Safe-haven. Zum Beispiel werde die Anleihe (ISIN DE0001137370 / WKN 113737) recht rege gehandelt, obwohl diese lediglich eine jährliche Rendite von aktuell 0,44% abwerfe. Zwischenzeitlich sei die Rendite dieses Papiers sogar negativ gewesen und Investoren hätten es trotzdem gekauft. Eine Bundesanleihe (ISIN DE0001135499 / WKN 113549) mit einer Laufzeit von knapp zehn Jahren biete aktuell eine jährliche Rendite von 1,60%, bei einem sehr niedrigen Kupon von 1,5%.
Langlaufende Bunds mit einer Laufzeit von 30 Jahren würden weiter komfortabel über 2% rentieren. Damit werde die weitere Zukunft der Kapitalmärkte nicht mehr so skeptisch betrachtet wie noch im Frühjahr. Jedoch könne sich dies sehr schnell ändern.
Obwohl sich Europa weiter in einer Rezession befinde, könne sich Deutschland relativ gut behaupten. Wie das Statistische Bundesamt jüngst mitgeteilt habe, sei das Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Berechnungen - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen, nach Zuwächsen von jeweils 0,5% im ersten Quartal 2012 und im Vorjahresquartal. Die BIP-Wachstumsprognose für 2012 liege aktuell bei +0,7%, sei aber mit einigen Fragezeichen versehen. Und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) habe seine Prognose für 2013 von 1,1% (nach 1,7%) nach unten revidiert. Immerhin seien die Konjunkturerwartungen für Deutschland im September 2012 nach vier Rückgängen in Folge wieder gestiegen. Sie hätten sich um 7,3 Punkte verbessert und stünden nun bei -18,2 Punkten. Zudem würden einige Volkswirte für den ifo-Index ebenfalls eine Aufhellung erwarten.
Getragen von der Binnennachfrage dürfte Deutschlands Konjunktur im kommenden Jahr wieder an Fahrt gewinnen, sofern die Europäische Schuldenkrise nicht massiv eskaliere und die Beschäftigung dürfte sich im gesamten Zeitraum weiter erhöhen. Möglicherweise müsse das IfW dann seine Schätzung nach oben korrigieren.
Trotz der insgesamt robusten Wirtschaftsperspektiven halten die Analysten von Anleihencheck Research Bundesanleihen unter Renditeaspekten nach wie vor für uninteressant. Mit zum Beispiel Staatsanleihen von Top-gerateten Emittenten wie Norwegen, Australien, Dänemark oder Belgien gebe es durchaus interessantere Alternativen. (Analyse vom 22.10.2012) (22.10.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Der Markt halte anscheinend eine Lösung der Euro-Schuldenkrise für möglich. Seit Wochen befänden sich die Zinsen der europäischen Risikoländer wie Italien, Spanien und Portugal auf dem Rückzug und die Zinsaufschläge seien so niedrig wie zuletzt Anfang des Jahres. Unterstützung würden die "Optimisten" von Frühindikatoren aus Deutschland und Frankreich erhalten. Zudem habe Moody's zuletzt das Rating für Spanien bestätigt, hier sei Schlimmeres befürchtet worden, die Kreditverhandlungen in Griechenland würden vielversprechend verlaufen und sollte sich Spanien mit der EZB auf ein "Refinanzierungs-Konstrukt" einigen, dürfte nachhaltig die Refinanzierung des Landes über den Kapitalmarkt gesichert sein.
Trotz des zuletzt positiven Nachrichtenflusses dürfe man nicht die bestehenden Risiken für die Euro-Zone außer Acht lassen. Daher sei es nicht überraschend, dass Anleger nach sehr sicheren Anlagen suchen würden, auch wenn deren Renditen nicht üppig ausfallen würden.
Hier gelte Deutschland weltweit bei Investoren weiterhin als ein beliebter Safe-haven. Zum Beispiel werde die Anleihe (ISIN DE0001137370 / WKN 113737) recht rege gehandelt, obwohl diese lediglich eine jährliche Rendite von aktuell 0,44% abwerfe. Zwischenzeitlich sei die Rendite dieses Papiers sogar negativ gewesen und Investoren hätten es trotzdem gekauft. Eine Bundesanleihe (ISIN DE0001135499 / WKN 113549) mit einer Laufzeit von knapp zehn Jahren biete aktuell eine jährliche Rendite von 1,60%, bei einem sehr niedrigen Kupon von 1,5%.
Obwohl sich Europa weiter in einer Rezession befinde, könne sich Deutschland relativ gut behaupten. Wie das Statistische Bundesamt jüngst mitgeteilt habe, sei das Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Berechnungen - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen, nach Zuwächsen von jeweils 0,5% im ersten Quartal 2012 und im Vorjahresquartal. Die BIP-Wachstumsprognose für 2012 liege aktuell bei +0,7%, sei aber mit einigen Fragezeichen versehen. Und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) habe seine Prognose für 2013 von 1,1% (nach 1,7%) nach unten revidiert. Immerhin seien die Konjunkturerwartungen für Deutschland im September 2012 nach vier Rückgängen in Folge wieder gestiegen. Sie hätten sich um 7,3 Punkte verbessert und stünden nun bei -18,2 Punkten. Zudem würden einige Volkswirte für den ifo-Index ebenfalls eine Aufhellung erwarten.
Getragen von der Binnennachfrage dürfte Deutschlands Konjunktur im kommenden Jahr wieder an Fahrt gewinnen, sofern die Europäische Schuldenkrise nicht massiv eskaliere und die Beschäftigung dürfte sich im gesamten Zeitraum weiter erhöhen. Möglicherweise müsse das IfW dann seine Schätzung nach oben korrigieren.
Trotz der insgesamt robusten Wirtschaftsperspektiven halten die Analysten von Anleihencheck Research Bundesanleihen unter Renditeaspekten nach wie vor für uninteressant. Mit zum Beispiel Staatsanleihen von Top-gerateten Emittenten wie Norwegen, Australien, Dänemark oder Belgien gebe es durchaus interessantere Alternativen. (Analyse vom 22.10.2012) (22.10.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
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