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Ungarn-Anleihe: Verhältnis mit IWF weiter angespannt, Markt dennoch gelassen
16.11.12 12:16
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN XS0240732114 / WKN A0GL1V) von Ungarn weiterhin für etwas risikofreudigere Anleger für eine sehr interessante Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.
Die Anleihe, emittiert vom süd-osteuropäischen Staat Ungarn, sei mit einem Kupon von 3,50% ausgestattet, laufe noch bis zum 18.07.2016 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 96,60% biete das Papier eine jährliche Rendite von 4,68%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent würden von der Ratingagentur Moody's mit "Ba1" bewertet, was eine Stufe unter Investmentgrade-Status liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein erhebliches Kreditrisiko.
Ungarn sei nach wie vor im Streit mit der EU und dem IWF. Wie ein Sprecher des IWF kürzlich in einem Zeitungsinterview mitgeteilt habe, gebe es momentan keinen konkreten Termin für weiter Verhandlungen. Ungarn solle vom IWF eine Summe von 12 bis 15 Mrd. Euro für einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren erhalten. Für Ungarn sei der IWF sozusagen ein Sicherheitsnetz, denn sollte sich die Wirtschaft in der Eurozone abschwächen, werde das Land am meisten damit zu kämpfen haben.
RBI-Chef, Herbert Stepic, zweifle aber nicht daran, dass es zu einer Einigung mit der EU und dem Währungsfonds komme. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass eine IWF-Einigung unterbleibe, sehe Stepic keinen kurzfristigen Zahlungsausfall Ungarns. Vergleiche mit Griechenland seien seiner Meinung nach völlig unzutreffend.
Ungarn habe anscheinend auch keine Probleme alternative Kreditgeber zu finden. So habe das Land Anfang Mai von China einen Kredit in Höhe von 1 Mrd. Euro zu sehr günstigen Konditionen erhalten und bei seinen jüngsten Anleihenauktion habe das Land wesentlich mehr Anleihen platzieren können als ursprünglich geplant. Zudem befänden sich die Anleiherenditen weiter auf dem Rückzug.
Auf ihrer Sitzung Ende Oktober habe die ungarische Zentralbank den Leitzins um 25 Basispunkte auf inzwischen 6,25% gesenkt. Die ungarischen Währungshüter hätten ihre Entscheidung vor allem mit Blick auf die eingetrübten Wachstumsrisiken für die heimische Volkswirtschaft begründet.
Bei Ungarn handle es sich um einen eher spekulativen Schuldner. Die Staatsverschuldung liege bei über 80% des BIPs und das Budgetdefizit dürfte in 2012 über der wichtigen Marke von 3% liegen. Zudem befinde sich das Land weiter in der Rezession. Immerhin habe es auf Basis der Schnellschätzung der Analysten der DekaBank für die BIP-Daten zum zweiten Quartal 2012 eine positive Überraschung gegeben. Statt den von den Analysten prognostizierten 0,4% qoq sei das reale BIP in Ungarn nur um 0,2% qoq geschrumpft. Das entspreche einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,2% gegenüber dem Vorjahr. Zudem sei das Vorquartal leicht nach oben revidiert worden. Deshalb würden die Analysten ihre Prognose ebenfalls leicht nach oben anpassen und für 2012 nun einen Rückgang des BIP um 1,2%, statt zuvor 1,5% erwarten.
Das ungarische Wirtschaftsministerium spreche zwar von einer baldigen Aufhellung der Lage und bleibe bisher bei seiner Einschätzung, dass Ungarns Wirtschaft in 2013 wieder um 1,6% wachsen werde. Doch im Zuge der aktuellen Wirtschaftsdaten für die Eurozone, dürfe diese Prognose stark angezweifelt werden. Zumal es weiterhin schwache Daten aus den Wirtschaftszweigen Fertigungsindustrie und Bau zu vermelden gebe.
Anleger, die in Bezug auf Ungarn von einem positiven Ausgang der finanzpolitischen Lage ausgehen würden, könnten sich nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research die oben genannte Staatsanleihe einmal näher ansehen. Zudem gebe es keine Währungsrisiken zu beachten, da die Anleihe in Euro begeben worden sei. Dennoch sei das Papier nach wie vor eher für risikofreudigere Anleger geeignet. (Analyse vom 16.11.2012) (16.11.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Anleihe, emittiert vom süd-osteuropäischen Staat Ungarn, sei mit einem Kupon von 3,50% ausgestattet, laufe noch bis zum 18.07.2016 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 96,60% biete das Papier eine jährliche Rendite von 4,68%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent würden von der Ratingagentur Moody's mit "Ba1" bewertet, was eine Stufe unter Investmentgrade-Status liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein erhebliches Kreditrisiko.
Ungarn sei nach wie vor im Streit mit der EU und dem IWF. Wie ein Sprecher des IWF kürzlich in einem Zeitungsinterview mitgeteilt habe, gebe es momentan keinen konkreten Termin für weiter Verhandlungen. Ungarn solle vom IWF eine Summe von 12 bis 15 Mrd. Euro für einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren erhalten. Für Ungarn sei der IWF sozusagen ein Sicherheitsnetz, denn sollte sich die Wirtschaft in der Eurozone abschwächen, werde das Land am meisten damit zu kämpfen haben.
RBI-Chef, Herbert Stepic, zweifle aber nicht daran, dass es zu einer Einigung mit der EU und dem Währungsfonds komme. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass eine IWF-Einigung unterbleibe, sehe Stepic keinen kurzfristigen Zahlungsausfall Ungarns. Vergleiche mit Griechenland seien seiner Meinung nach völlig unzutreffend.
Ungarn habe anscheinend auch keine Probleme alternative Kreditgeber zu finden. So habe das Land Anfang Mai von China einen Kredit in Höhe von 1 Mrd. Euro zu sehr günstigen Konditionen erhalten und bei seinen jüngsten Anleihenauktion habe das Land wesentlich mehr Anleihen platzieren können als ursprünglich geplant. Zudem befänden sich die Anleiherenditen weiter auf dem Rückzug.
Bei Ungarn handle es sich um einen eher spekulativen Schuldner. Die Staatsverschuldung liege bei über 80% des BIPs und das Budgetdefizit dürfte in 2012 über der wichtigen Marke von 3% liegen. Zudem befinde sich das Land weiter in der Rezession. Immerhin habe es auf Basis der Schnellschätzung der Analysten der DekaBank für die BIP-Daten zum zweiten Quartal 2012 eine positive Überraschung gegeben. Statt den von den Analysten prognostizierten 0,4% qoq sei das reale BIP in Ungarn nur um 0,2% qoq geschrumpft. Das entspreche einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,2% gegenüber dem Vorjahr. Zudem sei das Vorquartal leicht nach oben revidiert worden. Deshalb würden die Analysten ihre Prognose ebenfalls leicht nach oben anpassen und für 2012 nun einen Rückgang des BIP um 1,2%, statt zuvor 1,5% erwarten.
Das ungarische Wirtschaftsministerium spreche zwar von einer baldigen Aufhellung der Lage und bleibe bisher bei seiner Einschätzung, dass Ungarns Wirtschaft in 2013 wieder um 1,6% wachsen werde. Doch im Zuge der aktuellen Wirtschaftsdaten für die Eurozone, dürfe diese Prognose stark angezweifelt werden. Zumal es weiterhin schwache Daten aus den Wirtschaftszweigen Fertigungsindustrie und Bau zu vermelden gebe.
Anleger, die in Bezug auf Ungarn von einem positiven Ausgang der finanzpolitischen Lage ausgehen würden, könnten sich nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research die oben genannte Staatsanleihe einmal näher ansehen. Zudem gebe es keine Währungsrisiken zu beachten, da die Anleihe in Euro begeben worden sei. Dennoch sei das Papier nach wie vor eher für risikofreudigere Anleger geeignet. (Analyse vom 16.11.2012) (16.11.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
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