Russland-Anleihe: Damit stehen Anleger nicht im Abseits


21.06.12 16:34
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN XS0564087541 / WKN A1GM58) von Russland weiterhin für eine interessante Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.

Die Anleihe, emittiert von der russischen Föderation, sei mit einem hohen Kupon von 7,85% ausgestattet, laufe noch bis zum 10.03.2018 und weise eine Stückelung von 5 Mio. Rubel (entspreche rund 125.000 Euro) auf. Bei einem aktuellen Kurs von 104,15% biete das Papier eine jährliche Rendite von 7,05%. Der Emittent und die Anleihe seien von der Ratingagentur Moody's mit "Baa1" bewertet, was im unteren Investmentgrade-Status-Bereich liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein moderates Kreditrisiko.

Die Perspektiven für Russlands Wirtschaft seien grundsätzlich gut. Die Analysten von db research prognostizieren für 2012 ein Wirtschaftswachstum von 4,6% und für 2013 von 4,9%. Zudem habe die Regierung die Inflation im Griff. So sei diese in 2011 mit 6,1% auf den tiefsten Wert seit dem Fall der Sowjetunion gesenkt worden. Für die Jahre 2012 und 2013 erwarte die russische Regierung einen Wert zwischen 5% und 6%. Ferner erscheine ein Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) in diesem Jahr sehr wahrscheinlich. Dieser werde für Juli/August erwartet.

Von der Euro-Schuldenkrise scheine das Land kaum tangiert zu werden. Russlands Wirtschaft habe im ersten Quartal 2012 um 4,9% gg. VJ wachsen können, stärker als die Wachstumsrate von 4,6% gg. VJ im Vorquartal.

Die Staatsverschuldung Russlands liege mit circa 12% des BIP auf einem sehr niedrigen Niveau. Jedoch sei das Land stark von der Entwicklung an den Rohstoffmärkten abhängig. Nach Berechnungen der Analysten der DekaBank liege der durchschnittliche Ölpreis, bei dem der Staatshaushalt gerade ausgeglichen sei, aktuell bei circa 115 US-Dollar per Barrel. Auch wenn sich zuletzt die Wirtschaftsperspektiven, vor allem für Euroland eingetrübt haben, halten die Analysten von Anleihencheck Research für die zweite Jahreshälfte eine globale Wirtschaftsbelebung für möglich. Dies sollte dann auch wieder zu steigenden Rohstoffpreisen führen.

Anfang Mai habe die russische Notenbank die Leitzinsen unverändert bei 8,00% belassen. Angesichts der Wachstumsaussichten und der Inflationsrisiken würden die Währungshüter das Zinsniveau weiter für angemessen halten.

Möglicherweise sorge der Wahlsieg Putins mittelfristig dafür, dass der Risikoabschlag für Russland sinke, womit auch die Renditen für russische Anleihen zurückgehen könnten. Die o.a. Währungsanleihe von Russland biete immerhin eine Rendite von über 7%, was für den Staatsanleihen-Sektor für einen bonitätsstarken Emittenten aktuell sehr attraktiv sei. Jedoch gelte es, ein mögliches Währungsrisiko zu beachten. Dies könnte aber auch die Rendite der Anleihe steigern, sollte der Rubel gegenüber dem Euro aufwerten. Da es sich bei EUR/RUB um ein volatiles Währungspaar handle, sei die Währungsanleihe eher für spekulativ veranlagte Anleger geeignet. (Analyse vom 21.06.2012) (21.06.2012/alc/a/a)


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