Erweiterte Funktionen
Polen-Anleihe: bietet immer noch ein attraktives Renditeniveau
30.10.12 16:16
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN XS0479333311 / WKN A1ASBP) von Polen für ein interessantes Investment für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.
Die Anleihe, emittiert von der Republik Polen, sei mit einem Kupon von 5,25% ausgestattet, laufe noch bis zum 20.01.2025 und weise eine Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 120,23% biete das Papier eine jährliche Rendite von 3,21%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Note von "A2" bewertet, was im mittleren Investment-Grade-Bereich liege.
Immer mehr Marktteilnehmer würden anscheinend eine Lösung der Euro-Schuldenkrise für möglich halten. Seit Wochen befänden sich die Zinsen der europäischen Risikoländer wie Italien, Spanien und Portugal auf dem Rückzug und die Zinsaufschläge seien so niedrig wie zuletzt Anfang des Jahres. Unterstützung würden die "Optimisten" von Frühindikatoren aus Deutschland und Frankreich erhalten. Zudem würden die Kreditverhandlungen in Griechenland vielversprechend verlaufen und sollte sich Spanien nun mit der EZB auf ein "Refinanzierungs-Konstrukt" einigen, dürfte nachhaltig die Refinanzierung des Landes über den Kapitalmarkt gesichert sein.
Trotz des zuletzt positiven Nachrichtenflusses dürfe man nicht die bestehenden Risiken für die Euro-Zone außer Acht lassen. Daher seien weiterhin Anleihen von Staaten mit guter Bonität gesucht. Für Anleger gebe es dennoch die Möglichkeit, ihr Geld über Tagesgeldniveau anzulegen, ohne dabei auf Sicherheit zu verzichten. Denn mit Polen befinde sich ein geeigneter Kandidat für den Anleihe-Sektor quasi direkt vor der Haustür.
Polens Wirtschaft sei eine Ausnahmeerscheinung innerhalb Europas. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise habe das Land in 2009 ein Abgleiten in die Rezession vermeiden und mit stabilen Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt glänzen können. Nach einem Wachstum von 3,9% im Jahr 2010 sei das BIP im vergangenen Jahr mit beschleunigtem Tempo gewachsen. Die Wirtschaftsleistung sei um kräftige 4,3% geklettert, während Volkswirte "nur" mit einem Anstieg um 4,2% gerechnet hätten. Auch wenn sich die Wachstumsrate voraussichtlich im Jahr der Fußball-EM abschwächen werde, liege die Wachstumsprognose immer noch bei gut 2%. Und im Rahmen einer sich langsam erholenden Weltkonjunktur könnte das Plus auch größer ausfallen. Immerhin hätten die Analysten der Raiffeisen Bank International AG jüngst ihre BIP-Prognose für Polen für 2012 von 2,2% auf 2,8% angehoben.
Aber auch in Polen würden sich zunehmend die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise bemerkbar machen. Nachdem die Industrieproduktion im August den schwächsten Zuwachs seit Oktober 2009 geboten habe, sei sie im September um 5,2% eingebrochen. Damit seien verstärkt Spekulationen aufgekommen, wonach die polnische Notenbank noch in diesem Jahr den Leitzins um 50 Basispunkte senken könnte, um einer möglichen Rezession entgegenzuwirken. Außerdem habe das Wirtschaftswachstum in Q2'2012 "nur" noch 2,4% betragen, der niedrigste Zuwachs seit Herbst 2009.
In ihrer Sitzung Anfang August habe die polnische Notenbank den Leitzinssatz bei 4,75% belassen. Zuletzt sei das Zinsniveau im Mai 2012 überraschend um 25 Basispunkte auf 4,75% angehoben worden. Die polnische Notenbank habe Polens Wirtschaftslage bisher durchaus zuversichtlich beurteilt.
Polen sollte bis auf Weiteres seinen beeindruckenden Sonderstatus innerhalb der EU beibehalten, auch wenn sich das Land nicht gänzlich den Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise entziehen könne. Die Verschuldung Polens liege bei lediglich rund 56% des BIP. Das Haushaltsdefizit habe in 2011 zudem wieder deutlich unter die 5%-Marke gesenkt werden können und bereits in diesem Jahr wolle die Regierung die Maastricht-Kriterien erfüllen und einen Wert von 3% oder besser erreichen. Damit zähle das Land zu einem sehr attraktiven Schuldner innerhalb Europas.
Polen sei jedoch schon lange kein Geheimtipp mehr für Anleiheinvestoren. Das Renditeniveau für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren sei von knapp 4% auf rund 3% gesunken. Dennoch sei dies immer noch ein überdurchschnittliches Renditeniveau. Vergleichbare Bundesanleihen brächten es lediglich auf eine jährliche Rendite von rund 1,5%. Mittelfristig dürfte Polen sein Länderrating verbessern, was sich positiv auf die Anleiherenditen auswirken würde. Kurzfristig sehe Moody's aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten in der Eurozone aber aktuell kaum Chancen für ein Ratingupgrade.
Insgesamt halten die Analysten von Anleihencheck Research die oben genannte Anleihe von Polen für eine sehr attraktive Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor. (Analyse vom 30.10.2012) (30.10.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen.
Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Anleihe, emittiert von der Republik Polen, sei mit einem Kupon von 5,25% ausgestattet, laufe noch bis zum 20.01.2025 und weise eine Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 120,23% biete das Papier eine jährliche Rendite von 3,21%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Note von "A2" bewertet, was im mittleren Investment-Grade-Bereich liege.
Immer mehr Marktteilnehmer würden anscheinend eine Lösung der Euro-Schuldenkrise für möglich halten. Seit Wochen befänden sich die Zinsen der europäischen Risikoländer wie Italien, Spanien und Portugal auf dem Rückzug und die Zinsaufschläge seien so niedrig wie zuletzt Anfang des Jahres. Unterstützung würden die "Optimisten" von Frühindikatoren aus Deutschland und Frankreich erhalten. Zudem würden die Kreditverhandlungen in Griechenland vielversprechend verlaufen und sollte sich Spanien nun mit der EZB auf ein "Refinanzierungs-Konstrukt" einigen, dürfte nachhaltig die Refinanzierung des Landes über den Kapitalmarkt gesichert sein.
Trotz des zuletzt positiven Nachrichtenflusses dürfe man nicht die bestehenden Risiken für die Euro-Zone außer Acht lassen. Daher seien weiterhin Anleihen von Staaten mit guter Bonität gesucht. Für Anleger gebe es dennoch die Möglichkeit, ihr Geld über Tagesgeldniveau anzulegen, ohne dabei auf Sicherheit zu verzichten. Denn mit Polen befinde sich ein geeigneter Kandidat für den Anleihe-Sektor quasi direkt vor der Haustür.
Polens Wirtschaft sei eine Ausnahmeerscheinung innerhalb Europas. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise habe das Land in 2009 ein Abgleiten in die Rezession vermeiden und mit stabilen Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt glänzen können. Nach einem Wachstum von 3,9% im Jahr 2010 sei das BIP im vergangenen Jahr mit beschleunigtem Tempo gewachsen. Die Wirtschaftsleistung sei um kräftige 4,3% geklettert, während Volkswirte "nur" mit einem Anstieg um 4,2% gerechnet hätten. Auch wenn sich die Wachstumsrate voraussichtlich im Jahr der Fußball-EM abschwächen werde, liege die Wachstumsprognose immer noch bei gut 2%. Und im Rahmen einer sich langsam erholenden Weltkonjunktur könnte das Plus auch größer ausfallen. Immerhin hätten die Analysten der Raiffeisen Bank International AG jüngst ihre BIP-Prognose für Polen für 2012 von 2,2% auf 2,8% angehoben.
In ihrer Sitzung Anfang August habe die polnische Notenbank den Leitzinssatz bei 4,75% belassen. Zuletzt sei das Zinsniveau im Mai 2012 überraschend um 25 Basispunkte auf 4,75% angehoben worden. Die polnische Notenbank habe Polens Wirtschaftslage bisher durchaus zuversichtlich beurteilt.
Polen sollte bis auf Weiteres seinen beeindruckenden Sonderstatus innerhalb der EU beibehalten, auch wenn sich das Land nicht gänzlich den Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise entziehen könne. Die Verschuldung Polens liege bei lediglich rund 56% des BIP. Das Haushaltsdefizit habe in 2011 zudem wieder deutlich unter die 5%-Marke gesenkt werden können und bereits in diesem Jahr wolle die Regierung die Maastricht-Kriterien erfüllen und einen Wert von 3% oder besser erreichen. Damit zähle das Land zu einem sehr attraktiven Schuldner innerhalb Europas.
Polen sei jedoch schon lange kein Geheimtipp mehr für Anleiheinvestoren. Das Renditeniveau für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren sei von knapp 4% auf rund 3% gesunken. Dennoch sei dies immer noch ein überdurchschnittliches Renditeniveau. Vergleichbare Bundesanleihen brächten es lediglich auf eine jährliche Rendite von rund 1,5%. Mittelfristig dürfte Polen sein Länderrating verbessern, was sich positiv auf die Anleiherenditen auswirken würde. Kurzfristig sehe Moody's aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten in der Eurozone aber aktuell kaum Chancen für ein Ratingupgrade.
Insgesamt halten die Analysten von Anleihencheck Research die oben genannte Anleihe von Polen für eine sehr attraktive Alternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor. (Analyse vom 30.10.2012) (30.10.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen.
Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


