Italien-Anleihe: Eine antizyklische Überlegung wert


31.05.12 11:25
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN IT0003618383 / WKN A0AU29) von Italien für ein interessantes Investment für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.

Die Anleihe, emittiert vom südeuropäischen Staat Italien, sei mit einem Kupon von 4,25% ausgestattet, laufe nur noch bis zum 01.08.2014 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 99,17% biete das Papier eine jährliche Rendite von 4,35%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "A3" bewertet, was mittlerem Investmentgrade-Status entspreche. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein geringes Kreditrisiko.

Die Kurse italienischer Staatsanleihen seien aufgrund der schwachen Nachrichtenlage zuletzt weiter gefallen. Täglich würden neue negative Schlagzeilen über Griechenland, Spanien und Italien veröffentlicht und selbst über mögliche Austritte Griechenlands und Spanien werde inzwischen öffentlich diskutiert.

Daher sei es nicht überraschend, dass die jüngste Anleihe-Emission von Italien im Mai die Erwartungen verfehlt habe. Denn anstatt der avisierten 6,25 Mrd. Euro seien "nur" 5,73 Mrd. Euro eingesammelt worden. Dies erscheine den Analysten vor dem Hintergrund der aktuell angespannten Lage als durchaus respektabel.

Zehnjährige italienische Anleihen würden aktuell bei über 6% rentieren. Die Anleihe (ISIN IT0004009673 / WKN A0GMTQ) habe Ende März noch bei rund 92% notiert. Aktuell liege der Kurs bei 86,10%.

Es seien Gerüchte aufgekommen, die italienische Regierung um Mario Monti rechne erst in 2014 mit einem ausgeglichenen Haushalt. Ursprünglich sei dieses Ziel für 2013 angepeilt gewesen. Immerhin, nach einer tiefen Rezession sehe es in Europa derzeit nicht aus, denn alle wichtigen Frühindikatoren würden auf eine Wirtschaftsstabilisierung ab der zweiten Jahreshälfte 2012 hindeuten, was eine gute Grundlage für eine Stabilisierung für Italiens Wirtschaft sei. Auch wenn die jüngsten Wirtschaftsdaten für die Eurozone für das zweite Quartal dem Markt zuletzt einen Dämpfer verpasst hätten. Denn das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone sei auf das niedrigste Niveau der letzten zweieinhalb Jahre gesunken. Auch die jüngsten Daten für das erste Quartal 2012 der europäischen Statistikbehörde Eurostat würden vor zu viel Optimismus hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung für die Eurozone warnen.

Die Stimmung an den Kapitalmärkten sei momentan extrem angespannt und Länder wie Italien und Spanien stünden verstärkt im Fokus. Für Anleger mit etwas Mut und Weitsicht, die nicht an einen Verfall der Eurozone und des Euros glauben, könnte nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe von Italien unter antizyklischen Gesichtspunkten durchaus interessant sein. Nach den jüngsten Kursrückgängen von italienischen Bonds biete das o.a. Papier eine sehr attraktive Rendite für eine Staatsanleihe aus dem mittleren Investmentgrade-Bereich. (Analyse vom 31.05.2012) (31.05.2012/alc/a/a)


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