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Irland-Anleihe: Auf den Musterschüler aus Europa setzen
14.08.12 12:10
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN IE00B28HXX02 / WKN A0TLEW) von Irland weiterhin für eine sehr interessante Alternative für den spekulativeren europäischen Staatsanleihen-Sektor.
Die Anleihe, emittiert vom westeuropäischen Staat Irland, sei mit einem Kupon von 4,50% ausgestattet, laufe noch bis zum 18.10.2018 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 0,01 auf. Bei einem aktuellen Kurs von 93,10% biete das Papier eine jährliche Rendite von 5,77%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "Ba1" bewertet, was eine Stufe unter Investmentgrade-Status liege.
Wie erwartet beschere die Euro-Schuldenkrise den Märkten einen heißen Sommer. Trotz des positiven Wahlausgangs stehe Griechenland kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, selbst dem bisherigen Safe-haven Deutschland sei ein Downgrade seines Top-Ratings angedroht worden und die Renditen für italienische sowie spanische Staatsanleihen seien zwischenzeitlich auf neue Rekordhochs geklettert. Immerhin habe sich Griechenland jüngst mit ausländischen Investoren auf ein neues, milliardenschweres Hilfspaket verständigen können. Und Mario Draghi habe auf der letzten EZB-Sitzung vor knapp zwei Wochen nochmals betont, dass er alles tun werde, um den Euro zu retten. Kurzfristig habe sich die Lage damit etwas entspannt, da wohl die EZB wieder als Käufer am Anleihenmarkt auftreten werde, langfristig sei damit aber eine nachhaltige Lösung der Euro-Schuldenkrise weiterhin nicht in Sicht.
Ungeachtet dessen habe der Kurs der o.a. Anleihe weiter zulegen können. Diese Entwicklung sei durchaus nachvollziehbar, denn auch wenn Irland im Zuge der Finanzkrise als erstes Euro-Land EU-Hilfen in Anspruch genommen habe, habe es seinen Haushalt inzwischen erfolgreich konsolidiert. Die Analysten von Anleihencheck Research halten den Inselstaat als Schuldner weiterhin für sehr interessant.
Irland habe als erstes Euro-Land EU-Hilfen in Anspruch genommen und seinerzeit von europäischem Rettungsfonds, IWF und der EU Kreditzusagen von 67,5 Mrd. EUR erhalten. Die zuletzt deutliche Aufwärtsentwicklung sei eine Folge der Haushaltskonsolidierungen und der Abarbeitung des Aufgabenheftes.
Mitte März habe der irische Finanzminister Michael Noonan in einem Fernsehinterview gesagt, dass die irische Wirtschaft in 2013 abheben könnte wie eine Rakete, sollte sich die Lage der weltweiten Wirtschaft weiter verbessern. Noonan halte somit für 2013 ein Wirtschaftswachstum von 2% für möglich. Auch eine Steigerung von bis zu 4% sei nicht abwegig, sollte die Weltkonjunktur mitspielen. Der Finanzminister habe aber die Wachstumsprognose für dieses Jahr erneut nach unten angepasst und er erwarte nur noch einen BIP-Anstieg um 0,7%, nach zuvor 1,3%. Er erkläre dies vor allem mit einer rückläufigen Inlandsnachfrage und anhaltend schwierigen externen Rahmenbedingungen.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Euro-Schuldenkrise und den sich weiter eintrübenden Wirtschaftsperspektiven, sollten auch die Erwartungen für 2013 nicht zu hoch geschraubt werden, auch wenn sich Irland vermutlich relativ gut behaupten dürfte. Somit sei die Prognose des irischen Finanzministers aktuell mit mehreren Fragezeichen versehen.
Grundsätzlich habe das Land aber seine Hausaufgaben gemacht und jüngst sei bekannt geworden, dass Irland sein Defizitziel für 2012 übertreffen werde. So dürfte das Haushaltsdefizit auf 8,3% des BIP sinken. Erfreulich sei auch, dass die irische Bevölkerung Anfang Juni für den Europäischen Fiskalpakt gestimmt habe. Damit drohe nach Aussage der Ratingagentur Fitch nun kein Downgrade Irlands. Denn ein negatives Votum hätte das Land von Finanzhilfen aus dem ESM-Programm abgeschnitten, nachdem die Zahlungen für Irland aus der EU und dem IWF im kommenden Jahr auslaufen würden. Trotz des positiven Referendums sehe die Ratingagentur derzeit keinen Spielraum für eine Aufstufung des Länderratings von Irland, da die wirtschaftliche und finanzielle Situation nach wie vor schwierig bleibe. Neben der hohen Staatsverschuldung leide Irland nach Aussage von Fitch vor allem unter der konjunkturell schwachen Entwicklung in der Eurozone. So sei die exportorientierte irische Volkswirtschaft besonders anfällig hinsichtlich der rückläufigen konjunkturellen Entwicklung seiner Haupthandelspartner.
Das Vertrauen in Irland sei zurückgekehrt. Diese werde zum einen an den Anleihekursen ersichtlich und zum anderen habe das Land Anfang Juli Staatspapiere im Wert von über 500 Mio. Euro bei privaten Investoren zu einem Zinssatz von 1,8% platzieren können.
Nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research bleibt die o.a. Anleihe von Irland eine sehr interessante Alternative für den spekulativeren europäischen Staatsanleihen-Sektor. (Analyse vom 14.08.2012) (14.08.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Anleihe, emittiert vom westeuropäischen Staat Irland, sei mit einem Kupon von 4,50% ausgestattet, laufe noch bis zum 18.10.2018 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 0,01 auf. Bei einem aktuellen Kurs von 93,10% biete das Papier eine jährliche Rendite von 5,77%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "Ba1" bewertet, was eine Stufe unter Investmentgrade-Status liege.
Wie erwartet beschere die Euro-Schuldenkrise den Märkten einen heißen Sommer. Trotz des positiven Wahlausgangs stehe Griechenland kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, selbst dem bisherigen Safe-haven Deutschland sei ein Downgrade seines Top-Ratings angedroht worden und die Renditen für italienische sowie spanische Staatsanleihen seien zwischenzeitlich auf neue Rekordhochs geklettert. Immerhin habe sich Griechenland jüngst mit ausländischen Investoren auf ein neues, milliardenschweres Hilfspaket verständigen können. Und Mario Draghi habe auf der letzten EZB-Sitzung vor knapp zwei Wochen nochmals betont, dass er alles tun werde, um den Euro zu retten. Kurzfristig habe sich die Lage damit etwas entspannt, da wohl die EZB wieder als Käufer am Anleihenmarkt auftreten werde, langfristig sei damit aber eine nachhaltige Lösung der Euro-Schuldenkrise weiterhin nicht in Sicht.
Ungeachtet dessen habe der Kurs der o.a. Anleihe weiter zulegen können. Diese Entwicklung sei durchaus nachvollziehbar, denn auch wenn Irland im Zuge der Finanzkrise als erstes Euro-Land EU-Hilfen in Anspruch genommen habe, habe es seinen Haushalt inzwischen erfolgreich konsolidiert. Die Analysten von Anleihencheck Research halten den Inselstaat als Schuldner weiterhin für sehr interessant.
Irland habe als erstes Euro-Land EU-Hilfen in Anspruch genommen und seinerzeit von europäischem Rettungsfonds, IWF und der EU Kreditzusagen von 67,5 Mrd. EUR erhalten. Die zuletzt deutliche Aufwärtsentwicklung sei eine Folge der Haushaltskonsolidierungen und der Abarbeitung des Aufgabenheftes.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Euro-Schuldenkrise und den sich weiter eintrübenden Wirtschaftsperspektiven, sollten auch die Erwartungen für 2013 nicht zu hoch geschraubt werden, auch wenn sich Irland vermutlich relativ gut behaupten dürfte. Somit sei die Prognose des irischen Finanzministers aktuell mit mehreren Fragezeichen versehen.
Grundsätzlich habe das Land aber seine Hausaufgaben gemacht und jüngst sei bekannt geworden, dass Irland sein Defizitziel für 2012 übertreffen werde. So dürfte das Haushaltsdefizit auf 8,3% des BIP sinken. Erfreulich sei auch, dass die irische Bevölkerung Anfang Juni für den Europäischen Fiskalpakt gestimmt habe. Damit drohe nach Aussage der Ratingagentur Fitch nun kein Downgrade Irlands. Denn ein negatives Votum hätte das Land von Finanzhilfen aus dem ESM-Programm abgeschnitten, nachdem die Zahlungen für Irland aus der EU und dem IWF im kommenden Jahr auslaufen würden. Trotz des positiven Referendums sehe die Ratingagentur derzeit keinen Spielraum für eine Aufstufung des Länderratings von Irland, da die wirtschaftliche und finanzielle Situation nach wie vor schwierig bleibe. Neben der hohen Staatsverschuldung leide Irland nach Aussage von Fitch vor allem unter der konjunkturell schwachen Entwicklung in der Eurozone. So sei die exportorientierte irische Volkswirtschaft besonders anfällig hinsichtlich der rückläufigen konjunkturellen Entwicklung seiner Haupthandelspartner.
Das Vertrauen in Irland sei zurückgekehrt. Diese werde zum einen an den Anleihekursen ersichtlich und zum anderen habe das Land Anfang Juli Staatspapiere im Wert von über 500 Mio. Euro bei privaten Investoren zu einem Zinssatz von 1,8% platzieren können.
Nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research bleibt die o.a. Anleihe von Irland eine sehr interessante Alternative für den spekulativeren europäischen Staatsanleihen-Sektor. (Analyse vom 14.08.2012) (14.08.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
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