HOCHTIEF-Anleihe: Bleibt hochinteressant für den Corporate Bonds-Sektor


08.05.12 15:16
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN DE000A1MA9X1 / WKN A1MA9X) von HOCHTIEF weiterhin für ein sehr interessantes Investment für den Corporate Bonds-Sektor.

Die Anleihe sei mit einem attraktiven Kupon von 5,50% ausgestattet, laufe noch bis zum 23.03.2017 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 105,40% biete das Papier eine jährliche Rendite von 4,23%. Bei der Anleihe handle es sich um einen non-rated bond.

HOCHTIEF zähle zu den größten Baukonzernen der Welt. 92% der Umsätze generiere das Unternehmen im Ausland. Über die Töchter Turner und Leighton (ISIN AU000000LEI5 / WKN 856187) sei HOCHTIEF zum Beispiel in den USA bzw. Australien (Raum Asien/Pazifik) hervorragend positioniert. Inzwischen sei der spanische Baukonzern ACS mit 50% an HOCHTIEF beteiligt.

HOCHTIEF habe heute Morgen Zahlen für das erste Quartal 2012 veröffentlicht. Demnach sei es zu einem Umsatzanstieg um 13,3% auf 5,57 Mrd. Euro gekommen und der Auftragsbestand habe mit 50,26 Mrd. Euro einen neuen historischen Höchststand erreicht. Er liege um 10,2% (währungsbereinigt 2,7%) über dem vergleichbaren Vorjahreswert von 45,61 Mrd. Euro.

Die Ergebnisentwicklung des Konzerns sei im Berichtszeitraum aufgrund der Probleme bei der Tochter Leighton (ISIN AU000000LEI5 / WKN 856187) deutlich hinter den gesteckten Zielen zurückgeblieben: Mit -90,9 Mio. Euro habe sich das EBT im Vergleich zum Vorjahr (-444,8 Mio. Euro) zwar wesentlich verbessert. Das Ziel, in die Gewinnzone zurückzukehren, sei jedoch noch verfehlt worden. Der auf die HOCHTIEF-Aktionäre entfallende anteilige Konzernverlust belaufe sich auf -34,1 Mio. Euro, nach zuvor -169,5 Mio. Euro.

Die Zielvorgaben für das Geschäftsjahr 2012 seien jedoch bestätigt worden. Unternehmensangaben zufolge werde sich der Auftragseingang etwas unterhalb des Vorjahrs, der Auftragsbestand unterhalb des Rekordniveaus 2011 normalisieren. Gleiches gelte auch für die Umsatzerlöse. Aus dem operativen Geschäft erwarte die Geschäftsführung ein Ergebnis vor Steuern leicht unter 550 Mio. Euro und einen Konzerngewinn knapp unter 180 Mio. Euro.

Die publizierten Quartalszahlen sind nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research gemischt ausgefallen. Während die Ergebnisentwicklung erwartungsgemäß schwach gewesen sei, habe der hohe Anstieg bei den Auftragseingängen positiv überrascht. Positiv sei auch zu werten, dass der Ausblick für das Gesamtjahr 2012 bekräftigt worden sei, obwohl zuletzt erneut Verzögerungen beim Flughafenprojekt von Leighton in Brisbane gemeldet worden seien.

Insgesamt lohne bei HOCHTIEF aber ein Blick nach vorne, denn die Aussichten seien keinesfalls so düster wie es zuletzt den Anschein gehabt haben mochte. Trotz der aktuellen Probleme bei Leighton dürfte HOCHTIEF in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben. Und da sich die Weltwirtschaft stabilisiere und somit ab der zweiten Jahreshälfte wieder ein Anziehen der Weltkonjunktur realistisch erscheine, halte man sogar ein Übertreffen der Zielvorgaben für möglich. Denn die Auftragsbestände würden auf Rekordhoch liegen. Für zusätzliche Wachstumsfantasie sorge der Einstieg des HOCHTIEF-Konzerns in den Energie-Infrastrukturmarkt, der aufgrund der bevorstehenden Energiewende mittelfristig vielversprechend erscheine.

Das Eigenkapital von HOCHTIEF habe per Ende 2011 bei 4,1 Mrd. Euro gelegen. Nach dem Übergangsjahr 2011 sollte der Konzern für 2012 wieder einen Gewinn ausweisen und u.a. seine Verschuldung reduzieren.

Nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research bleibt die Unternehmensanleihe von HOCHTIEF ein sehr interessantes Investment für den Corporate Bonds-Bereich. Die Nachfrage des Marktes nach der Anleihe sei weiterhin sehr hoch, was die gute Qualität des Konzerns untermauere. (Analyse vom 08.05.2012) (08.05.2012/alc/a/a)


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