Belgien-Staatsanleihe: Überdurchschnittliche Rendite bei moderaten Risiken


13.02.12 10:18
Anleihencheck Research

Westerburg (anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Staatsanleihe (ISIN BE0000304130 / WKN A0BCKS) vom Königreich Belgien für eine interessante Alternative für weitsichtige Anleger.

Die Anleihe, emittiert vom westeuropäischen Staat Belgien, sei mit einem Kupon von 5,00% ausgestattet, laufe noch bis zum 28.03.2035 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 0,01 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 112,24 EUR biete das Papier eine jährliche Rendite von 4,55%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "Aa3" bewertet, was Investmentgrade-Status und der zweithöchsten Einstufung entspreche.

Rund anderthalb Jahre sei Belgien ohne offizielle Regierung gewesen, dann Anfang Dezember 2011, sei die neue Regierung von König Albert II. vereidigt worden. Es laste ein hoher Druck auf die neue Regierung, denn in 2011 habe die Staatsverschuldung rund 97% des BIPs betragen. Auch sei Belgien durch die Verstaatlichung der Dexia Bank stark belastet worden. Daher habe die Ratingagentur Standard & Poor's Belgien Ende November 2011 von "AA+" auf "AA" bei einem negativen Ausblick heruntergestuft. Fitch sei Ende Januar 2012 mit einem Downgrade des Königsreichs von "AA+" auf "AA" gefolgt.

Bereits im Oktober 2011 sei bei belgischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren ein deutlicher Renditeanstieg auf rund 3,81% zu beobachten gewesen. Damit hätten Bonds aus Belgien rund 200 Prozentpunkte über Staatspapieren aus Deutschland rentiert. Dieser habe sich zuletzt noch leicht ausgeweitet, nachdem Belgien Ende Januar am Kapitalmarkt nicht so erfolgreich wie zuletzt Italien und Spanien seine Anleihen habe platzieren können. Sollte sich künftig aber die Lage an den Kapitalmärkten etwas beruhigen, wonach es nach dem erfolgreich durchgesetzten Sparpaket in Griechenland aussehe, könnte sich das Lage an den Anleihemärkten ebenfalls beruhigen und sich die Risikoaufschläge wieder verringern.

Einige Anleger würden sich vermutlich fragen, warum man trotz der aktuellen Euro-Schuldenkrise und der drohenden Rezessionsängste in Europa in europäische Staatsanleihen investieren sollte? Hier sei es wichtig, etwas über den Tellerrand hinaus zu blicken und auch die jüngste Entwicklung mit einzubeziehen. Erstens hätten sich die Regierungschef auf dem jüngsten Euro-Gipfel Ende Januar auf ein neues Sparpaket und eine deutliche Ausweitung des Euro-Rettungsschirms verständigt. Dies sei wichtig, damit hochverschuldeten Euro-Staaten bei künftigen Anleiheemissionen im Notfall unter Arme gegriffen werden könne. Zudem würden die jüngsten Wirtschaftsindikatoren auf eine Stabilisierung der Weltwirtschaft hindeuten, so dass Belgien bald die Rezession hinter sich lassen sollte. Das Land sei in der zweiten Jahreshälfte 2011 in die Rezession gerutscht, nachdem das BIP in 2010 noch um 2,4% zugelegt habe. Auch bei Belgiens wichtigsten Wirtschaftspartner, Deutschland, seien die mittelfristigen Indikatoren aufwärts gerichtet.

Für Anleger mit etwas Mut und Weitsicht, die nicht an einen Verfall der Eurozone und des Euros glauben würden, könnte die o.a. Anleihe von Belgien durchaus interessant sein. Sie biete eine weitaus überdurchschnittliche Rendite bei einem relativ geringen Risiko und stelle eine interessante Alternative zu anderen europäischen Staatsanleihen dar. (Analyse vom 13.02.2012) (13.02.2012/alc/a/a)






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