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Anleihen: "Safe-Haven-Käufe" drücken die Renditen
27.02.26 14:25
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Renditen an den Anleihemärkten befinden sich weiter auf dem Rückzug, so die Deutsche Börse AG.
Die zehnjährigen Bundesanleihen würden am Freitagvormittag mit 2,70 Prozent nach 2,74 Prozent in der Vorwoche rentieren. Anfang Februar seien es noch 2,90 Prozent gewesen. Die Rendite von US-Treasuries liege aktuell bei 4,00 Prozent, nach 4,07 Prozent vor einer Woche. Anfang Februar habe es für die zehnjährigen US-Bonds noch 4,30 Prozent gegeben. Gestützt worden sei die Entwicklung unter anderem durch schwächere Konjunkturdaten sowie vermehrte "Safe-Haven-Käufe" im Zuge der politischen Unsicherheit. Sehr große Umsätze habe es in den kurzlaufenden Bubills (Bundesschätze) gegeben, wie Raffaele Antacido von der ICF Bank anmerke. "Solche Phänomene treten meist in Phasen von Marktunsicherheit auf."
Emerging Markets als mögliche Profiteure der neuesten Zollentwicklung
Im Fokus habe erneut die US-Zollpolitik gestanden. Nachdem der Supreme Court am vergangenen Freitag die sogenannten "reciprocal tariffs" der Regierung für unzulässig erklärt habe, habe Donald Trump prompt mit einem neuen pauschalen Importzoll von bis zu 15 Prozent auf ausländische Güter reagiert. Die Anleihemärkte hätten das jedoch vergleichsweise gelassen aufgenommen. "Die High-Yield-Spreads weiteten sich lediglich moderat aus - trotz potenzieller Rückerstattungsvolumina von bis zu 170 Mrd. US-Dollar", berichte Tim Oechsner von der Steubing AG. Seiner Ansicht nach hätten Investoren eine Umgehungsstrategie der US-Administration bereits antizipiert und eingepreist. Interessant finde er in diesem Zusammenhang den Blick auf die Schwellenländer: "Selektiv profitieren Emerging Markets, da die neuen Maßnahmen die durchschnittliche Zollbelastung sogar senken könnten."
Jonas Feldhusen von der Hamburg Commercial Bank nenne noch einen weiteren Grund für die jüngsten Entwicklungen an den Rentenmärkten: "Am Montag verstärkte eine Analyse des Research-Hauses Citrini den Abwärtsdruck auf die Renditen. Das Gedankenexperiment ‚The Global Intelligence Crisis‘ beschreibt nicht nur die Sprengkraft von KI für den Arbeitsmarkt, sondern warnt vor dem sogenanntem ‚Ghost GDP‘. Damit ist ein Produktivitätsboom gemeint, der das BIP kräftig steigen lässt, der allerdings nicht bei den Haushalten ankommt, da diese in Konkurrenz zu den KI-Agenten stehen und somit negative Einkommenseffekte für die Haushalte erzeugt."
Renditen an wichtigen Chartmarken angekommen
Ilona Korsch von Hauck Aufhäuser Lampe blicke gespannt auf die technische Seite der Märkte. Ihrer Analyse nach würden die Renditen gerade an wichtigen Chartmarken handeln. Für die 10-jährigen Bundrenditen sei das Niveau um 2,70 Prozent herum als technischer Widerstand nicht einfach zu durchbrechen. "Sollte dies allerdings nachhaltig geschehen, ist der Weg in Richtung 2,60 Prozent möglich." Ralf Umlauf blicke mit ähnlichem Grundtenor auf den Euro-Bund-Future als Kursbarometer deutscher Anleihen. "Nachhaltige Kurse oberhalb der Zone 129,55/66 haben Potenzial bis zum Kontrakthoch bei 130,71 eröffnet", erkläre der Stratege. Unterstützungen gebe es unverändert bei 129,20, am letzten Tief bei 129,05 und an den 21- und 100-Tagelinien bei 128,90 bzw. 128,76.
CHF-Anleihen würden in den Fokus der Firmen rücken
Im Segment der Unternehmensanleihen habe es laut Antacido in dieser Woche "keine Anleihen gegeben, die auffällig mit hohen Volumina oder hohem Flow gehandelt wurden". Auch am Primärmarkt sei es mit Neuemissionen "insgesamt ruhiger geworden". Neben einzelnen Unternehmen wie AstraZeneca (ISIN US04636NAQ60/ WKN nicht bekannt, ISIN US04636NAR44/ WKN nicht bekannt und ISIN US04636NAS27/ WKN nicht bekannt) - die Anleihen seien ab kommenden Montag handelbar - hätten vor allem Emittenten aus den Emerging Markets wie Indonesien, Mongolei, Kenia, Kongo in dieser Woche neues Geld aufgenommen.
Auffällig sei laut dem Händler, dass sich Unternehmen zunehmend auch in Schweizer Franken (CHF) anstatt in US-Dollar verschulden würden. Das liege primär an der attraktiven Zinsdifferenz und der Stabilität der Währung. Die deutlich defensivere Zinspolitik der Schweizerischen Nationalbank und die als sicherer Hafen geltende Währung würden für eine hohe Nachfrage nach CHF-Papieren sorgen, was die Zinsen für Emittenten weiter drücke. Als Beispiel nenne Antacido einen neu emittierten Bond von Air Liquide (werde ab 05.03. an der Börse gehandelt) in CHF mit einer Laufzeit von 12 Jahren und einem Kupon von 1,3125 Prozent (ISIN CH1523561988/ WKN nicht bekannt).
"Dauerbrenner" würden weiter gekauft
Tim Oechsner von der Steubing AG melde gewohnt gute Umsätze in den "Dauerbrennern". Dazu zähle er Anleihen größerer deutscher Unternehmen mit 1.000 Euro-Stückelung. Auf dem Einkaufzettel hätten in dieser Woche vor allem Papiere von Porsche Automobil Holding (ISIN XS2615940215/ WKN A351ML), Deutsche Post (ISIN XS2784415718/ WKN A383CT), Deutsche Telekom (ISIN XS2985250898/ WKN A4DFDZ), HOCHTIEF (ISIN DE000A2YN2U2/ WKN A2YN2U) und Bayer (ISIN XS2630111719/ WKN A351U1) gestanden. (27.02.2026/alc/a/a)
Die zehnjährigen Bundesanleihen würden am Freitagvormittag mit 2,70 Prozent nach 2,74 Prozent in der Vorwoche rentieren. Anfang Februar seien es noch 2,90 Prozent gewesen. Die Rendite von US-Treasuries liege aktuell bei 4,00 Prozent, nach 4,07 Prozent vor einer Woche. Anfang Februar habe es für die zehnjährigen US-Bonds noch 4,30 Prozent gegeben. Gestützt worden sei die Entwicklung unter anderem durch schwächere Konjunkturdaten sowie vermehrte "Safe-Haven-Käufe" im Zuge der politischen Unsicherheit. Sehr große Umsätze habe es in den kurzlaufenden Bubills (Bundesschätze) gegeben, wie Raffaele Antacido von der ICF Bank anmerke. "Solche Phänomene treten meist in Phasen von Marktunsicherheit auf."
Emerging Markets als mögliche Profiteure der neuesten Zollentwicklung
Im Fokus habe erneut die US-Zollpolitik gestanden. Nachdem der Supreme Court am vergangenen Freitag die sogenannten "reciprocal tariffs" der Regierung für unzulässig erklärt habe, habe Donald Trump prompt mit einem neuen pauschalen Importzoll von bis zu 15 Prozent auf ausländische Güter reagiert. Die Anleihemärkte hätten das jedoch vergleichsweise gelassen aufgenommen. "Die High-Yield-Spreads weiteten sich lediglich moderat aus - trotz potenzieller Rückerstattungsvolumina von bis zu 170 Mrd. US-Dollar", berichte Tim Oechsner von der Steubing AG. Seiner Ansicht nach hätten Investoren eine Umgehungsstrategie der US-Administration bereits antizipiert und eingepreist. Interessant finde er in diesem Zusammenhang den Blick auf die Schwellenländer: "Selektiv profitieren Emerging Markets, da die neuen Maßnahmen die durchschnittliche Zollbelastung sogar senken könnten."
Jonas Feldhusen von der Hamburg Commercial Bank nenne noch einen weiteren Grund für die jüngsten Entwicklungen an den Rentenmärkten: "Am Montag verstärkte eine Analyse des Research-Hauses Citrini den Abwärtsdruck auf die Renditen. Das Gedankenexperiment ‚The Global Intelligence Crisis‘ beschreibt nicht nur die Sprengkraft von KI für den Arbeitsmarkt, sondern warnt vor dem sogenanntem ‚Ghost GDP‘. Damit ist ein Produktivitätsboom gemeint, der das BIP kräftig steigen lässt, der allerdings nicht bei den Haushalten ankommt, da diese in Konkurrenz zu den KI-Agenten stehen und somit negative Einkommenseffekte für die Haushalte erzeugt."
Ilona Korsch von Hauck Aufhäuser Lampe blicke gespannt auf die technische Seite der Märkte. Ihrer Analyse nach würden die Renditen gerade an wichtigen Chartmarken handeln. Für die 10-jährigen Bundrenditen sei das Niveau um 2,70 Prozent herum als technischer Widerstand nicht einfach zu durchbrechen. "Sollte dies allerdings nachhaltig geschehen, ist der Weg in Richtung 2,60 Prozent möglich." Ralf Umlauf blicke mit ähnlichem Grundtenor auf den Euro-Bund-Future als Kursbarometer deutscher Anleihen. "Nachhaltige Kurse oberhalb der Zone 129,55/66 haben Potenzial bis zum Kontrakthoch bei 130,71 eröffnet", erkläre der Stratege. Unterstützungen gebe es unverändert bei 129,20, am letzten Tief bei 129,05 und an den 21- und 100-Tagelinien bei 128,90 bzw. 128,76.
CHF-Anleihen würden in den Fokus der Firmen rücken
Im Segment der Unternehmensanleihen habe es laut Antacido in dieser Woche "keine Anleihen gegeben, die auffällig mit hohen Volumina oder hohem Flow gehandelt wurden". Auch am Primärmarkt sei es mit Neuemissionen "insgesamt ruhiger geworden". Neben einzelnen Unternehmen wie AstraZeneca (ISIN US04636NAQ60/ WKN nicht bekannt, ISIN US04636NAR44/ WKN nicht bekannt und ISIN US04636NAS27/ WKN nicht bekannt) - die Anleihen seien ab kommenden Montag handelbar - hätten vor allem Emittenten aus den Emerging Markets wie Indonesien, Mongolei, Kenia, Kongo in dieser Woche neues Geld aufgenommen.
Auffällig sei laut dem Händler, dass sich Unternehmen zunehmend auch in Schweizer Franken (CHF) anstatt in US-Dollar verschulden würden. Das liege primär an der attraktiven Zinsdifferenz und der Stabilität der Währung. Die deutlich defensivere Zinspolitik der Schweizerischen Nationalbank und die als sicherer Hafen geltende Währung würden für eine hohe Nachfrage nach CHF-Papieren sorgen, was die Zinsen für Emittenten weiter drücke. Als Beispiel nenne Antacido einen neu emittierten Bond von Air Liquide (werde ab 05.03. an der Börse gehandelt) in CHF mit einer Laufzeit von 12 Jahren und einem Kupon von 1,3125 Prozent (ISIN CH1523561988/ WKN nicht bekannt).
"Dauerbrenner" würden weiter gekauft
Tim Oechsner von der Steubing AG melde gewohnt gute Umsätze in den "Dauerbrennern". Dazu zähle er Anleihen größerer deutscher Unternehmen mit 1.000 Euro-Stückelung. Auf dem Einkaufzettel hätten in dieser Woche vor allem Papiere von Porsche Automobil Holding (ISIN XS2615940215/ WKN A351ML), Deutsche Post (ISIN XS2784415718/ WKN A383CT), Deutsche Telekom (ISIN XS2985250898/ WKN A4DFDZ), HOCHTIEF (ISIN DE000A2YN2U2/ WKN A2YN2U) und Bayer (ISIN XS2630111719/ WKN A351U1) gestanden. (27.02.2026/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 98,567 € | 98,379 € | 0,188 € | +0,19% | 16.04./18:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2784415718 | A383CT | 101,87 € | 96,32 € | |
Werte im Artikel
01.11.24
, Deutsche Börse AG
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