Air France-KLM-Anleihe: mögliche Turbulenzen werden überdurchschnittlich entlohnt


25.06.12 15:31
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN FR0010814459 / WKN A1AN0C) von Air France-KLM für spekulativ veranlagte Anleger für eine interessante Alternative für den europäischen Corporate Bonds-Sektor.

Die Unternehmensanleihe sei mit einem attraktiven Kupon von 6,75% ausgestattet, laufe noch bis zum 27.10.2016 und weise eine Stückelung von 50.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 96,41% biete das Papier eine jährliche Rendite von 7,56%.

Air France-KLM zähle zu den weltweit größten Fluggesellschaften. Die Flotte umfasse aktuell knapp 600 Flugzeuge, die insgesamt 244 Zielflughäfen in 105 Ländern ansteuere.

Die Zahlen für das erste Quartal 2012 seien wie erwartet schwach ausgefallen. Der operative Verlust habe sich von -403 Mio. Euro im Vorjahr auf nun -597 Mio. Euro ausgeweitet und das Nettoergebnis habe mit -368 Mio. Euro auf Vorjahresniveau gelegen. Der Umsatz habe dagegen um 6% auf 5,65 Mrd. Euro zugenommen.

Die Unternehmensführung habe die Zielvorgaben für das laufende Geschäftsjahr bestätigt, die u.a. bei den Nettoverbindlichkeiten Ende 2012 einen Wert von nicht mehr als 6,5 Mrd. Euro vorsähen. Für die Treibstoffkosten werde zudem in 2012 ein Anstieg um 1,1 Mrd. Euro gegenüber 2011 erwartet.

Das Auftaktquartal 2012 sei durch hohe Treibstoffkosten und gesunkene Frachtvolumina belastet worden. Da habe es auch nicht geholfen, dass die Passagierzahlen zugelegt hätten. Kurzfristig dürfte die Geschäftsentwicklung der angeschlagenen Airline von den stark gesunkenen Ölpreisen und den Preisfestsetzungen im Passagiergeschäft profitieren. Bis auf Weiteres sollten aber die weit überdurchschnittlichen Personalaufwendungen sowie die hohe Nettoverschuldung die Hauptbelastungsfaktoren bleiben. Hinzu komme noch die sich eintrübenden Wirtschaftsperspektiven in Europa.

Um die Fluggesellschaft wieder in die Gewinnzone zu führen und wieder wettbewerbsfähig zu machen, habe die Konzernführung ein umfassendes Restrukturierungsprojekt auf den Weg gebracht. U.a. sehe es den Abbau von mehr als 5.000 Stellen, die Restrukturierung der Langstrecken- und Mittelstrecken-Aktivitäten, eine Neugestaltung des Langstrecken-Geschäfts sowie eine Beschleunigung der Transformation der Frachtsparte vor.

Sollte die Weltwirtschaft ab der zweiten Jahreshälfte wieder etwas an Fahrt aufnehmen, erscheint es nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research durchaus möglich, dass Air France-KLM im kommenden Geschäftsjahr die Rückkehr (auf operativer Basis) in die schwarzen Zahlen gelinge.

Verbindlichkeiten per 31.03.2012 in Höhe von 21,6 Mrd. Euro stehe ein Eigenkapital von 5,7 Mrd. Euro gegenüber. Damit handle es sich um einen sehr spekulativen Schuldner mit schwacher Bonität. Sollte der in Aussicht gestellte Turnaround eintreten, würden sich die Bilanzkennzahlen spürbar verbessern. Jedoch könne aber auch nicht ausgeschlossen, dass sich die Lage weiter eintrübe und im schlimmsten Fall sogar eine Insolvenz des Konzerns in Betracht gezogen werden müsse. Der Anleihemarkt sei noch recht zuversichtlich für Air France-KLM gestimmt, denn die Anleihe notiere nicht deutlich unter Pari.

Vor diesem Hintergrund halten die Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Unternehmensanleihe von Air France-KLM nur für spekulativ veranlagte Anleger für interessant. (Analyse vom 25.06.2012) (25.06.2012/alc/a/a)


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