KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 6,50%-NZWL-18/24-Anleihe als "attraktiv" bewertet - Anleihenews


15.11.18 11:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Barometer zu der 6,50%-Anleihe (ISIN DE000A2NBR88 / WKN A2NBR8) der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH mit Laufzeit bis 2024 kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen.

Gleichzeitig seien die Anleihen der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH mit Laufzeit bis 2021 (ISIN DE000A13SAD4 / WKN A13SAD) und mit Laufzeit bis 2023 (ISIN DE000A2GSNF5 / WKN A2GSNF) im Rahmen eines KFM-Barometer-Updates ebenfalls mit "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen) bewertet worden.

Die NZWL sei ein international tätiger Produzent von Motoren- und Getriebeteilen - vom Einzelteil bis zum kompletten Getriebe - und blicke auf mehr als 110 Jahre Erfahrung im Getriebebau zurück. Das Unternehmen habe eigene Fertigungsstandorte in Deutschland (Leipzig) und der Slowakei (Sucany). Das Produktspektrum umfasse Synchronisierungen, Einzelteile und Baugruppen sowie Getriebe. Über 70% der Umsatzerlöse würden im Bereich Synchronisierungen erzielt.

Um die hohe Nachfrage nach Synchronisierungssätzen von Doppelkupplungsgetrieben zu bedienen, betreibe die Schwestergesellschaft NZWL International eine weitere Produktionsstätte in China (Tianjin). Der Großkunde Volkswagen habe mit der NZWL-Gruppe hierzu eine langfristige strategische Zusammenarbeit vereinbart. Die Serienproduktion in China habe Anfang 2016 begonnen. Im Jahr 2017 habe NZWL in seinem chinesischen Werk einen ersten Großserienauftrag eines chinesischen OEM zur Lieferung von Synchronisierungen erhalten. NZWL sei es damit schneller als erwartet gelungen, den Zugang zum chinesischen Markt und eine stark gestiegene sehr gute Kapazitätsauslastung des Werkes in China zu erreichen.

Nach anfänglichen Verzögerungen in der Hochlaufphase des neuen Werkes habe im Oktober 2016 erstmals die Gewinnschwelle auf Monatsbasis erreicht werden können. Der "Break Even" sei im Jahr 2017 mit Synchronisierungen in einer Größenordnung von mehr als 700.000 Einheiten in China bereits erreicht worden; für das Jahr 2018 rechne Konzernchef Dr. Hubertus Bartsch mit 900.000 bis 1 Mio. verkauften und gelieferten Einheiten. Die NZWL habe per 30.06.2018 über Ausleihungen an die NZWL International insgesamt 33,8 Mio. Euro in den chinesischen Produktionsstandort investiert. Neben dem Erreichen des Break-Even seien 2016 und 2017 auch die ersten liquiditätswirksamen Zinszahlungen an die NZWL in Höhe von jeweils ca. 2,1 Mio. Euro erfolgt.

Für das Werk in China sei im Jahr 2017 für mindestens sechs Jahre der Kunde Great Wall Motors gewonnen worden. Great Wall zähle auf dem chinesischen Markt für SUVs zu den größten Marktteilnehmern. Hiermit erschließe sich NZWL bedeutendes Wachstumspotenzial und diversifiziere die Kundenstruktur signifikant. Bereits im 1. Quartal 2018 habe die Serienbelieferung für den chinesischen Auftraggeber begonnen. Aktuell hätten zwei Neuaufträge mit Great Wall für Automatik (DCT)-, Hybrid und Elektro-Antriebe gewonnen werden können.

Der Umsatz der NZWL habe für das 1. Halbjahr 2018 mit 55,21 Mio. Euro (Vj.: 48,16 Mio. Euro) über dem Zielkorridor gelegen, auch das Halbjahresergebnis nach Steuern (EAT) habe mit 0,73 Mio. Euro über dem der Vorjahresperiode mit 0,58 Mio. Euro gelegen. Der Jahresüberschuss vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) liege zum 30.06.2018 mit 6,1 Mio. Euro knapp über dem der Vorperiode mit 5,6 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge sei mit 11% nahezu unverändert. Die EBIT-Marge betrage unverändert 4,6%. Insgesamt sei der Wachstumstrend der NZWL als nachhaltig intakt und nach Bereinigung um Sondereffekte als kontinuierlich positiv einzuschätzen. Das Neuauftragsvolumen für 2019 liege laut Unternehmensangaben voraussichtlich bei 24 Mio. Euro.

Per 30.06.2018 weise die NZWL eine eher unterdurchschnittliche, aber zuletzt weiter gestiegene Eigenkapitalquote von 15,9% (31.12.2017: 15,3%) auf. Der Rückgang der Eigenkapitalquote seit Emission der Erstanleihe resultiere im Wesentlichen aus einem deutlichen Anstieg der Bilanzsumme aufgrund der Investitionen in den neuen Standort in China sowie gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Mit Abschluss der Investitionsphase trete nun eine sukzessive Verbesserung der Bilanzrelationen ein. Bereits im Zeitraum von 2010 bis 2013 habe die Eigenkapitalquote von 8,6% auf 24,4% gesteigert werden können. Dieser Track Record könne mit einer Fortschreibung der Entwicklung ein weiteres Mal wiederholt werden.

Die im November 2018 emittierte unbesicherte Mittelstandsanleihe der Neue ZWL Zahnradwerke Leipzig GmbH sei mit einem Zinskupon von 6,50% p.a. (Zinstermin jährlich am 15.11.) ausgestattet und habe eine Laufzeit bis zum 15.11.2024. Im Rahmen der Anleiheemission seien insgesamt 12,5 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro platziert worden. Vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten für die Emittentin seien in den Anleihebedingungen ab 15.11.2021 zu 101,50%, ab 15.11.2022 zu 101,00% und ab 15.11.2023 zu 100,50% des Nennbetrages vorgesehen.

In den Anleihebedingungen seien außerdem eine Ausschüttungsbeschränkung sowie Transparenzverpflichtungen verankert. Bei einer Verletzung der Transparenzverpflichtungen erhöhe sich der Zinssatz in der folgenden Zinsperiode um 0,5 Prozentpunkte.

Auf Grund der verbesserten Entwicklung im Geschäftsjahr 2017 und 1. Halbjahr 2018 sowie den aussichtsreichen Fortschritten des Werkes in China sei von einem weiterhin ertragreichen Wachstum der NZWL auszugehen. In Verbindung mit der wachstumsbedingt aktuell unterdurchschnittlichen, aber steigenden Eigenkapitalquote und der Rendite von 6,35% p.a. (auf Kursbasis von 100,72% am 14.11.2018) wird die 6,50%-NZWL-18/24-Anleihe als "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen) bewertet, so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (15.11.2018/alc/n/a)