Drogerieketten wie dm, Rossmann und künftig vlt. auch Lidl erweitern ihr Online-Angebot um apothekennahe Produkte wie rezeptfreie Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und medizinische Pflegeprodukte. Diese Entwicklung wird häufig als potenzielle Konkurrenz zu etablierten Online-Apotheken (z. B. Redcare / Shop Apotheke) wahrgenommen.
Allerdings besitzen Drogerien keine Apothekenlizenz und dürfen somit keine rezeptpflichtigen Medikamente vertreiben. Dadurch beschränkt sich ihr Marktpotenzial auf das freiverkäufliche Sortiment. Das Kaufverhalten unterscheidet sich deutlich zwischen Drogerie- und Apothekenkunden:
Drogeriekunden (dm, Rossmann, Lidl) Kaufen ihre Gesundheits- und Pflegeartikel meist spontan oder im Rahmen des normalen Einkaufs. Online-Bestellungen erfolgen selten, da Versandkosten, Lieferzeiten und geringe Warenwerte den Aufwand oft nicht rechtfertigen. Die Möglichkeit der Abholung im Laden wird kaum genutzt.
Online-Apothekenkunden (Redcare, Shop Apotheke, DocMorris) Schätzen die Bequemlichkeit, rezeptpflichtige und rezeptfreie Produkte in einer Bestellung zu kombinieren. Entscheiden häufig preisbewusst, achten auf Rabatte und versandkostenfreie Lieferung. Nutzen bestehende Accounts und Rabattprogramme, was eine hohe Kundentreue erzeugt.
Ich denke: Die Ausweitung des Online-Angebots von Drogerieketten auf rezeptfreie Apothekenartikel wird den Markt für Redcare / Shop Apotheke nur geringfügig beeinflussen. Drogerien sprechen primär bestehende Drogeriekunden an. Das Rezeptgeschäft – der Hauptumsatztreiber für Online-Apotheken – bleibt ihnen verschlossen. Preisbewusste und bequeme Kunden werden weiterhin bei etablierten Online-Apotheken bestellen, die beide Produktgruppen (rezeptpflichtig und rezeptfrei) abdecken. Insgesamt stellt der Einstieg von dm, Rossmann oder Lidl keine unmittelbare Bedrohung, sondern eher eine ergänzende Marktbewegung im unteren Preissegment dar. |