Um mal eine etwas objektivere Sichtweise einzubringen, zumindest aber einen Gegenpol: für mich insgesamt ein neutrales Event – nichts, das mich besonders positiv oder negativ überrascht hat. Vieles von dem wurde schon vor ein paar Wochen gesagt (zB Reset/Übergangsjahr 2026), hatte wenig Neuigkeitswert bzw wurde so erwartet (zB ein weiteres Kostensenkungsprogramm). Daher die Kursreaktion für mich nachvollziehbar und das muss man nach den Desastern bei den letzten paar Quartalszahlen ja schon ein wenig feiern. Ansonsten klingt vieles nach „wir wollen, wir haben vor, wir hoffen“ – ob das strategisch so ziehen wird, ist eine andere Sache und wird man wohl erst in 1-2 Jahren sehen. Was aber mE in der Tat (leicht) negativen Charakter hatte, war das Folgende (Dr. Stock, kann daher Dein "Es klingt alles sehr gut. Es kann nur noch nach oben gehen .... " nicht ganz nachvollziehen): Für 2026 hatte der Konsensus bisher ein leichtes Umsatzplus erwartet. Jetzt schreibt Puma, dass erst 2027 wieder Wachstum zu erwarten sei. Glaube daher, dass da der 2026er Konsensus noch etwas zurückkommen wird/muss. Zumindest auf der Umsatzseite, bei den Margen mag das anders sein. 15% Umsatzrückgang ggü dem Vorjahr ist schon sehr deutlich; immerhin ist EUR/USD seit ein paar Wochen relativ stabil. Das bishere Kostensenkungsprogramm, das einen dreistelligen Mio Betrag gekostet hat, hat nur zu 2,6% niedrigeren OPEX in Q3 geführt. Puma erwähnt Einmalaufwendungen, diese werden aber leider nicht quantifiziert. Was ich schon seit März/Juli schreibe: Nettoverschuldung ist mE ein Thema, das man im Auge behalten sollte. Nach -686 Mio FCF in den ersten neun Monaten liegt die Nettoverschulung per 30 Sep bei 1,2 Mrd. (+ 0,5 Mrd. in den letzten zwölf Monaten). Das schlimmste Quartal steht noch bevor (Puma guided für Q4 ein negatives EBIT von >102 Mio Euro; bereinigt wohlgemerkt), dazu kommen weitere Restrukturierungskosten (Entlassung von 900 MA), da würde es mich nicht wundern, wenn am Jahresende vllt 1,6 Mrd. Nettoverschuldung stehen. Bei 200 bzw. 500 Mio EBITDA im Konsensus 2025/26, reden wir von >7x Leverage für 2025 und >3x Leverage für 2026. Keine super-dramatische Situation, aber etwas, das adressiert werden muss und nicht völlig ungefährlich ist. Nettoverlust von 300 Mio in 9m ist auch harter Tobak, aber keine Überraschung. Per Jahresende dürfte das (aufgerundet) ne halbe Milliarde sein. Das Thema Dividende für 2025 dürfte erledigt sein. Bleibe bei meiner These, dass kurzfristig nur eine Übernahme helfen würde. Und ob die heutigen Zahlen & Aussagen die Wahrscheinlichkeit erhöht haben, dass CVC/Hr. Dibelius die von Pinault gewünschten 40 Euro auf den Tisch legen, darf mE angezweifelt werden. Aber auszuschließen ist natürlich nichts und hier schrieb ja schon jemand, dass man zur Not einfach ein paar Jahre Geduld mitbringen muss. Viel Erfolg! |