Aus WELT : https://www.welt.de/politik/ausland/...f-einen-weihnachtsfrieden.html https://archive.ph/21Xxe
Ausschlaggebend dafür war laut Selenskyj das, was die amerikanischen Verhandler auf den Tisch gelegt hätten: Sicherheitsgarantien auf dem Niveau der Nato-Beistandsgarantie. Aus US-Regierungskreisen wurde dies noch am Abend bestätigt. „Das wird nicht für immer auf dem Tisch liegen“, hieß es zugleich. Den Aussagen zufolge wäre Trump sogar bereit, eine solche Garantie vom US-Senat ratifizieren zu lassen, was maximale rechtliche Verbindlichkeit bedeuten würde. Damit wäre eine zentrale Forderung der Ukraine und der Europäer erfüllt. ... Dafür wolle man eine „multinationale Truppe“ einer Koalition der Willigen für die Ukraine bereitstellen, die auch von den USA unterstützt wird, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung am Abend. Diese soll die ukrainischen Streitkräfte unterstützen, den Luftraum sichern und im Schwarzen Meer aktiv sein. Es ist außerdem von „Operationen innerhalb der Ukraine“ die Rede.
Das wäre eine unglaubliche Provokation für Putin. Denn die USA unterbreiten, wenn es denn zutrifft, der Ukraine etwas, was sie die letzten 4 Jahre nicht angeboten haben. Aber das Angebot hätte/hat einen gewaltigen Preis : Die Preisgabe des gesamten Donbass, der nun zugleich als zappelnder Köder für Putin fungiert. Wird er anbeißen?
Am einfachsten wäre es, wenn Selenskyi ablehnt. Dann ist Putin ganz fein heraus. Denn dann steht als derjenige da, der die Chance zum Frieden ausgeschlagen hat. Und Trump würde sich bestätigt sehen.
Aber wenn Selenskyi zustimmt, ist Putin in einem außergewöhnlichen Dilemma. Lehnt er ab, wird offenbar, dass es Putin nicht um den Donbass geht. Sondern um die Zerschlagung der Ukraine - bis dahin wird es keinen Frieden geben.
Stimmt Putin zu, hat zwar etwas bekommen, steht aber dennoch als strategischer Verlierer da. In der aufgeheizten russ. Meinung wird es Stimmen geben wie : "Wir standen kurz vor dem Sieg in der Ukraine und der Sieg ist mit einem billigen Geschenk verraten worden. "
Die Wahrscheinlichkeit, dass Putin sich darauf einlässt, ist kaum größer als 30%. Es hängt davon ab, ob seine Berater einen baldigen Zusammenbruch des ukrain. Militärs voraussehen und davon, wie schlecht die Lage der russ. Wirtschaft wirklich ist. Sollte Putin aber zustimmen, wird er weitere Forderungen stellen - die Aufhebung aller Sanktionen, Freigabe blockierter Gelder usw. verbunden mit zeitnaher Umsetzung .
Putin wird in jedem Fall noch versuchen, Zeit zu gewinnen, etwa damit , dass "man noch einige grundlegende Fragen für Osteuropa zu klären habe " - und bis dahin leider noch nichts bzgl. Ukraine verhandeln könne. In der Hoffnung, dass Trump darauf hereinfällt.
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