Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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25.11.25 21:00 #199751 Die neue Lust an der Zerstörung ????
sorry Fill  aber du übertreibst.
Meine Geschichte ist:
Ich habe immer SPD gewählt - auch 1998 als G. Schröder Kanzler wurde. ( SPD bekam damals 42 % der Stimmen  - Quelle: alle Tageszeitungen)
Damals waren die gesetzlichen Kassen ( Rente-, Krankenversicherung) schon in großer Not.
Grund: Integration der Spätaussiedler und Wiedervereinigung von 9 Mio Ostdeutsche. Alle wurden so gestellt hätten sie immer in unser Versicherungssystem einbezahlt.
Die Integration war ein Erfolg. Aber die Kosten wurden ungerecht nur auf die gesetzlich Versicherten
verteilt. Kein Beamter, Selbständiger, Landwirt u.w. muss  sich an den Kosten  beteiligen.
G. Schröder hat meiner Meinung nach ( nur meine Meinung) die gesamte Belastung

ungerecht verteilt
und die Weichen so falsch gestellt, dass wir heute die Probleme in der Renten- und Krankenkasse
haben.
Nochmals:  1998 wählten  42 % SPD und heute lt Umfrage ca 14 %; das hat schon einen handfesten Grund.  Nichts mit Lust an Zerstörung  
25.11.25 22:08 #199752 '1998 wählten 42 % SPD'
'1998 wählten  42 % SPD und heute lt Umfrage ca 14 %; das hat schon einen handfesten Grund.  Nichts mit Lust an Zerstörung'

In der tonangebenden Vulgärökonomie sind Rente und Gesundheit Privatsache. Dem wollte und will sich auch die SPD nicht verschliessen, man trug und trägt also dazu bei das öffentliche System chronisch unterzufinanzieren und lässt die künstlich verknappten Kassen wie ein Naturschicksal  aussehen ('die Demographie wolle es so'). Kann und sollte man kritisieren. Wer von der SPD zur AFD wechselt hat damit aber rein gar nichts zu tun, denn letztere verspricht bekanntlich alles andere als mehr Rente und Gesundheit für die Arbeiterklasse. Er sieht nicht sein Recht auf lebensfähige Renten, sondern auf die Drangsalierung von Minderheiten  verletzt. Darin sieht er sich verraten und getäuscht.  
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25.11.25 22:21 #199753 @ Fill
es geht doch um des " A"
so wie es bei vielen um das " C" geht ( christlich)
oder "S" (sozial)
oder " F" ( frei)

was nützt sozial, wenn ungerecht? Vielleicht doch "A" also alternativ"!  
25.11.25 22:28 #199754 "A" = "Hauptsache was anderes" also
egal was das ist... egal was die machen... egal für welche feindliche ausländische Macht sie spionieren.

Und dann tust du so, als gehe es nicht um die Lust an der Zerstörung??  
26.11.25 00:49 #199755 Das Urteil gegen Bolsonaro ist rechtskräfti.
... und damit kann ihn vor einem sehr lange andauernden brasilianischen Knast wohl nur noch sein Alter und seine angeschlagene Gesundheit retten - falls ihm nicht doch noch irgendwie die Flucht ins Trump-Land gelingen sollte. Sicher wäre er in den USA aber wohl auch nur bis 2028. Einen Versuch sich aus der Fußfessel zu befreien, hat Bolsonaro anscheinend schon mal unternommen.

Präsident Lula wollte nach eigener Aussage das endgültige Gerichtsurteil respektieren und den Ex-Präsidenten im Falle einer Verurteilung nicht begnadigen. Da der Putsch gegen Lula's Wahlgewinn ging, wäre dies allerdings auch wirklich ein äußerst altruistischer Akt von Lula.

https://www.spiegel.de/ausland/...e776fc1-1998-41ba-823f-3c06d6933e49 [ Archiv: https://archive.is/poHMG ]

Wäre schön, wenn man ähnliche Urteile irgendwann auch noch gegen Trump in den USA und vor allen Dingen durch den IStGH in Den Haag gegen die Kriegsverbrecher Putin und Netanjahu sowie noch lebende Führer der Hamas sehen würde. Einige weitere Staatsverbrecher würden mir noch zusätzlich einfallen, die ebenfalls ein solches Strafmaß verdient hätten - eine derart gerechte Welt wird es aber vermutlich auf diesem Planeten leider nie geben.

 
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26.11.25 02:43 #199756 'Das Urteil gegen Bolsonaro ist rechtskräft.
Das hat schon die Ironie, dass seine Gewaltphantasien gegen politische Konkurrenten nun auf ihn zurückfallen. Eingepreist hatte er das sicher nicht, sonst wäre er nicht aus seinem amerikanischen Exil zurückgekehrt. Andererseits ist es schöner Brauch in Lateinamerika, dass abgewählte oder sonst wie abservierte Regierungschefs 'für immer' hinter Gittern landen. Das Brecheisen, mit dem sie Politik gemacht hatten, wendet sich nun, als Waffe in den Händen der erfolgreicheren Konkurrenten, gegen sie. Auf Rechtsförmlichkeit wird dabei gerne Wert gelegt, im eigenen Netzwerk angestellte Staatsanwälte und Richter sorgen schon dafür. Nichts, was man beklatschen müsste.  
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26.11.25 09:15 #199757 @Vermeer
Ich verstehe dich schon und gebe dir auch recht.
Aber der Murks mit der Rentenversicherung spaltet doch die Gesellschaft ( jung gegen alt) Das darf man auch nicht unterschätzen.  
26.11.25 10:24 #199758 rentenversicherung
#199753 @Spatz1a

Du schreibst:
"Damals [1998] waren die gesetzlichen Kassen ( Rente-, Krankenversicherung) schon in großer Not.
Grund: Integration der Spätaussiedler und Wiedervereinigung von 9 Mio Ostdeutsche. Alle wurden so gestellt hätten sie immer in unser Versicherungssystem einbezahlt."

Das ist falsch.
Ein großer Vorteil eines Umlagesystems ist es, dass es ohne Probleme auch andere Gruppen  und ganze Länder aufnehmen kann.
Für jeden Ostdeutschen Rentner, der "nie eingezahlt hat" sind auch X Arbeitnehmer dazugekommen, die direkt in das Umlagesystem einzahlten. Da die Ostdeutsche Bevölkerung zum Zeitpunkt der Vereinigung im Durchschnitt etwas jünger und etwas kinderreicher als die Westdeutsche Bevölkerung war, wurde das Westdeutsche Rentensystem mit der Wiedervereinigung sogar etwas aufgepäppelt.

Ähnlich bei den Spätaussiedlern. Diese waren zum Zeitpunkt ihrer Rückkehr nicht alle 80 Jahre alte Rentner, sondern "(Spät-)Aussiedler und ihre Angehörigen waren bei der Einreise im Durchschnitt 24,4 Jahre alt" .  Zum Mikrozensus 2011 ähnelte die Population der Spätaussiedler der Population der Biodeutschen. [20. Forschungsbericht (Spät-)Aussiedler in Deutschland]

Richtigund wichtig ist jedoch, was du schreibst, dass Kosten vielfach nur den gesetzlichen Versicherten auferlegt werden (z.B. Krankenkasse bei Geflüchteten) und nicht auf alle.

Grundsätzlich,
Die großen Baustellen des Deutschen Rentensystems sind lange bekannt. Wenige Angelegenheiten in der Politik lassen sich so gut vorhersagen, wie Demografische Angelegenheiten, Z.B. die Anzahl der Schulkinder in den nächsten Jahren (und entsprechender Lehrerbedarf) oder die Anzahl der Rentner in X Jahren und deren Versorgungsnotwendigkeiten.

Die Regierungsparteien scheuten sich, aus Lobbygründen natürlich, vor den notwendigen Sanierungen:
- ein System in das alle einzahlen und alle Einkunftsarten berücksichtigt werden,

- An/Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze, bei gleichzeitiger Berücksichtigung einer Maximalrente (oder neben dem unteren auch einen oberen Übergangsbereich einführen)

- Einführung einer möglichen Zusatzvorsorge, die nicht die Versicherungswirtschaft (Riester) sondern die Rentenanspruchsberechtigten unterstützt

Dann klappts auch mit einem akzeptablen Rentenniveau, ohne dass Menschen gezwungen werden, bis 70 zu arbeiten.  
26.11.25 10:44 #199759 Naturschicksal
Zitat fill: In der tonangebenden Vulgärökonomie sind Rente und Gesundheit Privatsache. Dem wollte und will sich auch die SPD nicht verschliessen, man trug und trägt also dazu bei das öffentliche System chronisch unterzufinanzieren und lässt die künstlich verknappten Kassen wie ein Naturschicksal  aussehen ('die Demographie wolle es so'). Kann und sollte man kritisieren.

Die "linksgrüne" Antwort oder "Ideologie", ist es doch mehr Schulden zu machen, und das macht man ja jetzt auch unter einer CDU/CSU geführten Regierung.
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Nur ist das auf Dauer auch ein Abbruchunternehmen, denn das ist nicht unbegrenzt möglich und nicht nachhaltig und dann auch auf Verhältnisse hinauslaufen kann wo man dann wieder um das Überleben kämpfen muss, die Schulden vererbt man dann den nächsten Regierungen die nicht mehr alles finanzieren können. Das gleiche Muster bietet diese Ideologie z.B. bei Aufnahme von Flüchtlingen, wo es keine Grenzen zu geben scheint, nur auch das führt in den Abgrund, denn das ist auch nicht unbegrenzt möglich und erschwert dann auch die Integration und spaltet die Gesellschaft und schafft geradezu das Umfeld für rassistische und nationalistische Tendenzen.

Diese Ideologie beinhaltet eben mAn oft selber die Zerstörung des sozialen Friedens und den Weg in die "Verarmung" gerade der wenig Privilegierten, die Mühe haben ihre Rechnungen zu bezahlen, du bist offensichtlich nicht davon betroffen und darum glaubst du das auch nicht. Es sind eben meist Privilegiertere welche dieser Ideologie anhängen. Und da wirken deine Schilderungen des Faschismus und seinem Bestreben Verhältnisse zu schaffen, wo das Leben wieder richtig hart ist, fast identisch mit diesen Vorstellungen, die eben auch dort hin zu führen scheinen für einen Teil der Bevölkerung und das geradezu wollen, mit der Begründung das sei sozial und gerecht, wenn ein Teil der Bevölkerung verarmt. Sollen sie doch dann leben wie viele Flüchtlinge. Das ist doch gerecht?

Es sind eben die linken Parteien welche mAn einen Weg eingeschlagen haben, der für viele wenig privilegierte Arbeitnehmer kaum mehr wählbar ist. Sie verbreiten zwar noch Floskeln diesbezüglich, nur sind die nicht glaubwürdig und entsprechen oft nicht den tatsächlichen Bestreben. Es ist oft Arroganz von Akademikern gegenüber weniger Gebildeten.
Alles nur meine Ansichten, auch auf Grund von Talksendungen in deutschen Sendern. Kürzlich sah ich da z.B. eine Ricarda Lang von den Grünen, die redet und redet, aber für mich unglaublich überheblich und abgehoben. Ich glaube für Arbeiter*innen völlig unwählbar. Ähnliches gilt für Vertreter der SPD. Die vertreten die Gebildeten und Privilegierten und schauen herab auf die weniger Privilegierten. So kommen die oft herüber.  
26.11.25 11:32 #199760 'wenn ein Teil der Bevölkerung verarmt'
Das soll nun daran liegen, dass es zuviele Migranten und zuviele Alte sprich zuviele Arme gebe, die man angesichts angeblich knapper Kassen nicht alle durchfüttern könne. Diese pseudo-ökonomische Begründung des Rechts auf Drangsalierung von Minderheiten und Unproduktiven lässt sich weder durch die zyklischen Krisenphänomene noch durch Pandemien noch durch neoimperialistische Angriffe auf den Welthandel beirren, die alle glatt null mit Migranten und älteren oder behinderten Menschen zu tun haben. Geschweige denn von den gigantischen Überschüssen an Waren und Kapital, die ebenso gigantische Blasen erzeugen weil man nicht mehr weiss wohin mit dem vielen Geld. Der Gedanke, in einer exzessiven Überflussgesellschaft wäre eigentlich genug für alle da, taucht gar nicht erst auf, weil er den gewaltschwangeren Exklusionsdystopien den Boden entziehen würde.  
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26.11.25 12:14 #199761 'du bist offensichtlich nicht davon betroffen.
Bekanntlich - ein Ex-Forist hatte mich hier unautorisiert geoutet - arbeite ich seit bereits sehr vielen Jahren in einer Pflegeeinrichtung. Die Mitarbeiter mit Migrationshintergrund stellen rund 2/3 des Personals, davon sicher mehr als die Hälfte mit Fluchtgeschichte und nicht wenige mit muslimischen Hintergrund. Ich weiss von keinem einzigen echten herkunfts- oder kulturbezogenem Problem, die auf allen Kanälen laufende 'Migrationskritik' mutet aus der Perspektive eines Altenheims wie Nachrichten aus einer anderen Galaxis an. Die migrantischen Mitarbeiter sichern nicht nur die Versorgung sehr alter Menschen, sondern auch den Arbeitsplatz ihrer biodeutschen Kollegen denn ohne sie würde es die Einrichtung nicht mehr geben. Von dieser Realität wollen all die Migrationskritiker nichts wissen. Das Warum habe ich bereits oben beantwortet.  
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26.11.25 12:39 #199762 Überschüsse
Auf diese Überschüsse hat der Staat und die Allgemeinheit keinen Zugriff, sonst müsste man zum Kommunismus wechseln und dann wären die Überschüsse sehr schnell weg, die DDR und der ganze Ostblock hatten eine Mangelwirtschaft.  
26.11.25 13:25 #199763 Migrationskitiker
Die pauschale Kritik an Migration und Zuwanderung von Menschen anderer Herkunft ist sicher oft irrational und mischt sich auch mit rassistischen Haltungen. Oft gerade da, wo es die tatsächlichen Begegnungen im Alltag gar nicht oder wenig gibt. Auf der anderen Seite ist das Verneinen der mit Migration verbunden Problem auch nicht ehrlich, natürlich gibt es Probleme dabei.  
27.11.25 11:18 #199764 'natürlich gibt es Probleme dabei'
'Auf der anderen Seite ist das Verneinen der mit Migration verbunden Problem auch nicht ehrlich, natürlich gibt es Probleme dabei'

Offenbar hast du die letzten fünf Jahre gepennt. In allen Gesellschaften wird Einwanderung längst als ein nach Rückabwicklung schreiendes Riesenproblem behandelt, ganz gleich wer und wieviele tatsächlich einwandern. Man konstituiert damit ein Naturrecht der (aussterbenden) Bio-Bevölkerung auf ethnische und kulturelle Homogenität, die es vielleicht mit Ausnahme Japans nicht geben kann und nie gegeben hat. Den grössten Witz in dem ganzen Anti-Migrationsgeschrei steuern einmal mehr die USA bei, die bekanntlich komplett das Produkt einer illegalen kolonialen Masseneinwanderung sind, Genozid und Sklavenhaltung inklusive.  
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