Für das Geldsystem ist die EZB quasi ein schwarzes Loch. Denn: Genau so, wie sie Geld aus dünner Luft kreiert, löst sich jedes "Geld", das in die ZB hineinfließt, in Luft auf und existiert definitionsgemäß nicht mehr als "Geld". Wenn sie Buchgewinne schreibt, dann allein deshalb, weil sie an den Geldmärkten AUCH als Bank teilnimmt und somit externe Konten in eigener Sache (als Kapital- und Gewinnkonto) führt, auf die Gewinne gebucht werden, die dann wieder für die Kapital-Eigner - also die Staaten - "reales" Geld bedeuten.
Natürlich bleiben im Falle der fälligen Rückzahlung von Staatsanleihen durch ESM-Gelder an die EZB die Gläubiger öffentliche Gläubiger. Es ist lediglich ein Gläubigertausch. Aber die Risiken addieren sich nicht. Träger der Risiken bleibt eine öffentliche Institution. ESM statt EZB. Dennoch verbucht bei dieser Transaktion die EZB reale Buchgewinne, wenn sie Staatsanleihen, die sie zu 70% vom Nominal zu 100% zurückbezahlt bekommt. Andererseits hat dann der ESM 100% des Risikos für die neuen Anleihen. Aber wenn man alle öffentlichen Institutionen im Hinblick auf die betreffenden Staatsanleihenin der Summe betrachtet, hat sich keine Risikosteigerung ergeben. Lediglich eine Umschichtung. Das zusätzlich übernommene Risiko etwa durch den ESM kommt aus dem Bereich der privaten Anleihehalter. Das sind: Banken und Fonds und ihre Kunden.
Das war alles, was ich sagen wollte: Für die EZB als Einzelinstitution ist das Risiko durch die "Schrottanleihen" begrenzt. Und sie kann damit sogar Buchgewinne ausweisen.
----------- Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig. (Nietzsche) |