Sah doch auch alles so nett aus. Die Union wurde immer sozialdemokratischer, und man konnte hoffen, dass Merkel nicht ewig den Kanzler darstellen wird. Zudem hat man geglaubt, dass man die Union mit populären Reformen übertrumpfen kann - Mindestlohn, Frührente etc. Es ging eigentlich nur noch darum, wer in der knubbeligen Mitte die Deutungshoheit über die fast ununterscheidbare Politik bekommt. Der Gabriel und die Nahles konnten doch vor Monaten vor Kraft kaum noch laufen.
Und nun kommen da ein paar Fritzen, die die ununterscheidbare Politik in Frage stellen - und auch noch Stimmen kassieren, auch von der SPD. Schon sieht die Welt anders aus, denn der vorherige Traum von einer angepeilten rot-grünen Mehrheit als einziger Alternative zur GroKo löst sich auf. Die Grünen schwächeln, die Reformen kommen auch nicht so groß an und die SPD verharrt bei den Umfragen im Tief. Gabriel kommt innerparteilich schon unter Druck. Und wenn nun die Konjunktur nicht läuft und die Eurokrise wieder auf die Tagesordnung kommt, wird es eng. |