Wienerberger-Anleihen: interessante Bonds bei überschaubarem Risiko


25.10.12 11:35
FOCUS-MONEY

München (www.anleihencheck.de) - Nach Meinung der Experten von "FOCUS-MONEY" bieten die Bonds (ISIN AT0000A0H999 / WKN A1AVL0, ISIN XS0731071055 / WKN A1GZDT und ISIN AT0000A0PQY4 / WKN A1GS23) von Wienerberger ordentliche Renditen bei überschaubarem Risiko.

Sparer würden mit Sicherheit noch für längere Zeit zu denjenigen gehören, die die Euro-Krise mit ausbaden müssten. Vor dem Hintergrund der Euro- und Wirtschaftskrise dürfte die EZB den Leitzins von momentan 0,75% wohl eher senken als erhöhen. Da sich die Sparzinsen an den Leitzinsen orientieren würden, drohe somit sicherheitsbewussten Sparern über Jahre hinweg eine schleichende Enteignung. Die einzige Möglichkeit, den Wert des Ersparten zu erhalten und ggf. sogar zu steigern, bestehe in der Inkaufnahme eines erhöhten Risikos.

Mit den Unternehmensanleihen von Wienerberger könnten Anleger derzeit attraktive Renditen von knapp 4% bis über 5% erzielen. Das Unternehmen sei im österreichischen Leitindex ATX gelistet. Mit Ratings von "BB" von Standard & Poor's und "Ba2" von Moody's seien die Bonds nur knapp vom Investment-Grade entfernt. Doch dies könnte sich bald ändern. Denn Vorstandschef Heimo Scheuch tue alles, um die Bonds ins Qualitätssegment Investment-Grade zu heben.

Im August habe Scheuch davor gewarnt, dass man sich auf schwierige Zeiten werde einstellen müssen. In Europa werde weniger gebaut und vor allem in Osteuropa seien starke Rückgänge zu beobachten. Lediglich das einstige Sorgenkind Nordamerika entwickle sich weiterhin gut. Dennoch stelle der Firmenlenker entgegen den meisten Analystenerwartungen für dieses Jahr ein schwarzes Ergebnis in Aussicht. Vor allem die Auflegung eines Sparprogramms, welches bis Ende 2013 40 Mio. Euro einsparen solle und die Übernahme der verbleibenden 50% an der Konzerntochter Pipelife dürften Scheuchs Zuversicht erklären. Pipelife sei ein Hersteller von Kunststoffrohren und durch die Transaktion werde die Abhängigkeit vom konjunktursensitiven Wohnungsneubau verringert. Denn immerhin sei Wienerberger der weltweit größte Ziegelhersteller.

Die schwindenden Gewinnperspektiven würden aktuell auf dem Aktienkurs von Wienerberger lasten. Dagegen lasse das Vertrauen in die Überlebensfähigkeit des Konzerns die Anleihekurse auf über 100% ansteigen. Denn auf eines dürften Käufer von Wienerberger-Bonds bauen: Lieber wird das Unternehmen die Dividende für seine Aktionäre kürzen oder ausfallen lassen, als mit seinen Zins- oder Rückzahlungsverpflichtungen für die Anleihen in Verzug zu geraten, so die Experten von "FOCUS-MONEY". (Ausgabe 44) (25.10.2012/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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