Ungarn-Anleihe: Bringt Pepp ins Depot


24.02.12 10:43
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Staatsanleihe (ISIN XS0161667315 / WKN 695216) von Ungarn für eine interessante Alternative für etwas risikofreudigere Anleger.

Die Anleihe, emittiert vom süd-osteuropäischen Staat Ungarn, sei mit einem Kupon von 4,50% ausgestattet, laufe noch bis zum 06.02.2013 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 97,25 Euro biete sie eine jährliche Rendite von 7,88%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent würden von der Ratingagentur Moody's mit "Ba1" bewertet, was eine Stufe unter Investmentgrade-Status liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein erhebliches Kreditrisiko.

Ungarn sei nach wie vor im Streit mit der EU und dem IWF. Allerdings scheine sich inzwischen das Sentiment zu verbessern. Habe man vor einem Monat noch von Staatsbankrott gesprochen, kehre allmählich etwas Entspannung ein. Ein Indiz dafür sei die Entwicklung der ungarischen Währung. Der Forint habe im Januar gegenüber dem Euro um knapp 10% zulegen können. Angesichts der noch offenen politischen Fragen überrasche diese Entwicklung. Scheinbar sei die noch ausstehende Entscheidung des IWF bereits in den Kursen berücksichtigt.

In diesem Zusammenhang stehe eine Summe von 10 Mrd. Euro im Raum, die Ungarn vom IWF erhalten solle. Eine Entscheidung werde für März/April erwartet. Übereilte Handlungen werde es nicht geben, denn keine der beiden Parteien wolle die Summe riskieren. Für Ungarn sei der IWF sozusagen ein Sicherheitsnetz, denn sollte sich die Eurozone abschwächen, werde das Land am meisten damit zu kämpfen haben

Zuletzt sei bekannt geworden, dass die EU-Kommission vorgeschlagen habe, die Auszahlungen an Ungarn aus dem Kohäsionsfonds ab 2013 im Umfang von 495 Mio. Euro zu sperren, sollte das Land sein Budgetdefizit nicht besser in den Griff bekommen. Dies dürfte nicht überinterpretiert sondern eher als Warnung an die ungarische Regierung verstanden werden.

Interessant dürfte auch sein, wie die jüngste Anleihenauktion in Lokalwährung verlaufen seien. So habe Ungarn geplant, 10-jährige Anleihen mit einem Volumen von 42 Mrd. Ungarische Forint zu begeben. Bei der letzten Auktion habe die Durchschnittsrendite zwischen 8,22% und 8,3% gelegen.

Anleger, die in Bezug auf Ungarn von einem positiven Ausgang der finanzpolitischen Lage ausgehen würden, könnten sich die oben genannte Staatsanleihe einmal näher ansehen. Das Papier sei aufgrund seiner kurzen Laufzeit besonders reizvoll. Zudem gebe es keine Währungsrisiken zu beachten. Die Analysten von Anleihencheck Research weisen aber darauf hin, dass der Titel zwar attraktiv, aber auch nicht ohne Risiken ist. (Analyse vom 24.02.2012) (24.02.2012/alc/a/a)