Erweiterte Funktionen
Spanien-Anleihen: Renditeaufschläge dank Draghi weiter auf dem Rückmarsch
11.09.12 16:21
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Spanische Staatsanleihen bleiben nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research ein spekulatives Investment.
Mario Draghi habe die Märkte in der letzten Woche nicht enttäuscht und seinen Worten Taten folgen lassen. Er habe umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Euro-Schuldenkrise vorgestellt und u.a. unbegrenzte Anleihekäufe von angeschlagenen Euro-Staaten in Aussicht gestellt, sofern diese strenge Regularien erfüllen würden. Damit wolle er u.a. die hohen Zinsaufschläge, die Länder wie Italien oder Spanien, immer noch zahlen müssten, verringern und deren Mittelbeschaffung über den Finanzmarkt sichern.
Die angekündigten Maßnahmen hätten ihre Wirkung nicht verfehlt und die europäischen Aktienmärkte hätten mit einem Kursfeuerwerk reagiert. Aber auch die Renditen von hochverschuldeten Euroländern wie Spanien und Italien seien weiter gesunken. Zum Beispiel rentiere die Anleihe (ISIN ES00000120G4 / WKN A0GFQ1) inzwischen bei 97,20%, nachdem sie Mitte Juli nur bei rund 87% notiert habe.
Dennoch dürfe nicht darüber hinweg gesehen werden, dass Spanien mit massiven Problemen zu kämpfen habe. So habe sich die Wirtschaft im zweiten Quartal 2012 schwächer als erwartet entwickelt. Das BIP sei nach einer zweiten Schätzung um 1,3% zum entsprechenden Vorjahresmonat zurückgegangen. In einer ersten Schätzung sei noch ein Rückgang von 1,0% ermittelt worden. Im ersten Quartal sei die viertgrößte Wirtschaft der Eurozone noch um 0,6% zum Vorjahr geschrumpft. Die spanische Regierung erwarte für Spanien für dieses Jahr einen BIP-Rückgang von 1,5%. Die Konsensschätzungen würden dagegen schon bei -1,7% bis -2,0% liegen. Zudem habe sich zuletzt im August die Inflationsrate auf 2,7% erhöht, nachdem sie im Vormonat noch bei 2,2% gelegen habe.
Dass für 2012 und 2013 hinsichtlich der massiven Sparmaßnahmen keine großen Sprünge zu erwarten seien, sei keine Überraschung. Dem Land könnte es aber gelingen, die Krise zu meistern, auch wenn man dazu nun die Hilfe der EU in Anspruch nehme. Immerhin seien zuletzt ermutigende Anzeichen vom spanischen Häusermarkt gekommen. So habe sich die negative Dynamik der spanischen Hausverkäufe spürbar abgeschwächt.
Einen Austritt Spaniens aus der Europäischen Währungsunion würden die Analysten für unwahrscheinlich halten, auch wenn dies am Markt momentan zum Teil anders kolportiert werde. Das Beispiel Irland zeige, dass externe Hilfe kein Nachteil sein müsse. So habe Irland die Krise bereits hinter sich gelassen und befinde sich wieder auf Wachstumskurs.
Die Ratingagentur Fitch habe schon vor Wochen mit einem deutlichen Downgrade Spaniens von "A" auf "BBB" auf die schwache Verfassung des Landes reagiert. Und auch Moody's habe Mitte Juni das Land von "A3" auf "Baa3" zurückgestuft. Damit stehe Spanien kurz davor, seinen Investment Grade-Status zu verlieren. Halte die schwache Entwicklung an, dürfte dies nur noch eine Frage der Zeit sein.
Die Unsicherheit an den Anleihemärkten habe sich nach dem jüngsten EU-Gipfel etwas abgeschwächt. Die eingeleiteten Maßnahmen sollten aber nicht überbewertet werden und es müsse abgewartet werden, ob die angeschlagenen Nationen bei ihrer Haushaltskonsolidierung bald Fortschritte machen würden.
Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research könnten Staatsanleihen von Spanien dennoch eine interessante Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor sein. Hier böten sich ggf. eher kurzlaufende Anleihen wie zum Beispiel diese (ISIN ES00000121H0 / WKN A0T2H6) an. Die Papiere würden aber weiterhin eher für spekulativ veranlagte Anleger interessant bleiben. (Analyse vom 11.09.2012) (11.09.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen.
Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Mario Draghi habe die Märkte in der letzten Woche nicht enttäuscht und seinen Worten Taten folgen lassen. Er habe umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Euro-Schuldenkrise vorgestellt und u.a. unbegrenzte Anleihekäufe von angeschlagenen Euro-Staaten in Aussicht gestellt, sofern diese strenge Regularien erfüllen würden. Damit wolle er u.a. die hohen Zinsaufschläge, die Länder wie Italien oder Spanien, immer noch zahlen müssten, verringern und deren Mittelbeschaffung über den Finanzmarkt sichern.
Die angekündigten Maßnahmen hätten ihre Wirkung nicht verfehlt und die europäischen Aktienmärkte hätten mit einem Kursfeuerwerk reagiert. Aber auch die Renditen von hochverschuldeten Euroländern wie Spanien und Italien seien weiter gesunken. Zum Beispiel rentiere die Anleihe (ISIN ES00000120G4 / WKN A0GFQ1) inzwischen bei 97,20%, nachdem sie Mitte Juli nur bei rund 87% notiert habe.
Dennoch dürfe nicht darüber hinweg gesehen werden, dass Spanien mit massiven Problemen zu kämpfen habe. So habe sich die Wirtschaft im zweiten Quartal 2012 schwächer als erwartet entwickelt. Das BIP sei nach einer zweiten Schätzung um 1,3% zum entsprechenden Vorjahresmonat zurückgegangen. In einer ersten Schätzung sei noch ein Rückgang von 1,0% ermittelt worden. Im ersten Quartal sei die viertgrößte Wirtschaft der Eurozone noch um 0,6% zum Vorjahr geschrumpft. Die spanische Regierung erwarte für Spanien für dieses Jahr einen BIP-Rückgang von 1,5%. Die Konsensschätzungen würden dagegen schon bei -1,7% bis -2,0% liegen. Zudem habe sich zuletzt im August die Inflationsrate auf 2,7% erhöht, nachdem sie im Vormonat noch bei 2,2% gelegen habe.
Dass für 2012 und 2013 hinsichtlich der massiven Sparmaßnahmen keine großen Sprünge zu erwarten seien, sei keine Überraschung. Dem Land könnte es aber gelingen, die Krise zu meistern, auch wenn man dazu nun die Hilfe der EU in Anspruch nehme. Immerhin seien zuletzt ermutigende Anzeichen vom spanischen Häusermarkt gekommen. So habe sich die negative Dynamik der spanischen Hausverkäufe spürbar abgeschwächt.
Die Ratingagentur Fitch habe schon vor Wochen mit einem deutlichen Downgrade Spaniens von "A" auf "BBB" auf die schwache Verfassung des Landes reagiert. Und auch Moody's habe Mitte Juni das Land von "A3" auf "Baa3" zurückgestuft. Damit stehe Spanien kurz davor, seinen Investment Grade-Status zu verlieren. Halte die schwache Entwicklung an, dürfte dies nur noch eine Frage der Zeit sein.
Die Unsicherheit an den Anleihemärkten habe sich nach dem jüngsten EU-Gipfel etwas abgeschwächt. Die eingeleiteten Maßnahmen sollten aber nicht überbewertet werden und es müsse abgewartet werden, ob die angeschlagenen Nationen bei ihrer Haushaltskonsolidierung bald Fortschritte machen würden.
Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research könnten Staatsanleihen von Spanien dennoch eine interessante Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor sein. Hier böten sich ggf. eher kurzlaufende Anleihen wie zum Beispiel diese (ISIN ES00000121H0 / WKN A0T2H6) an. Die Papiere würden aber weiterhin eher für spekulativ veranlagte Anleger interessant bleiben. (Analyse vom 11.09.2012) (11.09.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen.
Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Werte im Artikel



