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Niederlande-Anleihe: Trotz Top-Bonität passable Rendite
13.07.12 12:00
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Henning Wagener, hält die Anleihe (ISIN NL0000102275 / WKN A0GND4) der Niederlande für eine interessante Alternative gegenüber Bundesanleihen.
Die Staatsanleihe, emittiert vom Königreich der Niederlande, sei mit einem Kupon von 3,75% ausgestattet, laufe noch bis zum 15.01.2023 und weise eine Stückelung von 1,00 auf. Bei einem aktuellen Kurs von 119,20 Prozent biete das Papier eine jährliche Rendite von mehr als 1,7 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.
Die europäische Schuldenkrise halte die Anleger weiterhin in Atem. Griechenland drohe ohne weitere finanzielle Hilfen unweigerlich die Insolvenz. Große Sorgen würden den Marktteilnehmern auch die Entwicklungen in Spanien und Italien bereiten. Der europäische Rettungsfonds EFSF werde dem spanischen Bankensektor Hilfsmittel von bis zu 100 Mrd. Euro zur Verfügung stellen. Allerdings bleibe die Nervosität der Anleger auch nach dieser Entscheidung weiterhin hoch.
Vor diesem Hintergrund würden Anleger aus Angst vor Verlusten immer mehr in Staatsanleihen solcher Länder flüchten, die eine Top-Bonität vorweisen könnten. Dies treibe die Rendite der Anleihen dieser Länder in den Keller. Zum erlauchten Kreis der "AAA" Länder zähle auch unser Nachbar Niederlande. Allerdings hätten die Niederländer derzeit mit einer Regierungskrise zu kämpfen. Die Minderheitsregierung sei an einem neuen Sparpaket zerbrochen. Der Ministerpräsident Mark Rutte habe daraufhin seinen Rücktritt erklärt. Auf Bitte von Königin Beatrix übernehme er aber vorläufig noch die Regierungsgeschäfte. Neuwahlen seien erst für Herbst 2012 zu erwarten. Dennoch habe sich die Übergangsregierung Ende April auf einen Kompromiss verständigen können, um das geforderte Defizitziel für 2013 von 3% zu erreichen. Dies sei positiv zu werten, da ansonsten Ratingabstufungen durch die großen Ratingagenturen gedroht hätten.
Zuletzt habe das Land allerdings mit positiven Wirtschaftsdaten aufwarten können. So erhole sich die niederländische Wirtschaft. Nach endgültigen Angaben der nationalen Statistikbehörde CBS sei das Bruttoinlandsprodukt des Landes in den ersten drei Monaten des Jahres nach saisonbereinigten Daten um 0,3 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Mitte Mai sei die nationale Statistikbehörde nach ersten Schätzungen hingegen noch von einem Rückgang um 0,2 Prozent ausgegangen. Volkswirte hätten nur eine Bestätigung der ersten Schätzung erwartet. Damit habe sich die Wirtschaft unseres Nachbarn wieder aus der Rezession befreit, nachdem sie in den vorangegangenen beiden Quartalen geschrumpft sei. Zudem habe sich die niederländische Inflationsrate im Juni 2012 stabilisiert. So seien die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat erneut um 2,1 Prozent angestiegen. Hierbei habe es sich um den niedrigsten Wert seit vierzehn Monaten gehandelt. Damit scheine auch das Inflationsproblem in den Niederlanden unter Kontrolle zu sein.
Ein Problem der Niederlande sei allerdings die hohe Abhängigkeit von Exporten in den Euro-Raum, da der Binnenmarkt einfach zu klein sei. Gleichzeitig hätten aber zahlreiche Euro-Länder finanzielle Probleme und würden daher nicht mehr im großen Stil niederländische Produkte kaufen. Die Staatsverschuldung des Landes befinde sich mit 63,9% des Bruttoinlandsproduktes allerdings noch auf einem relativ moderaten Niveau.
Vor diesem Hintergrund stellen niederländische Staatsanleihen nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research weiterhin eine solide Anlagealternative dar, zumal Investoren im Vergleich zu ähnlichen Anleihen aus Deutschland höhere Renditen vereinnahmen könnten. (Analyse vom 13.07.2012) (13.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Staatsanleihe, emittiert vom Königreich der Niederlande, sei mit einem Kupon von 3,75% ausgestattet, laufe noch bis zum 15.01.2023 und weise eine Stückelung von 1,00 auf. Bei einem aktuellen Kurs von 119,20 Prozent biete das Papier eine jährliche Rendite von mehr als 1,7 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.
Die europäische Schuldenkrise halte die Anleger weiterhin in Atem. Griechenland drohe ohne weitere finanzielle Hilfen unweigerlich die Insolvenz. Große Sorgen würden den Marktteilnehmern auch die Entwicklungen in Spanien und Italien bereiten. Der europäische Rettungsfonds EFSF werde dem spanischen Bankensektor Hilfsmittel von bis zu 100 Mrd. Euro zur Verfügung stellen. Allerdings bleibe die Nervosität der Anleger auch nach dieser Entscheidung weiterhin hoch.
Vor diesem Hintergrund würden Anleger aus Angst vor Verlusten immer mehr in Staatsanleihen solcher Länder flüchten, die eine Top-Bonität vorweisen könnten. Dies treibe die Rendite der Anleihen dieser Länder in den Keller. Zum erlauchten Kreis der "AAA" Länder zähle auch unser Nachbar Niederlande. Allerdings hätten die Niederländer derzeit mit einer Regierungskrise zu kämpfen. Die Minderheitsregierung sei an einem neuen Sparpaket zerbrochen. Der Ministerpräsident Mark Rutte habe daraufhin seinen Rücktritt erklärt. Auf Bitte von Königin Beatrix übernehme er aber vorläufig noch die Regierungsgeschäfte. Neuwahlen seien erst für Herbst 2012 zu erwarten. Dennoch habe sich die Übergangsregierung Ende April auf einen Kompromiss verständigen können, um das geforderte Defizitziel für 2013 von 3% zu erreichen. Dies sei positiv zu werten, da ansonsten Ratingabstufungen durch die großen Ratingagenturen gedroht hätten.
Ein Problem der Niederlande sei allerdings die hohe Abhängigkeit von Exporten in den Euro-Raum, da der Binnenmarkt einfach zu klein sei. Gleichzeitig hätten aber zahlreiche Euro-Länder finanzielle Probleme und würden daher nicht mehr im großen Stil niederländische Produkte kaufen. Die Staatsverschuldung des Landes befinde sich mit 63,9% des Bruttoinlandsproduktes allerdings noch auf einem relativ moderaten Niveau.
Vor diesem Hintergrund stellen niederländische Staatsanleihen nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research weiterhin eine solide Anlagealternative dar, zumal Investoren im Vergleich zu ähnlichen Anleihen aus Deutschland höhere Renditen vereinnahmen könnten. (Analyse vom 13.07.2012) (13.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


