BMW-Anleihe: Währungs-Spekulation für clevere Anleger


17.04.12 14:21
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst Sven Krupp von Anleihencheck Research hält die Unternehmensanleihe (ISIN XS0456453470 / WKN A1ANB9) des Premium-Automobilherstellers BMW für eine interessante Währungs-Spekulation.

Die Anleihe, offizieller Emittent sei die hundertprozentigen Tochtergesellschaft des Unternehmens die BMW Finance N.V., werde durch die BMW AG gesamtschuldnerisch garantiert. Die Anleihe sei mit einem attraktiven Kupon von 7,25% ausgestattet, laufe nur noch bis zum 09.10.2013 und weise eine Stückelung von 5.000 Australische Dollar (AUD) (entspreche rund 4.000 EUR) auf. Bei einem aktuellen Kurs von 103,49 AUD biete die Anleihe eine attraktive jährliche Rendite von 4,7%. Das Rating für die Anleihe durch die Agentur Moody's laute "A2". Damit liege die Einstufung im mittleren Investment-Grade-Bereich.

Die BMW Group habe sich mit ihren drei Marken BMW, MINI und Rolls-Royce als Automobilhersteller gezielt auf das Premium-Segment spezialisiert und zähle hier zu den führenden Anbietern. Neben der Produktion von Autos umfasse das Produktportfolio des Konzerns auch Motorräder.

BMW habe in der letzten Woche starke Absatzzahlen für den Monat März veröffentlicht. Demnach habe der Konzern im Berichtsmonat 185.728 Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce ausliefern können, was im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum (165.846 Modelle) einem Plus von 12,0 Prozent entspreche. Damit sei auch der bisherige Absatz-Rekordwert aus Juni 2011 von 165.855 verkauften Fahrzeugen deutlich übertroffen worden. Die Kernmarke BMW habe im März einen Absatzanstieg von 13,4 Prozent auf 153.004 Modelle verzeichnet. Die Marke MINI habe im März ein Absatzplus von 5,6 Prozent auf 32.421 Fahrzeuge verbucht. Im ersten Quartal habe der Premiumhersteller ebenfalls eine neue Bestmarke erzielt: Seit Jahresbeginn seien die Verkäufe um über 40.000 Fahrzeuge auf 425.528 Einheiten gestiegen, was einem Plus von 11,2 Prozent entspreche.

Nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research hat BMW mal wieder sehr gute Absatzzahlen publiziert. Diese würden verdeutlichen, dass der Autobauer international bestens aufgestellt sei und mit seiner Modellpolitik genau richtig liege. Die Unternehmensführung möchte mit ihren neuen Modellen wie dem BMW 6er Gran Coupé sowie der Modellüberarbeitung des Flaggschiffs BMW 7er die positive Absatzentwicklung im laufenden Jahr fortsetzen. Dabei wolle BMW nach wie vor stärker als der Gesamtmarkt wachsen und neue Absatzrekorde bei den Marken BMW, MINI und Rolls-Royce erzielen.

BMW bleibe auf Erfolgskurs und da sich zuletzt die Perspektiven für die Weltwirtschaft und die für BMW wichtigen Absatzmärkte (u.a. Nordamerika, China) spürbar aufgehellt hätten, sei auch für 2012 und darüber hinaus mit einer stabilen Entwicklung zu rechnen. Zwar sei Chinas Wirtschaftswachstum in Q1'2012 unerwartet auf "nur" noch 8,1% zurückgegangen, doch würden die Wachstumsaussichten für China weiterhin gut bleiben. Die Regierung in Peking habe die jüngst etwas überhitzte Konjunktur in den Griff bekommen und dürfte nun die Fiskalpolitik weiter lockern. Dennoch sollten Anleger die weitere Entwicklung in China genau beobachten.

Alles in allem halte man BMW neben Volkswagen und Daimler im Automobilsektor für einen der Top-Picks. Denn es sei bei einer stabilen Wirtschaft durchaus möglich, dass der Automobilkonzern seine Zielvorgaben für dieses Jahr übertreffe.

Für Anleger, denen aber ein Direktinvestment zu spekulativ erscheine, könnte die o.a. Währungsanleihe von BMW interessant sein. Der Clou des Papiers bestehe darin, dass es auf die Währung AUD laute. Der Aussie zähle derzeit zu den stabilsten Weltwährungen. Eine BMW-Anleihe auf EUR liege gut 2,5 Prozentpunkte unter der o.a. Anleihe. Zwar bestehe grundsätzlich ein Währungsrisiko, doch eine größere Abwertungsgefahr des Euro gegenüber dem AUD sehe man momentan nicht. Im Gegenteil, der AUD könnte gegenüber dem Euro durchaus noch weiter zulegen, was die Rendite der Währungsanleihe zusätzlich steigern würde. (Analyse vom 17.04.2012) (17.04.2012/alc/a/a)


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