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Anleihen: In den USA braut sich etwas zusammen
26.05.25 09:15
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Herabstufung der USA durch Moody`s, weitere Ausgabenpläne der US-Regierung – der Ruf von US-Staatsanleihen als "sicherer Hafen" gerät ins Wanken, so die Deutsche Börse AG.
"Die Nachrichten aus den USA und der Anstieg der US-Renditen haben den Markt insgesamt beunruhigt", berichte Marcus Mielert, der für Oddo BHF Anleihen handle. "Am Staatsanleihenmarkt braut sich etwas zusammen", melde auch ICF-Händler Arthur Brunner.
"Bei der Emission von US-Staatsanleihen mit Laufzeit von 20 Jahren und 5 Prozent-Kupon war die Nachfrage so niedrig, dass die Konsortialbanken viel mehr als sonst üblich übernehmen mussten", erkläre Brunner. Auch die Auktion neuer japanischer Staatsanleihen sei schleppend verlaufen. "Das färbt ab." Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege am Freitagmittag bei 2,62 Prozent nach 2,58 Prozent vor einer Woche. Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries seien diese Woche über 4,60 Prozent geklettert. Dreißigjährige hätten sogar 5,16 Prozent erreicht – so viel wie seit Herbst 2023 nicht mehr. Seit gestern habe sich die Lage leicht entspannt.
Mit Moody’s habe vergangenen Freitag nun auch die letzte der drei großen Rating-Agenturen den USA die Bestnote entzogen. Zudem habe das US-Repräsentantenhaus am gestrigen Donnerstag ein großes Steuersenkungspaket verabschiedet. Stimme der Senat noch zu, würde das US-Defizit in den kommenden Jahren noch stärker steigen. "Zweifel nehmen zu, ob die USA ihr hohes Staatsdefizit in den Griff bekommen können", kommentiere Analyst Rolf Schäffer von der LBBW. "Die Botschaft vieler Beobachter lautet: Wenn Amerika seine Finanzen nicht in Ordnung bringt, werden die Renditen amerikanischer Staatsanleihen weiter steigen."
Im Handel mit Staats- und staatsnahen Papieren seien Anfang der Woche rumänische Bonds gut angekommen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank beobachtet habe. "Das dürfte mit der Präsidentschaftswahl am Wochenende und dem Sieg des pro-europäischen Kandidaten zu tun gehabt haben", meine der Händler. Ein Beispiel: die bis 2038 laufende Anleihe, die aktuell 6,7 Prozent abwerfe (XS1768074319).
Im Bereich der Unternehmensanleihen werde weiter auf bekannte Namen aus der DAX-Familie gesetzt. Laut Daniel stehe etwa die bis 2031 laufende BMW-Anleihe mit aktueller Rendite von 3,19 Prozent (XS3075490188) auf den Einkaufslisten. Ebenfalls gesucht: MTU Aero Engines mit Fälligkeit 2031 (XS2887896574) und aktuell 3,35 Prozent.
Der Markt für Neuemissionen laufe weiter gut. So habe Autozulieferer und Tech-Konzern Bosch Anleihen in mehreren Tranchen im Wert von über vier Milliarden Euro begeben, wie Mielert von Oddo BHF berichte. Auch Südzucker sei mit neuen Bonds auf den Markt gekommen. In beiden Fällen liege die Mindestanlagesumme allerdings bei 100.000 Euro.
Seit dieser Woche im Handel sei die neue Anleihe von Homann Holzwerkstoffe. Der Kupon sei bei 7,5 Prozent festgelegt worden bei einer Laufzeit bis 2032 (NO0013536169). Daniel melde Käufe. Der Kurs liege am Freitagmittag bei 100,45 Prozent.
Erfolgreich platziert worden sei zudem die neue, 2030 fällige Anleihe von SV Werder Bremen mit Kupon von 5,75 Prozent (DE000A4DFGZ7). Das Volumen sei wegen hoher Nachfrage sogar von 20 auf 25 Millionen Euro aufgestockt worden. Auch so hätten nicht alle eingegangenen Zeichnungen vollständig berücksichtigt werden können. "Die Anleihe ist sehr gefragt und wird jetzt zu 101,49 Prozent gehandelt", berichte Brunner.
Ganz anders sehe es aus im Fall von Zweitligist Hertha BSC (SE0011337054), wie Brunner feststellt. "Die Hertha-Anleihe wird nur zu 92 Prozent gehandelt", berichte er. Der Bond mit Kupon von 10,5 Prozent sei im November dieses Jahres fällig und solle refinanziert werden. Hertha wolle neben der Verlängerung um drei Jahre auch eine Absenkung des Kupons auf 6,5 Prozent erreichen. Ein erster Anlauf sei gescheitert, dem Fußballclub zufolge hätten nicht genug Gläubiger am Verfahren teilgenommen. (Ausgabe vom 23.05.2025) (26.05.2025/alc/a/a)
"Die Nachrichten aus den USA und der Anstieg der US-Renditen haben den Markt insgesamt beunruhigt", berichte Marcus Mielert, der für Oddo BHF Anleihen handle. "Am Staatsanleihenmarkt braut sich etwas zusammen", melde auch ICF-Händler Arthur Brunner.
"Bei der Emission von US-Staatsanleihen mit Laufzeit von 20 Jahren und 5 Prozent-Kupon war die Nachfrage so niedrig, dass die Konsortialbanken viel mehr als sonst üblich übernehmen mussten", erkläre Brunner. Auch die Auktion neuer japanischer Staatsanleihen sei schleppend verlaufen. "Das färbt ab." Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege am Freitagmittag bei 2,62 Prozent nach 2,58 Prozent vor einer Woche. Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries seien diese Woche über 4,60 Prozent geklettert. Dreißigjährige hätten sogar 5,16 Prozent erreicht – so viel wie seit Herbst 2023 nicht mehr. Seit gestern habe sich die Lage leicht entspannt.
Mit Moody’s habe vergangenen Freitag nun auch die letzte der drei großen Rating-Agenturen den USA die Bestnote entzogen. Zudem habe das US-Repräsentantenhaus am gestrigen Donnerstag ein großes Steuersenkungspaket verabschiedet. Stimme der Senat noch zu, würde das US-Defizit in den kommenden Jahren noch stärker steigen. "Zweifel nehmen zu, ob die USA ihr hohes Staatsdefizit in den Griff bekommen können", kommentiere Analyst Rolf Schäffer von der LBBW. "Die Botschaft vieler Beobachter lautet: Wenn Amerika seine Finanzen nicht in Ordnung bringt, werden die Renditen amerikanischer Staatsanleihen weiter steigen."
Im Bereich der Unternehmensanleihen werde weiter auf bekannte Namen aus der DAX-Familie gesetzt. Laut Daniel stehe etwa die bis 2031 laufende BMW-Anleihe mit aktueller Rendite von 3,19 Prozent (XS3075490188) auf den Einkaufslisten. Ebenfalls gesucht: MTU Aero Engines mit Fälligkeit 2031 (XS2887896574) und aktuell 3,35 Prozent.
Der Markt für Neuemissionen laufe weiter gut. So habe Autozulieferer und Tech-Konzern Bosch Anleihen in mehreren Tranchen im Wert von über vier Milliarden Euro begeben, wie Mielert von Oddo BHF berichte. Auch Südzucker sei mit neuen Bonds auf den Markt gekommen. In beiden Fällen liege die Mindestanlagesumme allerdings bei 100.000 Euro.
Seit dieser Woche im Handel sei die neue Anleihe von Homann Holzwerkstoffe. Der Kupon sei bei 7,5 Prozent festgelegt worden bei einer Laufzeit bis 2032 (NO0013536169). Daniel melde Käufe. Der Kurs liege am Freitagmittag bei 100,45 Prozent.
Erfolgreich platziert worden sei zudem die neue, 2030 fällige Anleihe von SV Werder Bremen mit Kupon von 5,75 Prozent (DE000A4DFGZ7). Das Volumen sei wegen hoher Nachfrage sogar von 20 auf 25 Millionen Euro aufgestockt worden. Auch so hätten nicht alle eingegangenen Zeichnungen vollständig berücksichtigt werden können. "Die Anleihe ist sehr gefragt und wird jetzt zu 101,49 Prozent gehandelt", berichte Brunner.
Ganz anders sehe es aus im Fall von Zweitligist Hertha BSC (SE0011337054), wie Brunner feststellt. "Die Hertha-Anleihe wird nur zu 92 Prozent gehandelt", berichte er. Der Bond mit Kupon von 10,5 Prozent sei im November dieses Jahres fällig und solle refinanziert werden. Hertha wolle neben der Verlängerung um drei Jahre auch eine Absenkung des Kupons auf 6,5 Prozent erreichen. Ein erster Anlauf sei gescheitert, dem Fußballclub zufolge hätten nicht genug Gläubiger am Verfahren teilgenommen. (Ausgabe vom 23.05.2025) (26.05.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 78,20 € | 77,515 € | - € | 0,00% | 16.04./20:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS1768074319 | A19V3T | 82,10 € | 66,62 € | |
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