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Anleihen: GRENKE zwischenzeitlich erholt
26.10.20 11:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Für die Europäische Union ist die Auflage ihrer ersten Anleihen im Rahmen von SURE ein voller Erfolg, so die Deutsche Börse AG.
Die als Social Bonds konzipierten Papiere mit Laufzeiten von zehn und 15 Jahren im Volumen von zusammen 17 Milliarden Euro seien mit Bestellungen von 233 Milliarden Euro rekordverdächtig überzeichnet gewesen. Die SURE-Mittel - das Kürzel stehe für Support to mitigate Unemployment Risks in an Emergency - könnten Mitgliedsstaaten in Krisenzeiten wie Corona zur Aufstockung ihrer Arbeitslosenversicherungen oder zur Zahlung von Kurzarbeitsgeldern nutzen.
Der Zins von 0,13 Prozent für das 20-jährige und minus 0,24 für das zehnjährige Papier scheine institutionelle Anleger nicht zu verschrecken. Immerhin liege die Rendite über der von Bundesanleihen gleicher Laufzeit. Anders als bislang werde die Staatengemeinschaft künftig in größerem Stil am Emissionsmarkt gehandelt. Mit den geplanten SURE-Bonds in Höhe von 88 Milliarden Euro und dem größeren Wiederaufbaufonds würden sich für die kommenden Jahre EU-Bonds im Volumen von über 800 Milliarden Euro in der Pipeline befinden. Ratingagenturen würden EU-Anleihen zudem mit Bestnoten bewerten. Das seien für so manchen Analysten gute Voraussetzungen, um eine Angebotsverschiebung sicherer Euro-Anleihen auszulösen.
Noch sei es für die Helaba verfrüht, Bundesanleihen die Benchmark-Rolle im Euroraum abzusprechen. EU-Bonds hätten sich aber auch auf internationaler Ebene mit rasender Geschwindigkeit etabliert.
Im Handel mit Unternehmensanleihen sehe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Erholungstendenzen in GRENKE-Bonds (ISIN XS2078696866 / WKN A2R98B, ISIN XS1527138272 / WKN A189PU). Bei der Börse Frankfurt zähle ein in 2022 fälliges Grenke-Papier mit einem Kupon von 0,875 Prozent zu den meist gehandelten Werten. Die überwiegenden Käufe stünden Daniel zufolge im Licht einer Mitteilung des Leasing-Spezialisten. Hinsichtlich der im Raum stehenden Betrugsvorwürfe durch die Investorengruppe Viceroy habe Warth & Klein Grant Thornton demnach bei den bislang geprüften Übernahmen der Franchise-Partner durch GRENKE keine Auffälligkeiten gefunden. Offizielle Ergebnisse stünden allerdings noch aus.
Ein Angebot von Liberty Steel zur Übernahme der Stahlsparte von thyssenkrupp sei für die Aktie des Essener Konzern wohl lediglich ein Strohfeuer gewesen, wie Daniel feststelle. Eine thyssen-Anleihe (ISIN DE000A2TEDB8 / WKN A2TEDB) mit Fälligkeit im Februar 2024 und einem Kupon von 2,875 Prozent habe auf Wochensicht von 96 auf rund 95 Prozent verloren. Neben Liberty Steel würden die indische Tata Steel und das chinesische Unternehmen Baosteel als mögliche Käufer gelten. SSAB aus Schweden sei eigenen Angaben zufolge nicht interessiert.
Ab Montag bis voraussichtlich 9. November 2020 könnten Anleger eine neue fünfjährige Noratis-Anleihe mit einem jährlichen Zinssatz von 5,5 Prozent zeichnen. Die Einbeziehung der Anleihe in den Börsenhandel der Frankfurter Wertpapierbörse sei für den 11. November geplant. Mit den Erlösen - insgesamt sollten bis zu 50 Millionen Euro aufgenommen werden - wolle der Immobilien-Spezialist zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum in Deutschland entwickeln. Aktuell verfüge Noratis über mehr als 3.400 Wohnungen in der Bundesrepublik.
Von einer voestalpine-Anleihe mit einem Kupon von 1,75 Prozent hätten sich Anleger Daniel zufolge getrennt. Die eher kleineren Abgaben führe der Händler auf Meldungen über zusätzliche Abschreibungen für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von 200 Millionen Euro zurück. Der Stahl- und Technologiekonzern mache hauptsächlich die Corona-Pandemie und damit verbundene veränderte Rahmenbedingungen dafür verantwortlich. (Ausgabe vom 23.10.2020) (26.10.2020/alc/a/a)
Die als Social Bonds konzipierten Papiere mit Laufzeiten von zehn und 15 Jahren im Volumen von zusammen 17 Milliarden Euro seien mit Bestellungen von 233 Milliarden Euro rekordverdächtig überzeichnet gewesen. Die SURE-Mittel - das Kürzel stehe für Support to mitigate Unemployment Risks in an Emergency - könnten Mitgliedsstaaten in Krisenzeiten wie Corona zur Aufstockung ihrer Arbeitslosenversicherungen oder zur Zahlung von Kurzarbeitsgeldern nutzen.
Der Zins von 0,13 Prozent für das 20-jährige und minus 0,24 für das zehnjährige Papier scheine institutionelle Anleger nicht zu verschrecken. Immerhin liege die Rendite über der von Bundesanleihen gleicher Laufzeit. Anders als bislang werde die Staatengemeinschaft künftig in größerem Stil am Emissionsmarkt gehandelt. Mit den geplanten SURE-Bonds in Höhe von 88 Milliarden Euro und dem größeren Wiederaufbaufonds würden sich für die kommenden Jahre EU-Bonds im Volumen von über 800 Milliarden Euro in der Pipeline befinden. Ratingagenturen würden EU-Anleihen zudem mit Bestnoten bewerten. Das seien für so manchen Analysten gute Voraussetzungen, um eine Angebotsverschiebung sicherer Euro-Anleihen auszulösen.
Im Handel mit Unternehmensanleihen sehe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Erholungstendenzen in GRENKE-Bonds (ISIN XS2078696866 / WKN A2R98B, ISIN XS1527138272 / WKN A189PU). Bei der Börse Frankfurt zähle ein in 2022 fälliges Grenke-Papier mit einem Kupon von 0,875 Prozent zu den meist gehandelten Werten. Die überwiegenden Käufe stünden Daniel zufolge im Licht einer Mitteilung des Leasing-Spezialisten. Hinsichtlich der im Raum stehenden Betrugsvorwürfe durch die Investorengruppe Viceroy habe Warth & Klein Grant Thornton demnach bei den bislang geprüften Übernahmen der Franchise-Partner durch GRENKE keine Auffälligkeiten gefunden. Offizielle Ergebnisse stünden allerdings noch aus.
Ein Angebot von Liberty Steel zur Übernahme der Stahlsparte von thyssenkrupp sei für die Aktie des Essener Konzern wohl lediglich ein Strohfeuer gewesen, wie Daniel feststelle. Eine thyssen-Anleihe (ISIN DE000A2TEDB8 / WKN A2TEDB) mit Fälligkeit im Februar 2024 und einem Kupon von 2,875 Prozent habe auf Wochensicht von 96 auf rund 95 Prozent verloren. Neben Liberty Steel würden die indische Tata Steel und das chinesische Unternehmen Baosteel als mögliche Käufer gelten. SSAB aus Schweden sei eigenen Angaben zufolge nicht interessiert.
Ab Montag bis voraussichtlich 9. November 2020 könnten Anleger eine neue fünfjährige Noratis-Anleihe mit einem jährlichen Zinssatz von 5,5 Prozent zeichnen. Die Einbeziehung der Anleihe in den Börsenhandel der Frankfurter Wertpapierbörse sei für den 11. November geplant. Mit den Erlösen - insgesamt sollten bis zu 50 Millionen Euro aufgenommen werden - wolle der Immobilien-Spezialist zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum in Deutschland entwickeln. Aktuell verfüge Noratis über mehr als 3.400 Wohnungen in der Bundesrepublik.
Von einer voestalpine-Anleihe mit einem Kupon von 1,75 Prozent hätten sich Anleger Daniel zufolge getrennt. Die eher kleineren Abgaben führe der Händler auf Meldungen über zusätzliche Abschreibungen für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von 200 Millionen Euro zurück. Der Stahl- und Technologiekonzern mache hauptsächlich die Corona-Pandemie und damit verbundene veränderte Rahmenbedingungen dafür verantwortlich. (Ausgabe vom 23.10.2020) (26.10.2020/alc/a/a)
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