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Anleihen: "Kleine Erholung nach Kursrutsch"
15.04.24 10:17
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach einer deutlichen Verkaufswelle kehrt zum Wochenende etwas Ruhe ein an den Anleihemärkten, so die Deutsche Börse AG.
Die über den Erwartungen liegenden US-Verbraucherpreiszahlen vom März hätten vergangene Woche zu deutlichen Kursverlusten geführt - und die Renditen kräftig steigen lassen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei bis auf 2,47 Prozent geklettert, die von US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit bis auf 4,59 Prozent. Am Freitag sei es hierzulande zu einer kleinen Gegenbewegung gekommen: Bundrenditen seien wieder auf 2,39 Prozent gefallen - und damit in etwa das Niveau der vergangenen zwei Monate.
"Der Inflationsanstieg im Monatsvergleich lag mit 0,4 Prozent zwar nur ein Zehntel Prozentpunkt über den Schätzungen, erwischte die Anleger aber trotzdem auf dem falschen Fuß", bemerke Rentenmarktanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank. Ohne große Auswirkungen sei hingegen die EZB-Sitzung am Donnerstag geblieben. Die Deutsche Bank spreche von einem "ziemlichen Non-Event". Der Einlagensatz verharre, wie erwartet, bei 4 Prozent. "Marktübergreifend haben die unerwartet hohen Inflationsdaten aus den USA vom Mittwoch immer noch einen größeren Impact."
Alles sehe nach einem Vorangehen der EZB aus: Für die EZB werde an den Geldterminmärkten mit einer Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent eine erste Zinssenkung für den 6. Juni eingepreist, wie die Deutsche Bank berichte, für die US-Notenbank für den 12. Juni nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent.
Im Handel mit Staatsanleihen gehe viel um in US-Treasuries, etwa 2025 (ISIN US912828Y792 / WKN A1931M) und 2027 fälligen (ISIN US91282CFM82 / WKN A3K92B), wie Tim Oechsner von der Steubing AG melde. Die Bonds würden aktuell mit 4,9 und 4,7 Prozent rentieren.
Unternehmensanleihen seien weiter gefragt. "Die Kaufseite überwiegt klar", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. Durch den Kursrückgang vergangene Woche würden auch alte Limit Order ausgeführt. Käufe sehe er etwa für eine bis 2026 laufende Nullkupon-Anleihe von Nestlé mit aktueller Rendite von 3,1 Prozent. "Die wird jetzt wiederentdeckt." Weiter viel gekauft werde zudem die bis Herbst 2025 laufende Anleihe (ISIN XS2078696866 / WKN A2R98B) von Grenke Finance. Die habe sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich aufwärts entwickelt und werfe mittlerweile eine Rendite von 4,06 Prozent ab.
Oechsner melde gute Nachfrage nach Bonds aus der Autobranche wie Porsche (ISIN XS2615940215 / WKN A351ML; ISIN XS2643320109 / WKN A351SX), Daimler, Continental und VW (ISIN XS2694874533 / WKN A3514V). Diese seien zwischen 2025 und 2031 fällig, die Renditen lägen aktuell zwischen 3,3 und 3,8 Prozent. Auch TUI-Anleihen kämen gut an. Ebenfalls gefragt: Langläufer, etwa von Allianz bis 2043 und mit aktueller Rendite von fast 5 Prozent, oder EnBW bis 2039 und 3,8 Prozent. Für den Allianz-Bond liege die Mindestanlage allerdings bei 100.000 Euro.
Unverändert schwach zeige sich Daniel zufolge die am 30. April fällige Anleihe von FCR Immobilien, nachdem das Unternehmen die Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2023 habe verschieben müssen. Die Anleihe werde aktuell um 97 zu 98 Prozent gehandelt, auch andere FCR-Anleihen (ISIN DE000A352AX7 / WKN A352AX; ISIN DE000A254TQ9 / WKN A254TQ) seien unter Druck. "Offenbar besteht eine Restunsicherheit, ob die Anleihe planmäßig zurückgezahlt werden kann."
Neues komme von der Porsche Automobil Holding SE, wie Marcus Mielert von Oddo BHF berichte - und zwar im Volumen von 1,6 Milliarden Euro und in zwei Tranchen. Die Achtjährige (ISIN XS2802892054 / WKN A383H8) biete 4,125 Prozent, die Fünfjährige (ISIN XS2802891833 / WKN A383H7) 3,75 Prozent. Mit einer Stückelung von 1.000 Euro richte sich Porsche SE auch an Private. Dem Konzern zufolge sei die Anleihe mehrfach überzeichnet gewesen. Die Porsche SE sei die Holding der Familien Porsche und Piëch und halte vor allem die Mehrheit der VW-Stammaktien.
Daniel verweise zudem auf eine neue fünfjähre Anleihe (ISIN NO0013168005 / WKN A3825C) der Karlsberg Brauerei, die noch bis zum 25. April gezeichnet werden könne - vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung des Orderbuchs. Der Kupon solle bei 6 bis 7 Prozent liegen. "Die alte, bis 2025 laufende Anleihe (ISIN DE000A254UR5 / WKN A254UR) mit 4,25 Prozent-Kupon wird eher verkauft, trotz gutem Umtauschangebot des Unternehmens." (Ausgabe vom 12.04.2024) (15.04.2024/alc/a/a)
Die über den Erwartungen liegenden US-Verbraucherpreiszahlen vom März hätten vergangene Woche zu deutlichen Kursverlusten geführt - und die Renditen kräftig steigen lassen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei bis auf 2,47 Prozent geklettert, die von US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit bis auf 4,59 Prozent. Am Freitag sei es hierzulande zu einer kleinen Gegenbewegung gekommen: Bundrenditen seien wieder auf 2,39 Prozent gefallen - und damit in etwa das Niveau der vergangenen zwei Monate.
"Der Inflationsanstieg im Monatsvergleich lag mit 0,4 Prozent zwar nur ein Zehntel Prozentpunkt über den Schätzungen, erwischte die Anleger aber trotzdem auf dem falschen Fuß", bemerke Rentenmarktanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank. Ohne große Auswirkungen sei hingegen die EZB-Sitzung am Donnerstag geblieben. Die Deutsche Bank spreche von einem "ziemlichen Non-Event". Der Einlagensatz verharre, wie erwartet, bei 4 Prozent. "Marktübergreifend haben die unerwartet hohen Inflationsdaten aus den USA vom Mittwoch immer noch einen größeren Impact."
Alles sehe nach einem Vorangehen der EZB aus: Für die EZB werde an den Geldterminmärkten mit einer Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent eine erste Zinssenkung für den 6. Juni eingepreist, wie die Deutsche Bank berichte, für die US-Notenbank für den 12. Juni nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent.
Unternehmensanleihen seien weiter gefragt. "Die Kaufseite überwiegt klar", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. Durch den Kursrückgang vergangene Woche würden auch alte Limit Order ausgeführt. Käufe sehe er etwa für eine bis 2026 laufende Nullkupon-Anleihe von Nestlé mit aktueller Rendite von 3,1 Prozent. "Die wird jetzt wiederentdeckt." Weiter viel gekauft werde zudem die bis Herbst 2025 laufende Anleihe (ISIN XS2078696866 / WKN A2R98B) von Grenke Finance. Die habe sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich aufwärts entwickelt und werfe mittlerweile eine Rendite von 4,06 Prozent ab.
Oechsner melde gute Nachfrage nach Bonds aus der Autobranche wie Porsche (ISIN XS2615940215 / WKN A351ML; ISIN XS2643320109 / WKN A351SX), Daimler, Continental und VW (ISIN XS2694874533 / WKN A3514V). Diese seien zwischen 2025 und 2031 fällig, die Renditen lägen aktuell zwischen 3,3 und 3,8 Prozent. Auch TUI-Anleihen kämen gut an. Ebenfalls gefragt: Langläufer, etwa von Allianz bis 2043 und mit aktueller Rendite von fast 5 Prozent, oder EnBW bis 2039 und 3,8 Prozent. Für den Allianz-Bond liege die Mindestanlage allerdings bei 100.000 Euro.
Unverändert schwach zeige sich Daniel zufolge die am 30. April fällige Anleihe von FCR Immobilien, nachdem das Unternehmen die Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2023 habe verschieben müssen. Die Anleihe werde aktuell um 97 zu 98 Prozent gehandelt, auch andere FCR-Anleihen (ISIN DE000A352AX7 / WKN A352AX; ISIN DE000A254TQ9 / WKN A254TQ) seien unter Druck. "Offenbar besteht eine Restunsicherheit, ob die Anleihe planmäßig zurückgezahlt werden kann."
Neues komme von der Porsche Automobil Holding SE, wie Marcus Mielert von Oddo BHF berichte - und zwar im Volumen von 1,6 Milliarden Euro und in zwei Tranchen. Die Achtjährige (ISIN XS2802892054 / WKN A383H8) biete 4,125 Prozent, die Fünfjährige (ISIN XS2802891833 / WKN A383H7) 3,75 Prozent. Mit einer Stückelung von 1.000 Euro richte sich Porsche SE auch an Private. Dem Konzern zufolge sei die Anleihe mehrfach überzeichnet gewesen. Die Porsche SE sei die Holding der Familien Porsche und Piëch und halte vor allem die Mehrheit der VW-Stammaktien.
Daniel verweise zudem auf eine neue fünfjähre Anleihe (ISIN NO0013168005 / WKN A3825C) der Karlsberg Brauerei, die noch bis zum 25. April gezeichnet werden könne - vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung des Orderbuchs. Der Kupon solle bei 6 bis 7 Prozent liegen. "Die alte, bis 2025 laufende Anleihe (ISIN DE000A254UR5 / WKN A254UR) mit 4,25 Prozent-Kupon wird eher verkauft, trotz gutem Umtauschangebot des Unternehmens." (Ausgabe vom 12.04.2024) (15.04.2024/alc/a/a)
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