Air Berlin-Unternehmensanleihe: Tolle Rendite, aber Absturzgefahr


06.09.12 14:56
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Nach Ansicht des Analysten Henning Wagener von Anleihencheck Research bietet eine Unternehmensanleihe (ISIN DE000AB100A6 / WKN AB100A) von Air Berlin zwar eine sehr lukrative Rendite. Allerdings ist die Anleihe nur für sehr spekulativ orientierte Investoren geeignet.

Air Berlin sei gemessen am Passagieraufkommen die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Dabei versuche sich der Konzern durch die Kombination eines günstigen Preises mit einem perfekten Service von den Billiganbietern abzuheben. Durch diverse Zukäufe habe die Gesellschaft in den vergangenen Jahren seine Geschäftstätigkeit deutlich ausgeweitet.

Der Konzern habe Passagierzahlen für den abgelaufenen Monat August bekannt gegeben. Demnach habe das Unternehmen im abgelaufenen Monat im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat bei den Passagierzahlen einen Rückgang um 5 Prozent auf 3,573 Mio. Fluggäste verzeichnen müssen. Die Kapazität sei allerdings gleichzeitig um 4,2 Prozent verringert worden, so dass sich bei der Auslastung lediglich ein Rückgang um etwa 0,7 Prozentpunkte auf rund 84,5 Prozent ergeben habe.

In den ersten acht Monaten habe sich damit bei Air Berlin ein Rückgang der Passagierzahlen um 5,3 Prozent ergeben. Da gleichzeitig die Kapazität um 6,8 Prozent zurückgefahren worden sei, habe sich die Auslastung um 1,2 Prozentpunkte auf 79,25 Prozent verbessert.

Die vorgelegten Zahlen sind nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research verhalten ausgefallen. Der Konzern sei bestrebt, nach jahrelangen Verlusten durch einen Schrumpfkurs wieder in die Gewinnzone zu kommen. In diesem Zusammenhang würden unrentable Flüge aus dem Programm genommen. Das Unternehmen leide zudem derzeit unter dem gestiegenen Kerosinpreis.

Im zweiten Quartal 2012 habe der Konzern wieder einen deutlichen Verlust erwirtschaftet. Zwar sei der Umsatz leicht auf 1,14 Mrd. Euro gestiegen, gleichzeitig sei aber ein Nettoverlust von 66,2 Mio. Euro angefallen. Die Nettoverschuldung habe sich unterdessen zum Halbjahresende auf 811,9 Mio. Euro erhöht. Zwar habe die bilanzielle Lage durch das Bündnis mit Etihad Airways etwas verbessert werden können, insgesamt bleibe sie aber weiterhin kritisch. Gleichzeitig erscheine es auch vor dem Hintergrund einer zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Eintrübung fraglich, ob der Konzern vor 2014 auf EBIT-Basis in die Gewinnzone werde vorfliegen können.

Vor diesem Hintergrund sehen die Analysten von Anleihencheck Research in der oben genannten Unternehmensanleihe von Air Berlin ein hochspekulatives Investment. Die Anleihe habe noch eine Laufzeit bis zum 10. November 2015 und sei mit einem Kupon von 8,50 Prozent ausgestattet. Beim aktuellen Kurs von 92,01 Prozent errechne sich damit eine jährliche Rendite von über 12 Prozent. (Analyse vom 06.09.2012) (06.09.2012/alc/a/a)


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