Air Berlin-Anleihe: No risk, no fun


29.11.11 10:06
Anleihencheck Research

Westerburg (anleihencheck.de) - Der Analyst Sven Krupp von Anleihencheck Research hält die Anleihe (ISIN DE000AB100A6 / WKN AB100A) der Fluggesellschaft Air Berlin für ein spekulatives, aber sehr interessantes Investment.

Air Berlin sei gemessen am Passagieraufkommen die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Dabei versuche der Konzern, sich durch die Kombination eines günstigen Preises mit einem perfekten Service von den Billiganbietern abzuheben. Durch diverse Zukäufe habe der Konzern in den vergangenen Jahren seine Geschäftstätigkeit deutlich ausgeweitet.

Mitte November habe Air Berlin schwache Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2011 veröffentlicht. Demnach sei es bei einem Umsatzanstieg um 10,8% auf 1,38 Mrd. Euro zu einem deutlichen Ergebniseinbruch gekommen. Das EBITDAR sei von 336,4 Mio. auf 269,3 Mio. Euro gesunken; das EBIT sei von 171,7 Mio. auf 96,8 Mio. Euro gefallen. Ohne die Luftverkehrsteuer würde sich ein EBIT von 148,3 Mio. Euro ergeben. Der Nettogewinn habe sich von 135,9 Mio. auf 30,2 Mio. Euro verringert. Der Ausblick falle schwach aus: So erwarte der neue Firmenchef Hartmut Mehdorn für das laufende Geschäftsjahr, dass man beim EBIT nicht den Wert des Vorjahres in Höhe von -9 Mio. Euro erreichen werde und auch für 2012 habe er sich zurückhaltend geäußert, ob ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden könne.

Die Luftfahrtindustrie erlebe derzeit stürmische Zeiten: 2011 sei von einem steigendem Ölpreis, politischen Unruhen und der Euro-Schuldenkrise geprägt gewesen. Und mittlerweile würden viele Volkswirte für 2012 eine Rezession prognostizieren. Dies dürfte die sehr konjunktursensible Flugindustrie besonders hart treffen.

Da das Eigenkapital von Air Berlin zuletzt auf unter 400 Mio. Euro gesunken sei, dürfte Vorstandschef Hartmut Mehdorn derzeit vor allem nach neuen Investoren Ausschau halten. Auch sei es wichtig, weiter an der Kostenschraube zu drehen.

Die Analysten von Anleihencheck Research halten es für nicht unwahrscheinlich, dass es Hartmut Mehdorn gelingen werde, neue Investoren und somit auch frisches, dringend benötigtes Kapital für Air Berlin aufzutreiben. Dann könnte die Airline auch diesen Sturm überstehen und bei einer baldigen wirtschaftlichen Stabilisierung wieder operativ ruhigeren Zeiten entgegenfliegen. Solange bleibe Air Berlin aber nur etwas für mutige Spekulanten.

Die Analysten von Anleihencheck Research sehen in der oben angegebenen Anleihe von Air Berlin eine spekulative Anlagealternative für spekulative Investoren. Das Papier habe noch eine Laufzeit bis zum 10. November 2015 und sei mit einem Kupon von 8,50 Prozent ausgestattet. Beim aktuellen Kurs von 80,25 Prozent ergebe sich damit eine jährliche Rendite von 14,44 Prozent. (29.11.2011/alc/a/a)