4% Wienerberger-Anleihe 2020 verkaufen!


18.06.18 12:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) raten die in 2020 fällige 4% Anleihe (ISIN AT0000A100E2 / WKN A1HH8S) der Wienerberger AG auf Total Return Basis und Sicht von sechs Monaten zu verkaufen.

Die Wurzeln der Wienerberger AG lägen im Jahre 1819 mit der Gründung als österreichischer Ziegelhersteller. Von da an, habe sich Wienerberger vom Ziegelproduzenten zu einem internationalen Baustoffkonzern entwickelt, der die Geschäftsbereiche Clay Building Materials, Pipes & Pavers und North America vereinige. Mit 197 Produktionsstandorten in 30 Ländern zähle Wienerberger zu den größten Ziegelproduzenten weltweit (Hintermauerziegel Nr. Eins weltweit; Vormauerziegel Nr. Eins Europa und führende Position in den USA). Bei Tondachziegeln in Europa könne der Konzern ebenfalls die Position des Marktführers einnehmen, ebenso bei Betonsteinen in Zentral-Osteuropa. Mit seinen Rohrsystemen nehme er in Europa ebenfalls eine führende Positionen ein.

Mit rund 16.000 Mitarbeitern habe zuletzt ein Rekordumsatz von EUR 3,1 Mrd. (+5% vs. 2016) erwirtschaftet werden können. Die Aktien der Wienerberger AG befänden sich zu 100% im Streubesitz, wobei mit einem Anteil von 86% institutionelle Investoren deutlich überwiegen würden. Mehr als die Hälfte dieser komme aus dem angelsächsischen Raum.

Wienerberger sei es gelungen, die Kreditkennzahlen seit 2013 merklich zu verbessern. Diese Verbesserungen seien einerseits durch eine bessere operative Leistung gestützt worden und andererseits auch auf die Erholung der Schlüsselmärkte von Wienerberger in West- und Osteuropa sowie in geringem Maße in den USA zurückzuführen. Das von den Analysten der RBI berechnete Gearing verbesserte sich zuletzt auf 34%. Trotz geringerem von den Analysten der RBI berechneten EBITDA gegenüber der Vorjahresperiode blieb der von ihnen berechnete Leverage (Nettofinanzschuld (exkl. Hybridkapital)/EBITDA (2017: 1,8x) dank rückläufiger Nettofinanzschuld stabil.

Wienerberger gelang es 2017 einen Rekordumsatz von EUR 3,1 Mrd. zu generieren (+5% vs. 2016) und den Nettogewinn um rund 50% im Vergleich zur Vorjahresperiode auf EUR 123,2 Mio. zu steigern, so die Analysten der RBI. Aufgrund der Tilgung einer Hybridanleihe sei eine merkbare Senkung der Hybridkapitalkosten von EUR 31,5 Mio. auf EUR 14,1 Mio. erfolgt. Eine signifikante Verbesserung spiegele das Ergebnis nach Steuern wider (2017: EUR 140,6 Mio.; +22%). Dafür verantwortlich zeige sich sowohl eine operative Verbesserung als auch ein niedrigerer Steueraufwand. Die Ergebnisverbesserung habe sich auch auf das Eigenkapital (inklusive Hybridkapital) ausgewirkt, welches Ende 2017 EUR 1.911,2 Mio. (+3%) betragen habe.

Das Engagement im zyklischen Wohnungsneubau habe nur teilweise durch die akquirierten Rohrgeschäfte sowie dem Dachziegelgeschäft mit Renovierungsausgaben abgeschwächt werden können. Im Vergleich zu Peers wie Compagnie de Saint-Gobain SA oder CRH plc aus dem Segment Baustoffe weise Wienerberger eine relativ kleine und geografische Konzentration mit ihrem Geschäft auf. Was die Profitabilität anbelange, hinke das Unternehmen gegenüber seinen Peers ebenfalls etwas nach. Die operative EBITDA-Marge habe in den letzten Jahren im Bereich zwischen 10% und 13% gelegen (2017: 12%). Das EBIT sei zuletzt aufgrund gestiegener Wertminderungen des Sachanlagevermögens (2017: EUR 41,4 Mio.; 2016: EUR 19,7 Mio.) auf EUR 178,7 Mio. (2016: EUR 190,6 Mio.) gesunken.

Die Analysten der RBI empfehlen die in 2020 fällige 4% Anleihe der Wienerberger AG auf Total Return Basis und Sicht von sechs Monaten zu verkaufen. (Ausgabe vom 17.05.2018) (18.06.2018/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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