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Rendite-Sucher werden bei nachrangigen Unternehmensanleihen fündig
18.04.13 16:47
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die neu gegründete euroskeptische Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) prangert immer wieder gerne die Missstände der EU-Rettungspolitik an, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Hierbei werde auf den Maastricht-Vertrag verwiesen, der eine Schuldenübernahme durch andere Mitgliedsstaaten verbiete. Aber die vergangenen Monate haben uns in vielerlei Hinsicht gezeigt, dass Papier geduldig ist, bzw. Politiker oftmals unter Amnesie leiden, so die Analysten der Baader Bank. Es sei schon eine verrückte Zeit und niemand könne prognostizieren, wie sich die Europäische Gemeinschaft in den nächsten Jahren weiterentwickeln werde.
Fakt sei, dass Deutschland in den Krisenstaaten oftmals die Funktion des roten Tuches beim Stierkampf übernommen habe. Denn Deutschland werde dort nicht als Geldgeber gesehen, sondern als Ausbeuter, der eine Chance sehe, einen vermeintlichen Mitkonkurrenten zu unterjochen. Befremdlich sei hierbei, dass auch die heimischen Politiker kaum Drang verspüren würden, die Taten der Deutschen besser zu promoten und somit ihren Beitrag zu einem friedlichen Miteinander nicht leisten. Dies sei allerdings auch in gewissem Maße nachvollziehbar, denn die reformwillige Regierung Italiens unter Monti sei bei der jüngsten Wahl so abgestraft worden, dass sich viele Politiker gegen das Wohl der Gemeinschaft und für ihre eigene Karriere entscheiden würden. Und hierbei sei eine Unterstützung Deutschlands zu vermeiden. Somit komme das christliche Gebot der Eurofinanzkrise zum Tragen: "Nehmen ist seliger denn geben!".
Dass Deutschland in dieser Krise auch als einzige führende Industrienation einen ausgeglichenen Haushalt vor Augen habe, mache die Sache nicht einfacher. Die Refinanzierungskosten der Bundesrepublik sind durch die Staatsschuldenkrise in Euroland so tief gesunken, dass wir für Zinszahlungen wesentlich weniger aufwenden müssen als vor der Krise, so die Analysten der Baader Bank. Würde das Zinsniveau wieder ansteigen, würde auch der ausgeglichene Haushalt in weite Ferne rücken. Bei einem Schuldenberg Deutschlands von ca. 2,1 Bill. EUR würde jeder Prozentpunkt an höheren Refinanzierungskosten für den Bundeshaushalt eine jährliche Mehrbelastung von sage und schreibe 21 Mrd. EUR nach sich ziehen. Und dann wäre diese Erfolgsstory neu zu schreiben. Denn vor dem Hintergrund der in der Not niedrig gehaltenen Zinsen, sei Deutschland auch ein Profiteur der Krise.
Am Ende würden sie es mit deutlicher Mehrheit abnicken, denn die Majorität im Bundestag stehe bei der heutigen Abstimmung über die neuen Hilfen für Zypern nicht infrage. Union und FDP würden die erforderliche Mehrheit aus eigener Kraft aufbringen, SPD und Grüne hätten ebenfalls schon Zustimmung signalisiert. Bereits vergangene Woche habe die Eurogruppe grünes Licht für Zahlungen von 10 Mrd. EUR aus dem Rettungsfonds ESM und dem IWF gegeben, dem nun der Bundestag noch sein Plazet geben müsse. Weitere 13 Mrd. EUR solle Zypern aus eigener Kraft stemmen.
Genau diese Hilfen aber stünden rechtlich auf wackeligen Beinen. Sie würden nach Überzeugung des Freiburger Verfassungsrechtlers Dietrich Murswiek, der den CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler in dieser Sache vor dem Bundesverfassungsgericht vertrete, gegen den Vertrag über den Europäischen Stabilitätsmechanismus verstoßen. Demnach dürfe ein Land nur dann unterstützt werden, wenn dies zur "Wahrung der Finanzstabilität des gesamten Euro-Währungsgebiets insgesamt und seiner Mitgliedstaaten unabdingbar" sei. Es genüge also nicht, wenn einem Mitgliedsstaat die Pleite drohe. Von einem "systemischen Risiko", so Murswiek, fehle im Falle Zyperns jede Spur - eine Argumentation, die nüchtern betrachtet schwer von der Hand zu weisen sei.
Dass in der Causa Zypern weitere herrschende Regeln einfach übergangen würden, dränge sich auch mit Blick auf die dortige Notenbank auf. So sehe sich der Gouverneur der zyprischen Notenbank von der Regierung schlichtweg kalt gestellt, als diese dem Verkauf der Goldreserven des Landes zugestimmt habe, ohne die Notenbank zu konsultieren. Und auch bei der Verlängerung der Kapitalkontrollen habe die Regierung eigenständig gehandelt. Die Unabhängigkeit einer Notenbank sehe jedenfalls anders aus. Aber solche Vorgehensweisen sind uns im Zusammenhang mit der Europäischen Zentralbank freilich nicht ganz unbekannt, so die Analysten der Baader Bank.
Anleger, die nach Alternativen zu den niedrig verzinslichen Staatsanleihen suchen und denen die wiederum sehr hochverzinslichen Mittelstandsbonds zu riskant erscheinen würden, hätten sich in dieser Woche auf ausgesuchte Werte konzentriert. So habe an den Börsen Berlin, Düsseldorf und München unter anderem ein bis 7/2017 laufender Corporate Bond der BMW US Capital im Mittelpunkt des Anlegerinteresses gestanden. Das Papier dieses Schuldners rentiere mit rund 1%. Gefragt sei an den Börsen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München aber auch eine Nachranganleihe (Lower Tier 2) (ISIN DE000CB83CF0 / WKN CB83CF) der Commerzbank geblieben, die bei einer Laufzeit bis 3/2021 eine Rendite von ca. 6,3% erziele.
Nachdem der Kurs eines nachrangigen Floaters (ISIN XS0166965797 / WKN 843278) der Münchener Rück in den vergangenen Monaten gefallen sei, würden nun manche Anleger das ermäßigte Kursniveau zum Einstieg nutzen. Das Papier laufe bis 6/2023 und weise bei einem Kupon von 6,75% derzeit eine Rendite von ca. 6,6% auf. Weiter ein Thema sei bei Anlegern offenbar, Gegenpositionen zu Euro-Investments aufzubauen. So sei eine auf Norwegische Kronen lautende Anleihe (ISIN XS0909324039 / WKN A1HHTW) von Volkswagen gefragt gewesen, die bis 4/2016 laufe und mit ca. 2,3% rentiere. Als Dauerläufer entpuppe sich ein Bond (ISIN DE000A1R08U3 / WKN A1R08U) von ThyssenKrupp, der auch in dieser Woche hohe Umsätze aufgewiesen habe. Das Papier werde 8/2018 fällig und werfe eine Rendite von ca. 3,4% ab.
Immer mehr zum großen Problemfall in der Euro-Zone mutiere der "französische Patient". So habe der IWF seine Wachstumsprognose für Frankreich von plus 0,3% auf minus 0,1% zurückgenommen, womit sich die Eurokrise immer mehr im Kern der Währungsgemeinschaft festfresse. Als Ausweg aus diesem Dilemma schlage der Industrieminister in Paris, Arnaud Montebourg, vor, in Deutschland doch gefälligst die Löhne zu erhöhen. Deutschland habe sich mit Lohnzurückhaltung über viele Jahre einen Wettbewerbsvorteil verschafft und weise einen gewaltigen Exportüberschuss auf - ein Ungleichgewicht, das auf Dauer ökonomisch gar gefährlich sei. Mon Dieu, in Frankreich gebe es zwar keine Kehrwoche wie im Schwäbischen, aber vielleicht sollte man Monsieur Montebourg dennoch empfehlen, zunächst vor der eigenen Türe zu kehren.
Mehr Zeit sei indessen Portugal und Irland gewährt worden. Für die Rückzahlung ihrer Hilfskredite hätten beide Länder, denen Fortschritte bei ihren Sparprogrammen attestiert würden, einen Aufschub von sieben Jahren erhalten. Das sei fürwahr eine biblische Zeit. Man werde sehen, ob den sieben mageren Jahren sieben fette folgen würden.
In den vergangenen Monaten habe man den Eindruck gehabt, dass sich alle Politiker nur noch allzu gerne auf die Gerichtsbarkeit und auf die unbegrenzten Möglichkeiten der Notenbanken verlassen würden. Aber eines sei an dieser Stelle auch gesagt: Die Europäische Zentralbank (EZB) könne die Krise in Euroland nicht alleine beheben. Denn es ist nicht die Aufgabe der EZB, die Folgen der Versäumnisse unserer Politiker mit der Notenpresse zu mildern, so die Analysten der Baader Bank. Zuerst sollten Reformen seitens der Politik auf den Weg gebracht werden, um diese wiederum unter Umständen durch die Geldpolitik zu flankieren. Aber das werde nicht überall so gesehen. So empfehle z.B. der Internationale Währungsfonds (IWF) den Europäern eine andere Vorgehensweise bei der Bekämpfung der Krise. Der Instrumentenkasten hierzu umfasse u.a. Leitzinssenkungen, eine abgesicherte Bankenunion und ein Staatsanleihekaufprogramm OMT.
Insbesondere bei den Staatsanleihekäufen und der Bankenunion sei man bisher am Widerstand aus Berlin gescheitert. Und das auch aus gutem Grund, denn die Finanzierung dieser Kosten geht nicht zulasten der Vermögenden in den zu stützenden Staaten, sondern muss größtenteils von unseren Steuern bezahlt werden, so die Analysten der Baader Bank. Natürlich könnte man mittels OMT dazu beitragen, dass Staaten wie Irland und Portugal binnen Kürze sich wieder vollständig an den Kapitalmärkten refinanzieren könnten. Aber was des einen Freud, sei des anderen Leid. Die Kapitalmärkte würden in solchen Fällen nach dem Prinzip der Hydrostatik funktionieren.
Für Deutschland würde somit einiges auf dem Spiel stehen, denn die Einengung der Spreads bei Staatsanleihen in Euroland würden die Refinanzierungskosten Deutschlands steigen lassen. Dennoch sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die europäische Notenbank dem amerikanischen, japanischen und britischen Vorbild folgen werde und die noch beschlossenen Voraussetzungen für das OMT gestrichen würden. Aber man dürfe nicht vergessen, dass diese von vielen Notenbanken praktizierte ultralockere Geldpolitik auch Risiken in sich berge. Denn ein Ausstieg aus den riesigen Wertpapierankaufprogrammen könne sehr schnell zu einem Umdenken der Investoren und somit zu Kursverlusten bei Anleihen führen. Diese wiederum würden zu Abschreibungen führen und könnten Schieflagen bewirken. Daher gelte auch für diesen Fall: "Together we are strong." Gemeinsamkeit sollte die Devise sein!
Vergangene Woche habe der in der Alpenrepublik Österreich ansässige, weltweit größte Ziegelproduzent Wienerberger eine lang ersehnte und vielerorts beachtete 7-jährige Anleihe (ISIN AT0000A100E2 / WKN A1HH8S) emittiert. Emittiert worden sei ein Volumen von 300 Mio. EUR bei einem Kupon von 4,00%. Die Fälligkeit der Anleihe sei 4/2020. Gepreist worden sei die Anleihe bei 99,254%, was einem Spread von +292,5 bps über Mid Swap entsprochen habe. Die Nachfrage der Investoren nach der Anleihe sei in den ersten Handelstagen ungebrochen gewesen. Im Hoch sei die Anleihe bei 100,70% bezahlt gewesen und zuletzt mit 100,65% / 100,75% quotiert worden.
Vergangenen Freitag habe der weltweit operierende Einkaufszentrenbetreiber Atrium Real Estate eine 350 Mio. EUR große Anleihe (ISIN XS0918754895 / WKN A1HJR5) platziert. Die Fälligkeit des Bonds sei 4/2020. Gepreist worden sei die Anleihe bei +290,0 bps über Mid Swap. Somit habe sich ein Emissionspreis von 99,569% ergeben. Den Investoren werde jährlich ein Kupon in Höhe von 4,00% gezahlt.
Der Frühling sei nun endlich da und gleich so, dass man ordentlich ins Schwitzen komme. Genauso mache es das Sorgenbarometer Euro-Bund-Future aktuell mit den Marktteilnehmern. Die vergangene Handelswoche habe mit einem Paukenschlag begonnen, denn das japanische Pendant zum Euro-Bund-Future sei am Freitagabend vorübergehend vom nachbörslichen Handel ausgesetzt worden. Worauf hin der "Risk-Off-Schalter" umgelegt worden sei und das Rentenbarometer von 145,27% auf 145,95% gestiegen sei. Dies sei allerdings nur die erste Etappe gewesen, denn schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA und ein "mageres" BIP aus China hätten den Euro-Bund-Future anschließend noch mehrmals über die Marke von 146% geschoben, um zu guter Letzt wieder bis auf 145,35% abzubröckeln.
Nach einer Aussage seitens des IWF bezüglich des schwachen Wirtschaftswachstums innerhalb der Eurozone und stark schwankender Aktiennotierungen, sei gestern allerdings das psychologisch wichtige Level bei 146% schon wieder überwunden worden.
Lange Zeit habe sich der Euro-Bund-Future charttechnisch an der Marke von 146% die Zähne ausgebissen, aber inzwischen habe er sich darüber etabliert. Somit sei der Weg zum Allzeithoch im Endloskontrakt bei 146,89% nicht mehr weit. Dennoch sollte der Blick auch stets auf die Downside gerichtet sein. Hierbei stelle der Bereich zwischen 145,00% und 145,25% eine erste solide Unterstützung dar. Weiterhin sei aufgrund der fragilen Nachrichtenlage mit einer hohen Volatilität zu rechnen, was einige Marktteilnehmer mehr ins Schwitzen bringen werde als der Frühling. Fakt sei: Nichts sei so ungewiss wie die Ungewissheit.
Zum Wochenauftakt habe Italien trotz der weiterhin unklaren politischen Situation binnen zwei Tagen 17 Mrd. EUR mittels einer inflationsgesicherten Anleihe eingesammelt. Geplant sei lediglich eine Mittelaufnahme in Höhe von 10 Mrd. EUR gewesen, denn die auf die Bedürfnisse von Privatinvestoren ausgerichtete vierjährige Anleihe - mit einem Garantiezinssatz von 2,25% - habe reißenden Absatz gefunden. Aber auch Spanien sei in dieser Handelswoche am Primärmarkt aktiv geworden und habe mit sechs- und zwölfmonatigen Geldmarktpapieren insgesamt 5 Mrd. EUR refinanzieren können. Die Zuteilung der 6-Monatstitel sei bei 0,53% (nach 0,794%) und die 12-Monatstitel bei 1,235% (nach 1,363%) erfolgt.
Neben Frankreich, das u.a. verschiedene Linker und auch andere Altemissionen (ISIN FR0011452721 / WKN A1HHQS / 2015; ISIN nicht bekannt/ WKN A1G2MD / 2016; ISIN FR0011394345 / WKN A1HE0H / 2018; ISIN FR0011347046 / WKN A1HBNB / 2021; ISIN FR0011008705 / WKN A1GMH7 / 2027) aufgestockt habe, sei auch Deutschland am Kapitalmarkt präsent gewesen. Planmäßig sei am gestrigen Mittwoch das Volumen der aktuellen zehnjährigen Anleihe (ISIN DE0001102309 / WKN 110230) um weitere 4 Mrd. EUR auf insgesamt 18 Mrd. EUR erhöht worden. Die Zuteilung der 1,6-fach überzeichneten Anleihe sei bei einer Durchschnittsrendite von 1,28% erfolgt.
"April, April! Der weiß nicht, was er will." Dieses altbekannte Sprichwort scheine auch auf den Devisenmarkt zuzutreffen. Denn in dieser Woche hätten Devisenhändler sich gefühlt haben müssen wie auf Pfarrer Kneipp's Spuren. Wechselbäder seien oft gesundheitsfördernd, aber manchmal würden sie einem auch den Verstand rauben. Zum Monatsanfang habe die europäische Gemeinschaftswährung noch einiges an Rückschlägen verkraften müssen, was ein Jahrestief (1,2748 USD) zur Folge gehabt habe.
Doch das Bild habe sich schlagartig geändert und die Einheitswährung habe sich sehr deutlich von den Tiefstständen entfernen können, als sich die Erwartungen der Marktteilnehmer durchgesetzt hätten, wonach die amerikanische Notenbank vorerst an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten wolle. Diese Aussicht habe dem Euro Flügel verliehen und ihm zu einem neuen Sieben-Wochen-Hoch bei 1,3202 USD verholfen. Doch auch diese Entwicklung sei nicht von langer Dauer gewesen und so sei schon wenige Handelsstunden später - mit einer neuen Nachricht von Jens Weidmann zur europäischen Zinspolitik - die 1,30 USD getestet worden. Diese Entwicklung mache deutlich, dass Nervosität und Unsicherheit weiter vorherrschen würden.
Beim Blick auf die anderen Währungen weise die Gemeinschaftswährung eine relative Stabilität auf. Im Vergleich zum Kanadischen Dollar (1,3523 CAD), wie auch zur Türkischen Lira (2,3623 TRY) habe der Euro sogar neue Vierwochenhochs markiert. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass die Zentralbank der Türkei diesen Trend dadurch unterstützt habe. Denn sie habe den Leitzins um 0,5 BP auf 5,0% gesenkt, um die heimische Konjunktur zu beleben.
Die Privatanleger würden im Moment etwas ratlos auf ihrer Suche nach rentablen Investments wirken. Trotz der sehr unterschiedlichen Renditeniveaus würden aber insbesondere Fremdwährungsanleihen weiterhin von der Angst um den Euro profitieren. In den vergangenen Handeltagen seien insbesondere US-amerikanische, Australische - und Neuseeland-Dollar-Anleihen sowie auch Anleihen auf Norwegische Kronen sehr gefragt gewesen.
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Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (18.04.2013/alc/a/a)
Hierbei werde auf den Maastricht-Vertrag verwiesen, der eine Schuldenübernahme durch andere Mitgliedsstaaten verbiete. Aber die vergangenen Monate haben uns in vielerlei Hinsicht gezeigt, dass Papier geduldig ist, bzw. Politiker oftmals unter Amnesie leiden, so die Analysten der Baader Bank. Es sei schon eine verrückte Zeit und niemand könne prognostizieren, wie sich die Europäische Gemeinschaft in den nächsten Jahren weiterentwickeln werde.
Fakt sei, dass Deutschland in den Krisenstaaten oftmals die Funktion des roten Tuches beim Stierkampf übernommen habe. Denn Deutschland werde dort nicht als Geldgeber gesehen, sondern als Ausbeuter, der eine Chance sehe, einen vermeintlichen Mitkonkurrenten zu unterjochen. Befremdlich sei hierbei, dass auch die heimischen Politiker kaum Drang verspüren würden, die Taten der Deutschen besser zu promoten und somit ihren Beitrag zu einem friedlichen Miteinander nicht leisten. Dies sei allerdings auch in gewissem Maße nachvollziehbar, denn die reformwillige Regierung Italiens unter Monti sei bei der jüngsten Wahl so abgestraft worden, dass sich viele Politiker gegen das Wohl der Gemeinschaft und für ihre eigene Karriere entscheiden würden. Und hierbei sei eine Unterstützung Deutschlands zu vermeiden. Somit komme das christliche Gebot der Eurofinanzkrise zum Tragen: "Nehmen ist seliger denn geben!".
Dass Deutschland in dieser Krise auch als einzige führende Industrienation einen ausgeglichenen Haushalt vor Augen habe, mache die Sache nicht einfacher. Die Refinanzierungskosten der Bundesrepublik sind durch die Staatsschuldenkrise in Euroland so tief gesunken, dass wir für Zinszahlungen wesentlich weniger aufwenden müssen als vor der Krise, so die Analysten der Baader Bank. Würde das Zinsniveau wieder ansteigen, würde auch der ausgeglichene Haushalt in weite Ferne rücken. Bei einem Schuldenberg Deutschlands von ca. 2,1 Bill. EUR würde jeder Prozentpunkt an höheren Refinanzierungskosten für den Bundeshaushalt eine jährliche Mehrbelastung von sage und schreibe 21 Mrd. EUR nach sich ziehen. Und dann wäre diese Erfolgsstory neu zu schreiben. Denn vor dem Hintergrund der in der Not niedrig gehaltenen Zinsen, sei Deutschland auch ein Profiteur der Krise.
Am Ende würden sie es mit deutlicher Mehrheit abnicken, denn die Majorität im Bundestag stehe bei der heutigen Abstimmung über die neuen Hilfen für Zypern nicht infrage. Union und FDP würden die erforderliche Mehrheit aus eigener Kraft aufbringen, SPD und Grüne hätten ebenfalls schon Zustimmung signalisiert. Bereits vergangene Woche habe die Eurogruppe grünes Licht für Zahlungen von 10 Mrd. EUR aus dem Rettungsfonds ESM und dem IWF gegeben, dem nun der Bundestag noch sein Plazet geben müsse. Weitere 13 Mrd. EUR solle Zypern aus eigener Kraft stemmen.
Genau diese Hilfen aber stünden rechtlich auf wackeligen Beinen. Sie würden nach Überzeugung des Freiburger Verfassungsrechtlers Dietrich Murswiek, der den CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler in dieser Sache vor dem Bundesverfassungsgericht vertrete, gegen den Vertrag über den Europäischen Stabilitätsmechanismus verstoßen. Demnach dürfe ein Land nur dann unterstützt werden, wenn dies zur "Wahrung der Finanzstabilität des gesamten Euro-Währungsgebiets insgesamt und seiner Mitgliedstaaten unabdingbar" sei. Es genüge also nicht, wenn einem Mitgliedsstaat die Pleite drohe. Von einem "systemischen Risiko", so Murswiek, fehle im Falle Zyperns jede Spur - eine Argumentation, die nüchtern betrachtet schwer von der Hand zu weisen sei.
Dass in der Causa Zypern weitere herrschende Regeln einfach übergangen würden, dränge sich auch mit Blick auf die dortige Notenbank auf. So sehe sich der Gouverneur der zyprischen Notenbank von der Regierung schlichtweg kalt gestellt, als diese dem Verkauf der Goldreserven des Landes zugestimmt habe, ohne die Notenbank zu konsultieren. Und auch bei der Verlängerung der Kapitalkontrollen habe die Regierung eigenständig gehandelt. Die Unabhängigkeit einer Notenbank sehe jedenfalls anders aus. Aber solche Vorgehensweisen sind uns im Zusammenhang mit der Europäischen Zentralbank freilich nicht ganz unbekannt, so die Analysten der Baader Bank.
Anleger, die nach Alternativen zu den niedrig verzinslichen Staatsanleihen suchen und denen die wiederum sehr hochverzinslichen Mittelstandsbonds zu riskant erscheinen würden, hätten sich in dieser Woche auf ausgesuchte Werte konzentriert. So habe an den Börsen Berlin, Düsseldorf und München unter anderem ein bis 7/2017 laufender Corporate Bond der BMW US Capital im Mittelpunkt des Anlegerinteresses gestanden. Das Papier dieses Schuldners rentiere mit rund 1%. Gefragt sei an den Börsen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München aber auch eine Nachranganleihe (Lower Tier 2) (ISIN DE000CB83CF0 / WKN CB83CF) der Commerzbank geblieben, die bei einer Laufzeit bis 3/2021 eine Rendite von ca. 6,3% erziele.
Nachdem der Kurs eines nachrangigen Floaters (ISIN XS0166965797 / WKN 843278) der Münchener Rück in den vergangenen Monaten gefallen sei, würden nun manche Anleger das ermäßigte Kursniveau zum Einstieg nutzen. Das Papier laufe bis 6/2023 und weise bei einem Kupon von 6,75% derzeit eine Rendite von ca. 6,6% auf. Weiter ein Thema sei bei Anlegern offenbar, Gegenpositionen zu Euro-Investments aufzubauen. So sei eine auf Norwegische Kronen lautende Anleihe (ISIN XS0909324039 / WKN A1HHTW) von Volkswagen gefragt gewesen, die bis 4/2016 laufe und mit ca. 2,3% rentiere. Als Dauerläufer entpuppe sich ein Bond (ISIN DE000A1R08U3 / WKN A1R08U) von ThyssenKrupp, der auch in dieser Woche hohe Umsätze aufgewiesen habe. Das Papier werde 8/2018 fällig und werfe eine Rendite von ca. 3,4% ab.
Immer mehr zum großen Problemfall in der Euro-Zone mutiere der "französische Patient". So habe der IWF seine Wachstumsprognose für Frankreich von plus 0,3% auf minus 0,1% zurückgenommen, womit sich die Eurokrise immer mehr im Kern der Währungsgemeinschaft festfresse. Als Ausweg aus diesem Dilemma schlage der Industrieminister in Paris, Arnaud Montebourg, vor, in Deutschland doch gefälligst die Löhne zu erhöhen. Deutschland habe sich mit Lohnzurückhaltung über viele Jahre einen Wettbewerbsvorteil verschafft und weise einen gewaltigen Exportüberschuss auf - ein Ungleichgewicht, das auf Dauer ökonomisch gar gefährlich sei. Mon Dieu, in Frankreich gebe es zwar keine Kehrwoche wie im Schwäbischen, aber vielleicht sollte man Monsieur Montebourg dennoch empfehlen, zunächst vor der eigenen Türe zu kehren.
Mehr Zeit sei indessen Portugal und Irland gewährt worden. Für die Rückzahlung ihrer Hilfskredite hätten beide Länder, denen Fortschritte bei ihren Sparprogrammen attestiert würden, einen Aufschub von sieben Jahren erhalten. Das sei fürwahr eine biblische Zeit. Man werde sehen, ob den sieben mageren Jahren sieben fette folgen würden.
In den vergangenen Monaten habe man den Eindruck gehabt, dass sich alle Politiker nur noch allzu gerne auf die Gerichtsbarkeit und auf die unbegrenzten Möglichkeiten der Notenbanken verlassen würden. Aber eines sei an dieser Stelle auch gesagt: Die Europäische Zentralbank (EZB) könne die Krise in Euroland nicht alleine beheben. Denn es ist nicht die Aufgabe der EZB, die Folgen der Versäumnisse unserer Politiker mit der Notenpresse zu mildern, so die Analysten der Baader Bank. Zuerst sollten Reformen seitens der Politik auf den Weg gebracht werden, um diese wiederum unter Umständen durch die Geldpolitik zu flankieren. Aber das werde nicht überall so gesehen. So empfehle z.B. der Internationale Währungsfonds (IWF) den Europäern eine andere Vorgehensweise bei der Bekämpfung der Krise. Der Instrumentenkasten hierzu umfasse u.a. Leitzinssenkungen, eine abgesicherte Bankenunion und ein Staatsanleihekaufprogramm OMT.
Insbesondere bei den Staatsanleihekäufen und der Bankenunion sei man bisher am Widerstand aus Berlin gescheitert. Und das auch aus gutem Grund, denn die Finanzierung dieser Kosten geht nicht zulasten der Vermögenden in den zu stützenden Staaten, sondern muss größtenteils von unseren Steuern bezahlt werden, so die Analysten der Baader Bank. Natürlich könnte man mittels OMT dazu beitragen, dass Staaten wie Irland und Portugal binnen Kürze sich wieder vollständig an den Kapitalmärkten refinanzieren könnten. Aber was des einen Freud, sei des anderen Leid. Die Kapitalmärkte würden in solchen Fällen nach dem Prinzip der Hydrostatik funktionieren.
Für Deutschland würde somit einiges auf dem Spiel stehen, denn die Einengung der Spreads bei Staatsanleihen in Euroland würden die Refinanzierungskosten Deutschlands steigen lassen. Dennoch sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die europäische Notenbank dem amerikanischen, japanischen und britischen Vorbild folgen werde und die noch beschlossenen Voraussetzungen für das OMT gestrichen würden. Aber man dürfe nicht vergessen, dass diese von vielen Notenbanken praktizierte ultralockere Geldpolitik auch Risiken in sich berge. Denn ein Ausstieg aus den riesigen Wertpapierankaufprogrammen könne sehr schnell zu einem Umdenken der Investoren und somit zu Kursverlusten bei Anleihen führen. Diese wiederum würden zu Abschreibungen führen und könnten Schieflagen bewirken. Daher gelte auch für diesen Fall: "Together we are strong." Gemeinsamkeit sollte die Devise sein!
Vergangene Woche habe der in der Alpenrepublik Österreich ansässige, weltweit größte Ziegelproduzent Wienerberger eine lang ersehnte und vielerorts beachtete 7-jährige Anleihe (ISIN AT0000A100E2 / WKN A1HH8S) emittiert. Emittiert worden sei ein Volumen von 300 Mio. EUR bei einem Kupon von 4,00%. Die Fälligkeit der Anleihe sei 4/2020. Gepreist worden sei die Anleihe bei 99,254%, was einem Spread von +292,5 bps über Mid Swap entsprochen habe. Die Nachfrage der Investoren nach der Anleihe sei in den ersten Handelstagen ungebrochen gewesen. Im Hoch sei die Anleihe bei 100,70% bezahlt gewesen und zuletzt mit 100,65% / 100,75% quotiert worden.
Vergangenen Freitag habe der weltweit operierende Einkaufszentrenbetreiber Atrium Real Estate eine 350 Mio. EUR große Anleihe (ISIN XS0918754895 / WKN A1HJR5) platziert. Die Fälligkeit des Bonds sei 4/2020. Gepreist worden sei die Anleihe bei +290,0 bps über Mid Swap. Somit habe sich ein Emissionspreis von 99,569% ergeben. Den Investoren werde jährlich ein Kupon in Höhe von 4,00% gezahlt.
Nach einer Aussage seitens des IWF bezüglich des schwachen Wirtschaftswachstums innerhalb der Eurozone und stark schwankender Aktiennotierungen, sei gestern allerdings das psychologisch wichtige Level bei 146% schon wieder überwunden worden.
Lange Zeit habe sich der Euro-Bund-Future charttechnisch an der Marke von 146% die Zähne ausgebissen, aber inzwischen habe er sich darüber etabliert. Somit sei der Weg zum Allzeithoch im Endloskontrakt bei 146,89% nicht mehr weit. Dennoch sollte der Blick auch stets auf die Downside gerichtet sein. Hierbei stelle der Bereich zwischen 145,00% und 145,25% eine erste solide Unterstützung dar. Weiterhin sei aufgrund der fragilen Nachrichtenlage mit einer hohen Volatilität zu rechnen, was einige Marktteilnehmer mehr ins Schwitzen bringen werde als der Frühling. Fakt sei: Nichts sei so ungewiss wie die Ungewissheit.
Zum Wochenauftakt habe Italien trotz der weiterhin unklaren politischen Situation binnen zwei Tagen 17 Mrd. EUR mittels einer inflationsgesicherten Anleihe eingesammelt. Geplant sei lediglich eine Mittelaufnahme in Höhe von 10 Mrd. EUR gewesen, denn die auf die Bedürfnisse von Privatinvestoren ausgerichtete vierjährige Anleihe - mit einem Garantiezinssatz von 2,25% - habe reißenden Absatz gefunden. Aber auch Spanien sei in dieser Handelswoche am Primärmarkt aktiv geworden und habe mit sechs- und zwölfmonatigen Geldmarktpapieren insgesamt 5 Mrd. EUR refinanzieren können. Die Zuteilung der 6-Monatstitel sei bei 0,53% (nach 0,794%) und die 12-Monatstitel bei 1,235% (nach 1,363%) erfolgt.
Neben Frankreich, das u.a. verschiedene Linker und auch andere Altemissionen (ISIN FR0011452721 / WKN A1HHQS / 2015; ISIN nicht bekannt/ WKN A1G2MD / 2016; ISIN FR0011394345 / WKN A1HE0H / 2018; ISIN FR0011347046 / WKN A1HBNB / 2021; ISIN FR0011008705 / WKN A1GMH7 / 2027) aufgestockt habe, sei auch Deutschland am Kapitalmarkt präsent gewesen. Planmäßig sei am gestrigen Mittwoch das Volumen der aktuellen zehnjährigen Anleihe (ISIN DE0001102309 / WKN 110230) um weitere 4 Mrd. EUR auf insgesamt 18 Mrd. EUR erhöht worden. Die Zuteilung der 1,6-fach überzeichneten Anleihe sei bei einer Durchschnittsrendite von 1,28% erfolgt.
"April, April! Der weiß nicht, was er will." Dieses altbekannte Sprichwort scheine auch auf den Devisenmarkt zuzutreffen. Denn in dieser Woche hätten Devisenhändler sich gefühlt haben müssen wie auf Pfarrer Kneipp's Spuren. Wechselbäder seien oft gesundheitsfördernd, aber manchmal würden sie einem auch den Verstand rauben. Zum Monatsanfang habe die europäische Gemeinschaftswährung noch einiges an Rückschlägen verkraften müssen, was ein Jahrestief (1,2748 USD) zur Folge gehabt habe.
Doch das Bild habe sich schlagartig geändert und die Einheitswährung habe sich sehr deutlich von den Tiefstständen entfernen können, als sich die Erwartungen der Marktteilnehmer durchgesetzt hätten, wonach die amerikanische Notenbank vorerst an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten wolle. Diese Aussicht habe dem Euro Flügel verliehen und ihm zu einem neuen Sieben-Wochen-Hoch bei 1,3202 USD verholfen. Doch auch diese Entwicklung sei nicht von langer Dauer gewesen und so sei schon wenige Handelsstunden später - mit einer neuen Nachricht von Jens Weidmann zur europäischen Zinspolitik - die 1,30 USD getestet worden. Diese Entwicklung mache deutlich, dass Nervosität und Unsicherheit weiter vorherrschen würden.
Beim Blick auf die anderen Währungen weise die Gemeinschaftswährung eine relative Stabilität auf. Im Vergleich zum Kanadischen Dollar (1,3523 CAD), wie auch zur Türkischen Lira (2,3623 TRY) habe der Euro sogar neue Vierwochenhochs markiert. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass die Zentralbank der Türkei diesen Trend dadurch unterstützt habe. Denn sie habe den Leitzins um 0,5 BP auf 5,0% gesenkt, um die heimische Konjunktur zu beleben.
Die Privatanleger würden im Moment etwas ratlos auf ihrer Suche nach rentablen Investments wirken. Trotz der sehr unterschiedlichen Renditeniveaus würden aber insbesondere Fremdwährungsanleihen weiterhin von der Angst um den Euro profitieren. In den vergangenen Handeltagen seien insbesondere US-amerikanische, Australische - und Neuseeland-Dollar-Anleihen sowie auch Anleihen auf Norwegische Kronen sehr gefragt gewesen.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (18.04.2013/alc/a/a)
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