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"Scale" ersetzt "Entry Standard": Scope sieht Chance für Vertrauensgewinn
20.02.17 10:00
Scope Ratings
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die europäische Ratingagentur Scope begrüßt die deutlich schärferen Regeln für eine Notierung im Börsensegment "Scale", mit dem die Deutsche Börse zum 1. März 2017 einen Neustart für die Finanzierung von KMUs (kleine und mittelgroße Unternehmen) wagt. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:
"Die restriktiven "Scale"-Anforderungen zu Verschuldung und Zinsdeckung können dazu beitragen, verlorenes Anlegervertrauen für ein "High Yield"-Anleihesegment zurück zu gewinnen", sagt Sebastian Zank, Director Corporates bei Scope Ratings. Für derzeit im "Entry Standard" gelistete Altanleihen dürfte ein erfolgreicher Sprung in den "Scale" positiv sein. Emittenten, welche die neuen Mindestkriterien nicht erfüllen, werden zum Wechsel in den Freiverkehr gezwungen. Scope erwartet, dass rund die Hälfte der Emittenten mit einer Anleihe im "Entry Standard" die Kriterien erfüllen kann.
Mindestanforderungen trennen Spreu von Weizen
Die hohe Ausfallrate von mehr als 20% hat die Emissionsaktivitäten von sogenannten "Mittelstandsanleihen" nahezu zum Erliegen gebracht - trotz ungebrochener Suche nach Renditen im anhaltenden Niedrigzinsumfeld. Vor diesem Hintergrund verlangt der "Scale" von neuen Emittenten wie von den 47 bisher noch im "Entry Standard" gelisteten Anleihen, dass sie klare quantitative Mindestkriterien in Bezug auf Verschuldung und Zinsdeckung erfüllen. Gemäß Scopes Ratingkriterien implizieren diese ein Finanzrisikoprofil von B+ und besser, außer bei Emittenten in Sektoren wie Immobilien oder Versorgern. Für Neuemissionen gilt darüber hinaus ein Mindestvolumen von 20 Mio. Euro.
Bessere Konditionen für Neuemissionen und leichtere Refinanzierungen
Scope erwartet im bisherigen Markt für deutsche Mittelstandsanleihen auch für 2017 und 2018 weitere Ausfälle sowie Anleiherestrukturierungen. Zugleich schaffen die "Scale"-Standards aus Sicht der Ratingagentur mehr Vertrauen in das neue Marktsegment, was bei Neuemissionen zu deutlich besseren (Re-)Finanzierungskonditionen führen könnte.
Mit Blick auf die anstehende Refinanzierungswelle im bisherigen "Entry Standard" eröffnet ein Wechsel in den "Scale" solideren Emittenten ebenfalls neue Chancen. Dennoch dürften sich auch künftig einige derzeit noch im "Entry Standard" gelistete Emittenten vom Anleihemarkt abwenden. Beispiele aus der Vergangenheit dafür sind MS Spaichingen AG, Bastei Lübbe AG, Karlsberg Brauerei AG oder MITEC Automotive AG (Refinanzierung über Bankdarlehen) oder Edel AG, Sanochemia Pharmazeutika AG (Refinanzierung über Schuldschein).
Höherer Professionalisierungsgrad spricht institutionelle Anleger an
Zudem erwartet Scope, dass sich die Investorenbasis für im "Scale" notierte Anleihen von Privatanlegern hin zu institutionellen Investoren verschiebt. Eine solche Professionalisierung wurde bereits in anderen alternativen Anleihesegmenten Europas erreicht, etwa im spanischen MARF, im italienischen ExtraMOT PRO oder im skandinavischen ABM.
Insgesamt wertet Scope die Einführung des neuen KMU-Segments "Scale" als Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Akzeptanz unter Emittenten und Investoren noch bewiesen werden muss. (20.02.2017/alc/n/a)
"Die restriktiven "Scale"-Anforderungen zu Verschuldung und Zinsdeckung können dazu beitragen, verlorenes Anlegervertrauen für ein "High Yield"-Anleihesegment zurück zu gewinnen", sagt Sebastian Zank, Director Corporates bei Scope Ratings. Für derzeit im "Entry Standard" gelistete Altanleihen dürfte ein erfolgreicher Sprung in den "Scale" positiv sein. Emittenten, welche die neuen Mindestkriterien nicht erfüllen, werden zum Wechsel in den Freiverkehr gezwungen. Scope erwartet, dass rund die Hälfte der Emittenten mit einer Anleihe im "Entry Standard" die Kriterien erfüllen kann.
Mindestanforderungen trennen Spreu von Weizen
Die hohe Ausfallrate von mehr als 20% hat die Emissionsaktivitäten von sogenannten "Mittelstandsanleihen" nahezu zum Erliegen gebracht - trotz ungebrochener Suche nach Renditen im anhaltenden Niedrigzinsumfeld. Vor diesem Hintergrund verlangt der "Scale" von neuen Emittenten wie von den 47 bisher noch im "Entry Standard" gelisteten Anleihen, dass sie klare quantitative Mindestkriterien in Bezug auf Verschuldung und Zinsdeckung erfüllen. Gemäß Scopes Ratingkriterien implizieren diese ein Finanzrisikoprofil von B+ und besser, außer bei Emittenten in Sektoren wie Immobilien oder Versorgern. Für Neuemissionen gilt darüber hinaus ein Mindestvolumen von 20 Mio. Euro.
Scope erwartet im bisherigen Markt für deutsche Mittelstandsanleihen auch für 2017 und 2018 weitere Ausfälle sowie Anleiherestrukturierungen. Zugleich schaffen die "Scale"-Standards aus Sicht der Ratingagentur mehr Vertrauen in das neue Marktsegment, was bei Neuemissionen zu deutlich besseren (Re-)Finanzierungskonditionen führen könnte.
Mit Blick auf die anstehende Refinanzierungswelle im bisherigen "Entry Standard" eröffnet ein Wechsel in den "Scale" solideren Emittenten ebenfalls neue Chancen. Dennoch dürften sich auch künftig einige derzeit noch im "Entry Standard" gelistete Emittenten vom Anleihemarkt abwenden. Beispiele aus der Vergangenheit dafür sind MS Spaichingen AG, Bastei Lübbe AG, Karlsberg Brauerei AG oder MITEC Automotive AG (Refinanzierung über Bankdarlehen) oder Edel AG, Sanochemia Pharmazeutika AG (Refinanzierung über Schuldschein).
Höherer Professionalisierungsgrad spricht institutionelle Anleger an
Zudem erwartet Scope, dass sich die Investorenbasis für im "Scale" notierte Anleihen von Privatanlegern hin zu institutionellen Investoren verschiebt. Eine solche Professionalisierung wurde bereits in anderen alternativen Anleihesegmenten Europas erreicht, etwa im spanischen MARF, im italienischen ExtraMOT PRO oder im skandinavischen ABM.
Insgesamt wertet Scope die Einführung des neuen KMU-Segments "Scale" als Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Akzeptanz unter Emittenten und Investoren noch bewiesen werden muss. (20.02.2017/alc/n/a)


