Anleihen: "Frieden erwartet"


17.04.26 16:14
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs sorgen für gute Stimmung, so die Deutsche Börse AG.

"Marktteilnehmer setzen derzeit auf eine dauerhafte Friedenslösung in Nahost und auch darauf, dass die Straße von Hormus bald wieder befahrbar sein wird", erkläre Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Zwar seien Öl- und Gaspreise noch erhöht, die Risikobereitschaft habe aber insgesamt zugenommen.

Während die Kurse an den Aktienmärkten diese Woche weiter steigen würden, würden sich Anleihemärkte seitwärts bewegen. "Die Rentenmärkte zeigen sich stabil", bemerke ICF-Händler Arthur Brunner. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen liege am Freitagmittag bei 3,03 Prozent und damit in etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Zweijährige würden mit 2,51 Prozent rentieren, ebenfalls in etwa so viel vergangenen Freitag. Im März seien es in der Spitze noch 3,13 Prozent beziehungsweise 2,77 Prozent gewesen.

"EZB scheint zunächst abwarten zu wollen"

Die Spekulationen um die Reaktion von EZB und US-Notenbank auf die anziehende Inflation würden weitergehen: Bis Ende des Jahres würden für die EZB am Markt nun zwei Zinserhöhungen erwartet. "Am Markt setzt sich die Sicht durch, dass die EZB bei ihrer nächsten Sitzung Ende April die Füße stillhalten wird", erkläre Leon Ferdinand Bost vom Bankhaus Metzler. Das am gestrigen Donnerstag für die Sitzung im März veröffentlichte Protokoll habe die abwartende Haltung unterstrichen. "Grundsätzlich scheint die EZB zunächst abwarten zu wollen, ob der Iran-Schock zu Zweitrundeneffekten in der Inflation führt."

Bundesobligationen: Nicht mehr so beliebt

Die stark steigende Staatsverschuldung vieler Industriestaaten bleibe unterdessen nicht ohne Folgen, wie Brunner beobachtet habe. "Die jüngste Emission von Bundesobligationen war wieder unterzeichnet", bemerke er. Für die Aufstockung eines bis 2031 laufenden Papiers mit Kupon von 2,5 Prozent (ISIN DE000BU25067/ WKN BU2506) um 5 Milliarden Euro habe es lediglich Angebote für 4,1 Milliarden Euro gegeben. "Schon seit Anfang März gibt es keine Überzeichnung mehr."

"Umsätze mau"

Im Handel mit Unternehmensanleihen gehe es eher ruhig zu. "Die Umsätze sind mau, es fehlen Impulse", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Käufe und Verkäufe melde er für die 2028 fällige Anleihe der Deutschen Pfandbriefbank mit aktuell 4,15 Prozent Rendite (ISIN DE000A382665/ WKN A38266). "Große Marktbewegungen gibt es nicht", stelle auch Marcus Mielert von ODDO BHF fest. Ohne Auswirkungen für Lufthansa-Bonds seien der Streik, befürchtete Kerosinengpässe und das Aus für die Lufthansa-Tochter Cityline geblieben.

Hochverzinsliches halte sich "erstaunlich gut"

Der Markt für High Yield-Anleihen halte sich Brunner zufolge "erstaunlich gut". "Man geht davon aus, dass die Schließung der Straße von Hormus zeitlich begrenzt ist." Das zeige der iTraxx Crossover, das Stimmungsbarometer für Kreditrisiken von Unternehmen unterhalb des Investment-Grade-Ratings. Mit aktuell 285 Punkten signalisiere dieser Entspannung. "Ende März lag er noch bei 360 Basispunkten, 2022 wegen des Ukraine-Kriegs sogar bei 670 Basispunkten."

Im Bereich der hochverzinslichen Bonds komme die im März begebene neue Anleihe des Online-Kreditvermittlers Multitude gut an (ISIN NO0013726893/ WKN A4EQ79), wie Brunner außerdem melde. "Die Anleihe kam mit 96,5 Prozent, jetzt sind es 103,25 Prozent. Und die Umsätze sind gut." Auch die alte Multitude-Anleihe mit Laufzeit bis 2028 (ISIN NO0013259747/ WKN A3LZ65) sei gesucht.

Stabil hätten sich Bonds der Beteiligungsgesellschaft Mutares (ISIN NO0012530965/ WKN A30V9T, ISIN NO0013325407/ WKN A383QZ) nach Bekanntgabe einer Kapitalerhöhung gezeigt. "Beide Anleihen werden um 102 Prozent gehandelt", stelle Brunner fest.

Walter Ludwig-Händler Daniel sehe Käufe und Verkäufe gleichermaßen für Homann Holzwerkstoffe mit Fälligkeit 2032 und aktueller Rendite von 7,42 Prozent (ISIN NO0013536169/ WKN A4DFTR). Weiter stark angeschlagen bleibe die lettische Fluglinie Air Baltic. Ihr würden Flugstreichungen und gestiegene Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs zu schaffen machen. Die Anleihe werde um 40 Prozent gehandelt, was bei der Laufzeit bis 2029 eine Rendite von knapp 55 Prozent ergebe (ISIN XS2800678224/ WKN A3LYHS) (17.04.2026/alc/a/a)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
101,50 € 101,21 € 0,29 € +0,29% 17.04./20:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
NO0012530965 A30V9T 104,52 € 90,50 €
Werte im Artikel
99,48 plus
+0,39%
101,50 plus
+0,29%
40,00 plus
0,00%
101,50 plus
0,00%
97,92 minus
-0,02%
103,30 minus
-0,19%
100,85 minus
-0,20%
103,65 minus
-0,86%