Volkswagen: Unterschätzt und renditestark
Liebe Dividenden-Anlegerin, lieber Dividenden-Anleger,
viele Marktteilnehmer sehen Volkswagen derzeit kritisch – das sehe ich anders.
Trotz aller Herausforderungen in der Elektromobilität bleibt der Konzern profitabel, solide finanziert und aktionärsfreundlich. Wer auf stabile Erträge und langfristiges Potenzial setzt, sollte Volkswagen nicht vorschnell abschreiben.
E-Autos gefragt, Markt schwächelt
Die Elektrostrategie von Volkswagen steht regelmäßig in der Kritik. Doch wenn ich mir die Zahlen ansehe, ergibt sich ein anderes Bild: Laut Kraftfahrt-Bundesamt belegen Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern regelmäßig mehrere der vorderen Plätze in der Zulassungsstatistik. Kein anderer Hersteller ist im Volumensegment so breit aufgestellt.
Die Entscheidung, die Produktion in Zwickau und Emden zu drosseln, werte ich nicht als Zeichen mangelnder Nachfrage nach VW-Modellen, sondern als Reaktion auf ein schwächeres Marktumfeld für Elektroautos insgesamt. Der Wegfall staatlicher Förderungen und der schleppende Ausbau der Ladeinfrastruktur bremsen derzeit die gesamte Branche. Volkswagen zeigt hier Anpassungsfähigkeit und unternehmerische Disziplin – das ist wichtiger, als kurzfristig jedes Absatzloch zu füllen.
Solide Gewinne trotz Umbau
Auch in dieser Transformationsphase bleibt Volkswagen profitabel. Nach den Abschreibungen bei Porsche erwartet der Konzern für 2025 eine operative Umsatzrendite zwischen 2 und 3%. Das entspricht einem Gewinn zwischen 6,5 und 9,5 Mrd. €. Im 1. Halbjahr wurden bereits 6,7 Mrd. € erzielt – ein klarer Beleg für die Stärke des Kerngeschäfts. Zudem stiegen die Auslieferungen auf 4,4 Mio. Fahrzeuge, ein Plus von 1,3% gegenüber dem Vorjahr.
Aus meiner Sicht wird in der öffentlichen Diskussion oft übersehen, dass Volkswagen diese Umstrukturierung aus einer Position der Stärke angeht. Audi und Porsche werden neu ausgerichtet, um mittelfristig höhere Margen zu erzielen. Gleichzeitig strafft der Konzern seine Lieferketten und reagiert damit gezielt auf die veränderte Wettbewerbssituation in China und auf die höheren Zölle in den USA.
Attraktive Bewertung, verlässliche Dividende
Das aktuelle Bewertungsniveau halte ich für übertrieben niedrig. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,8 ist Volkswagen klar unterbewertet. Der Markt hat viele Risiken eingepreist, nicht aber das Aufholpotenzial. Sobald die Premium-Marken ihre Margen wieder steigern, dürfte sich die Bewertung deutlich normalisieren.
Auch die Dividende spricht für sich: Für das kommende Jahr rechne ich mit einer Ausschüttung von rund 6,36 € je Aktie, was einer Rendite von etwa 6,8% entspricht. Damit zählt Volkswagen zu den attraktivsten Dividendenwerten im DAX. Die Eigentümerfamilien legen traditionell großen Wert auf stabile Ausschüttungen – das schafft zusätzliche Planungssicherheit für Anleger mit Weitblick.
Fazit
Ich halte Volkswagen derzeit für deutlich unterbewertet. Der Konzern hat die finanzielle Stärke, seine Transformation aus eigener Kraft zu stemmen, und überzeugt gleichzeitig mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite.
Für Anleger, die auf Substanz, Stabilität und regelmäßige Erträge setzen, bleibt Volkswagen eine attraktive Wahl für die Watchlist.
Ich wünsche Ihnen weiterhin erfolgreiche Investments!
Ihr Dr. Bastian Siegert
Redaktionsschluss: 08.10.2025, 13:15 Uhr
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