Trotzdem bleibt die Frage: War's das? Nach all den menschelnden Details, die inzwischen über den höchsten Mann im Staate im Umlauf sind, liegt die Vermutung nahe, dass noch Episoden ausstehen. Selbst seine Vorweihnachtsansprache wurde begleitet von neuen Enthüllungen. Das Darlehen, das ihm sein Freund Egon Geerkens bei der BW-Bank vermittelte, war ein Kredit mit Sonderkonditionen, wie sie normalerweise nur Kunden mit Großvermögen erhalten. Zu dieser Spezies gehört Wulff ganz gewiss nicht. Hier liegt - über Weihnachten hinaus - auch Wulffs grundlegendes Problem. Die Privatkreditaffäre, das Upgrade beim Urlaubsflug, die Ferien in Domizilen reicher Unternehmerfreunde haben ihm das Image eines schnöden Schnäppchenjägers verpasst. Wulff erscheint als Geiz-ist-geil-Präsident. Das raubt ihm seine Würde mehr und mehr, mit jedem kleineren oder größeren Vorwurf, den er nicht ausräumen kann. Wulff hat sich in eine Lage manövriert, aus der er - trotz Entschuldigung - nur noch schwer herauskommt.
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