ballsysteme!!
EZB-Bilanz wächst und wächst
Die Bilanz der EZB ist in den letzten 10 Jahren allein schon aufgrund der Eurokrise von 1 auf über 4 Billionen gewachsen. Jetzt wird sie wohl in kurzer Zeit auf bis zu 7 Billionen explodieren müssen. Das nenne ich mal "eine Kurve abflachen"...
Wenn das so passiert, kann die EZB auf eine Bilanzsumme von bis zu 60 Prozent des BIPs der Eurozone und in den Besitz von der Hälfte der Schulden einiger Euroländer wie Italien kommen. Soviel zum Thema "Keine Vergemeinschaftung in der Eurozone".
Doch die wichtigste Zentralbank der Welt, die berühmte Fed in Amerika, steht da nicht hintenan. Im Gegenteil. Die Fed ist nach diversen Ankündigungen der letzten Wochen zu Ankaufprogrammen in den Billionen für alle möglichen Anleihen zur Freude der Wall Street noch einen Schritt weitergegangen: Sie will nun in großem Stil auch wackelige Unternehmensanleihen inklusive sogenannter Junk Bonds aufkaufen.
Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil sie das noch nicht einmal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise machen musste und nach ihren Statuten eigentlich auch gar nicht dürfte. Derweil bekam der britische Staat letzte Woche eine fast unbegrenzte Dispolinie bei der Bank of England eingeräumt und die Bank von Japan kauft auch gleich direkt(!) Aktien.
Diesmal sind die Zentralbanken gleich am Anfang eingeschritten und haben die Märkte von Junk Bonds bis zu ETFs für Anleihen gerettet. Die bedauerliche Nebenwirkung ist leider, dass nun alle Preise, ob für Aktien, Anleihen oder Währungen, keine wirklichen Marktpreise mehr sind. Vielmehr sind sie zur Zeit alle mehr oder weniger staatlich gesteuert.
Liebe Leser, vergessen Sie all die tollen Analysen in den Zeitungen über die Aktienmärkte. Der Grund, warum die Kurse in den letzten beiden Wochen wieder so stark gestiegen sind, ist nicht Markttechnik, sondern in erster Linie ein Effekt der obigen Billionen. Das mittelbare Ziel dieser experimentellen Politik ist, dass die Inflationsrate in den nächsten ein bis zwei Jahren auf bis zu 4 Prozent ansteigt, während die Zinsen unter 1 Prozent gehalten werden. Das ist wichtig, denn ihr Erspartes muss real negativ verzinst werden, um das heutige Geldsystem am Leben zu halten. Dieses Vorgehen nennt man Financial Repression und es dient dazu, die nach Corona endgültig viel zu hohen Schulden von Staaten und Unternehmen im Verlauf der nächsten Jahre real um mindestens ein Drittel abzuwerten.
Was heißt das für Sie? Nun, entgegen aller Crash-Propheten ist Ihr Geld auf dem Konto wohl sicher. Die ernüchternde Wahrheit ist meiner Meinung nach aber, dass es in einigen Jahren gut ein Drittel weniger wert sein wird. Also kommen Sie, ob Sie es wollen oder nicht, um das Spielkasino Börse und Aktien gar nicht herum.
https://amp.focus.de/finanzen/boerse/experten/...ion_id_11873824.html
Fazit: Pfeifen Sie auf Unternehmensgewinne und Dividenden. Beten Sie lieber für ein funktionierendes Schnellballsystem. Finden Sie den Dummen, der Ihnen Ihren virtuellen Wertzuwachs auszahlt, anders ist Rendite in einer druckenden, Nullzins-Inflationswelt nicht mehr zu machen. |