Im Informationskrieg um den Ukraine-Konflikt hat Russland eine herbe Niederlage einstecken müssen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" in ihrer Mittwochausgabe.
Gestern musste der russische Außenminister Sergej Lawrow erneut Vorwürfe zurückweisen, dass Moskau an dem Konflikt in der Ostukraine beteiligt ist.
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst (SBU) hatte die Festnahme von zehn russischen Luftlandesoldaten im Gebiet Donezk gemeldet. Eine Quelle im russischen Verteidigungsministerium bestätigte die Gefangennahme, betonte allerdings, dass der Grenzübertritt an einer nicht markierten Stelle unbeabsichtigt geschehen sei. Der Zwischenfall an der Grenze zur Ukraine schadet Russlands Ansehen in der Welt.
Die Gegenseite nutzt jede Gelegenheit, um Russlands Beteiligung am Konflikt in der Ostukraine zu beweisen. Moskau dementiert entsprechende Berichte, aber im Internet tauchen sie immer wieder auf. Im Westen herrscht deswegen die Meinung vor, dass der Kreml seine Finger doch im Spiel hat.
Einige Experten sind der Ansicht, dass Moskau an dem ungünstigen Verlauf des Informationskrieges zum Teil selbst schuld ist. So haben die ukrainischen Geheimdienste gefälschte Beweise vorgelegt, dass mit dem Absturz der Boeing 777 der Malaysia Airlines in der Ostukraine ein Offizier der Hauptaufklärungsverwaltung beim russischen Generalstab in Verbindung steht. Auf einem beigefügten Foto war der Militärexperte Oberst a.D. Mussa Chamsatow abgebildet. Der Kolumnist der "Nesawissimaja Gaseta“ hat aber weder etwas mit den russischen Geheimdiensten noch etwas mit der Ukraine zu tun.
Der Ukraine-Konflikt in Zahlen Diese Falschmeldung wurde im russischen Fernsehen und in der "Nesawissimaja Gaseta" dementiert. Im Westen nahm man jedoch kaum Notiz davon. Dabei hätte das russische Außen- oder Verteidigungsministerium eine entsprechende offizielle Mitteilung veröffentlichen können. Zudem hätte eine Pressekonferenz zum Fall Mussa Chamsatow abgehalten werden können. Das wurde aber nicht getan. Auch in Bezug auf die ostukrainischen Flüchtlinge in Russland werden die Angaben der russischen Behörden im Westen eher ignoriert. Laut dem UN-Flüchtlingskommissar mussten seit März 415 800 Einwohner der Gebiete Donezk und Lugansk ihre Heimat verlassen. Die russische Ausländerbehörde berichtet allerdings, dass es Mitte August bereits 733 000 waren. Diese Informationen werden im Westen jedoch verschwiegen.
http://de.ria.ru/zeitungen/20140827/269401969.html |