Man nimmt mir die Worte aus dem Mund:
'Im Angriffskrieg der USA gegen den Iran offenbaren sich mehrere Elemente einer, wie wir sie nennen, faschistischen Zerstörungslust. Offenbaren ist hier durchaus wörtlich zu verstehen, denn in seiner Rechtfertigung beruft sich der sogenannte US-Kriegsminister Pete Hegseth nicht auf das Völkerrecht, sondern auf die Offenbarung des Johannes aus dem Alten Testament.
Der Soldat soll wieder ein Mann sein, und er soll ein Krieger sein. Die semantische Neuordnung des Kriegsministeriums ist Teil eines neuen, apokalyptischen Aktivismus. Die virile Tat wird mit existenzieller Bedeutung aufgeladen. Das Militär ist dann nicht nur eine Institution organisierter Gewalt, es ist zugleich ein "Träumen von Gesellschaft", wie der französische Philosoph Michel Foucault es nannte. Einer Gesellschaft, in der die Fesseln der zivilen Ordnung abgestreift wurden, die in der kriegerischen Tat ihre destruktive Energie entfesselt. Die Erlösung vollzieht sich im und durch den Krieg.
Man kann diese Denkweise ablesen an den Worten, die Hegseth im Irankrieg an seine Offiziere richtet. Sie haben einen endzeitlichen Sound eschatologischer Naherwartung. Die militärische Intervention wird als kosmisches Drama von Vernichtung und Heilserwartung inszeniert: "Präsident Trump wurde von Jesus gesalbt, um das Signalfeuer im Iran zu entzünden, um Armageddon auszulösen und seine Rückkehr auf die Erde zu markieren", so Hegseth.'
komplett https://www.zeit.de/feuilleton/2026-03/...-angriffskrieg-voelkerrecht
https://archive.ph/p3xY2#selection-1693.0-1703.438
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