Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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08.02.26 18:10 #200276 Löschung

Moderation
Zeitpunkt: 22.02.26 22:16
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Unzureichende Quellenangabe

 

 
08.02.26 21:45 #200277 'Deutsche Unternehmen investieren weniger'
Trump machts möglich:

'...Die Ergebnisse der Umfrage werden gestützt durch eine Auswertung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Danach haben deutsche Unternehmen in den ersten zehn Monaten der Präsidentschaft Trump 45 Prozent weniger in den Vereinigten Staaten investiert als im Vorjahreszeitraum. Die Direktinvestitionen sanken von fast 19 Milliarden auf 10,2 Milliarden Euro. Damit lagen sie auch im längerfristigen Vergleich 24 Prozent niedriger als das übliche Niveau.

Neben dem abrupten Vertrauensverlust in die Vereinigten Staaten zeigt die Umfrage der DZ Bank eine Rückbesinnung der Unternehmen im Mittelstand auf den Inlandsmarkt. Mehr als die Hälfte der Unternehmen strebt einen verstärkten Absatz in Deutschland und einen vermehrten Einkauf in Deutschland und in der Europäischen Union an...'

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...idet-die-usa-110833736.html

https://archive.ph/S3dZa#selection-2277.0-2283.326
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it's the culture, stupid
10.02.26 12:02 #200278 'Nebel von unterschwelligen Einstellungen'
'Dass Faschismus ohne klare Doktrin und ohne fixe Prinzipien auskommt, war immer die Stärke des Faschismus und erklärt teilweise sogar seinen Erfolg. Er operiert geschmeidig unter sich wandelnden Umständen und ist, wie das der US-Faschismusforscher Robert O. Paxton einmal in unübertroffener Eleganz formulierte, ein „Nebel von unterschwelligen Einstellungen“. Eine Stimmung, eine Haltung, die wiederum von Stimmungen genährt wird, die ihr günstig ist. Kult der Härte, Freude an der Gemeinheit und dem Fiesen, der Sadismus und das Herumgeopfer derer, die sich stets zu kurz gekommen fühlen, destruktive Fantasien und die Ausmalung allerlei Grausamkeiten, die man jenen antun möchte, die man für die eigene Unbill verantwortlich macht.

Das ist das Grundrauschen, über dem sich dann jede Meinung zu jedem beliebigen Problem erheben kann – oder auch die Gegenmeinung. Kein einziger Denker, so Paxton, hat je ein philosophisches System des Faschismus entwickelt. Er benötigt es nicht, weil er von „mobilisierenden Leidenschaften“ getragen ist.

Das Theatralische des Faschismus, das Posenhafte von Anführern und Agitatoren hat darin ihre Ursache: Sie können jede Meinung einnehmen, die gerade beim Publikum den größten Erfolg verspricht, solange sie diese mit der faschistischen Emotionalität zu verweben vermögen. Sie sind daher, mehr noch als normale Politiker, Schauspieler des Politischen. Sie können problemlos heute dies, morgen das Gegenteil sagen, und grinsen dabei noch höhnisch ob ihrer altväterlichen Gegner, für die innere Konsistenz wichtiger ist als für sie.

Deswegen auch die Dichte der exzentrischen Showmänner im faschistischen Führungspersonal von Geschichte und Gegenwart. Noch der verbreitete Irrtum, die Faschisten zu unterschätzen, mag darin seine Ursache haben, da man ihnen ansieht, dass sie das, was sie sagen, ja oft nicht ernst nehmen und selbst wissen, dass es haarsträubender Unsinn ist. Aber das ist ein gefährlicher Fehler, denn die Bösartigkeit ist echt, nur die Opfer sind austauschbar, je nachdem, wer gerade am besten passt. Man muss sie ernst, aber nicht wörtlich nehmen.'

komplett https://taz.de/Abschaffung-der-Demokratie/!6153139/
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it's the culture, stupid
10.02.26 13:13 #200279 Zur Weiterbildung empfohlen
makroskop.eu/05-2026/alternative-wirtschaftstheoretische-ansatze-­werden-oft-ausgeblendet/

www.lpb-bw.de/shop/noelke-oekonomie-verstehen/3805

Nölke: Ökonomie verstehen

Eine pluralistische Einführung

Sonderausgabe der Zentralen für politische Bildung (ZpB)

Wie lassen sich Wirtschaftskrisen erklären? Welche Faktoren beeinflussen Ungleichheit? Und welche Alternativen gibt es zum Wachstumsparadigma? Dieses Lehrbuch führt verständlich und fundiert in zentrale wirtschaftliche Themen ein – von Arbeitslosigkeit über Finanzmärkte bis zur Umweltökonomie. Es vermittelt verschiedene Wirtschaftstheorien aus pluralistischer Perspektive und verknüpft diese mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. So vermittelt das Buch Studierenden und zukünftigen Lehrkräften die Fähigkeit, wirtschaftspolitische Debatten kompetent zu verfolgen, die vorgebrachten Argumente einzuordnen und eigenständige Positionen zu entwickeln.

Die Autoren greifen Forderungen von Fachgesellschaften und Studierendenorganisationen auf, kontroverse Aspekte in der Wirtschaftswissenschaft auch in der Lehre kontrovers abzubilden. Inhaltlich werden alle Themenfelder der Volkswirtschaftslehre behandelt, die für sozialwissenschaftliche Diskussionen relevant und in den Schulcurricula der Verbundfächer Politik/Wirtschaft enthalten sind, beispielsweise der Wirtschaftskreislauf, Wirtschaftskrisen, Staatshaushalt, Ungleichheit, Geldpolitik, Handel und Globalisierung.

Der Aufbau des Buches ist dabei problemorientiert: die Themen werden ausgehend von aktuellen gesellschaftlichen Problemen aufgearbeitet, die an aus den Nachrichten bekannten Themen anknüpfen. Im Unterschied zu den gängigen wirtschaftswissenschaftlichen Lehrbüchern wird auf abstrakte und mathematisierte Modellbildung komplett verzichtet. Die behandelten Themen sind reichhaltig mit empirischen Daten und Abbildungen belegt, um die dargestellten Zusammenhänge plastischer und damit verständlicher zu machen.
 
12.02.26 14:40 #200280 Indien statt Berlin
"Verlagerungspläne von BASF von Berlin nach Indien: Mehr als 4000 Arbeitsplätze in der Hauptstadtregion sind bedroht"
https://www.tagesspiegel.de/berlin/...gion-sind-bedroht-15241830.html

"Die angekündigten Pläne des Chemiekonzerns BASF, Unternehmensteile nach Indien zu verlagern, stoßen in Berlin und in der Chemiebranche auf Unverständnis und Kritik. Der Konzern prüft, wesentliche Teile seiner Berliner Dienstleistungen künftig in Indien zu bündeln – ein Schritt, der mehrere Tausend Beschäftigte des Service-Hubs am Prenzlauer Berg verunsichert und die Politik alarmiert. Auch weitere Einheiten wie die BASF Digital Solutions an bundesweiten Standorten sollen betroffen sein.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) reagierte am Mittwoch „mit großer Sorge“ auf die absehbaren Einschnitte. Berlin habe sich über Jahrzehnte als „verlässlicher, innovationsfreundlicher und stabiler Wirtschaftsstandort“ für die BASF erwiesen, erklärte Wegner in einer Pressemitteilung.

Von der Unternehmensführung erwarte er eine „transparente und nachvollziehbare Darstellung der weiteren Planungen“ sowie einen sozialverträglichen Umgang mit den Beschäftigten. Tarifbindung und Mitbestimmung müssten auch künftig garantiert bleiben. Wegner kündigte an, zeitnah Gespräche mit Unternehmensleitung, Betriebsrat und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) zu führen.

Die IGBCE kündigte Widerstand gegen die Verlagerung an. Der geplante Abbau treffe ein tarifliches „Vorzeigeprojekt“, sagte Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis, der zugleich BASF-Aufsichtsrat ist. Seit 2005 war es der BASF durch einen speziellen Verbandstarifvertrag möglich geworden, interne Dienstleistungen in Berlin zu bündeln – statt sie ins Ausland zu verlagern. Dafür hatten die Beschäftigten längere Arbeitszeiten und niedrigere Einstiegsgehälter akzeptiert. „Jetzt endet dieses Modell, und es endet schlecht“, sagte Vassiliadis.
Gewerkschaft nennt die Pläne „verantwortungslos“

Die Betriebsratsvorsitzende Judith Nolten-Bertucco sagte laut IGBCE, die Belegschaft sei „fassungslos“. Das Team am Standort habe wichtige Projekte umgesetzt und maßgeblich zur Kostensenkung im Konzern beigetragen. Die Leiterin des IGBCE-Landesbezirks Nordost, Stephanie Albrecht-Suliak, kritisierte zusätzlich, dass auch Hunderte Arbeitsplätze der BASF Digital Solutions bundesweit wegfallen könnten. Es sei „verantwortungslos“, dass der Konzern in Europa Stellen abbaut, während er in Asien „Milliarden investiert“.

Der Service-Hub der BASF in Berlin beschäftigt nach Unternehmensangaben mehr als 2700 Menschen. Auch der große Produktionsstandort in Schwarzheide (Kreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg) zählt zu den wichtigsten Standorten des Konzerns in Deutschland. "


Bevor man Pleite geht, prüft man halt Standortfaktoren und trifft am Ende Entscheidungen.

Die BASF steht im unmittelbarer Wettbewerb weltweit. Diese Tatsache und die damit verbundenen Konsequenzen verstehen bestimmte Personen einfach nicht, insbesondere aus dem grün/ roten Lager.

Ad-hoc sehe ich folgende Auswahl an Standortfaktoren in DE:
- Energiepreise durch Energiewende.
- Standortkosten durch CO2-Steuern und andere Regeln wie Lieferkettengesetz.
- Gebäudekosten durch Heizungsgesetz und Wärmewende (trifft auch Unternehmen).
- Unsicherheit bzgl. zukünftiger Versorgung mit Erdgas (Mannheim, Augsburg, usw.).
- EU Gebäuderichtlinie (fordert sämtliche Bestandsgebäude zum Null Emissionshaus zu "transformieren" bis zum Jahr 2050 - gilt auf für Unternehmen)
- Verkehrswende und deren Folgen auf Fuhrparks von Unternehmen (Seit dem 1. Dezember 2023 gilt in Deutschland eine CO2-basierte Lkw-Maut, die einen Aufschlag von 200 Euro pro Tonne CO
auf die reguläre Maut erhebt. Betroffen sind Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen, seit 1. Juli 2024 gilt die Mautpflicht auch für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Emissionsfreie Lkw sind bis Ende 2025 mautbefreit, ab 2026 zahlen sie 75 % weniger.)

Also der "Dreiklang" aus Energiewende, Wärmewende und Verkehrswende im Namen des "Klimaschutz".

Wenn der Dank des Heimatstandortes heisst: Rekordenergiepreise, Rekord Steuer- und Abgabenlast, Rekord-Bürokratie und immer schlechteres Bildungsniveau der Schul- und Hochschulabgänger.  
13.02.26 01:03 #200281 290: Klima- und Umweltschutz hat etwas .
... der zukünftigen Sicherheit und Gesundheit von Milliarden Menschen zu tun.

Der Öl-, Gas- und Kohleindustrie und den Förderländern geht es dagegen nur um den kurzfristigen Gewinn und sie haben in Trump einen dummen und korrupten Befürworter gefunden, um die vorhandene US-Gesetzgebung im Umwelt- und Gesundheitsbereich auf das Niveau von vor 50 bis 60 Jahren zurückzudrehen. Die MAGAs versuchen zudem ihren Mega-Unsinn anderen Ländern mit aufzuzwingen und offensichtlich finden sie auch überall Befürworter für ihre dumme Ideologie, die keiner einzigen wissenschaftlichen Überprüfung standhält.

Eigentlich muß man solchen Leuten wünschen, mal ganz persönlich und erheblich von klimawandelinduzierten Katastrophen (verheerende Stürme, Überschwemmungen, Erdrutsche, etc.) betroffen zu sein.

Würde es nach den Öl- und Kohleunternehmen gehen, würden sie vermutlich ihre Produkte weiter, bis nichts mehr unter der Erde zu finden ist, in die Atmosphäre blasen. Und die Dinosaurier der Autohersteller ihre Autos heute noch - wie vor mehr als 60 Jahren - ohne Kat, Sicherheitsgurte, Airbags etc. an die Kunden verkaufen. Solche Umwelt- und Sicherheitstechniken zum Schutz der Gesundheit von Menschen waren in deren Augen immer alles völlig unnötige Kosten, um von A nach B zu kommen. Die zehnfache jährliche Anzahl der Toten im Straßenverkehr im Vergleich zu heute, wäre ohne entsprechende Regulierungen, wahrscheinlich immer noch die Regel.

Auch beim Klimaschutz geht es ohne Regulierungen nicht - es sei denn, man behauptet wie Trumps Maga-Ideologen einfach, daß es den Klimawandel gar nicht gibt und deshalb Regulierungen nur die Freiheit der Unternehmen beeinträchtigen.

Seit wann zählt eigentlich der CDU-Oberbürgermeister in Berlin zu rot-grün? Übrigens werden inzwischen auch in D. und ganz ohne den Grünen Habeck mehr Wärmepumpen als Öl- und Gasheizungen zusammen verkauft. In anderen europäischen Ländern, ist dies schon seit etlichen Jahren so.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-01/...uf-rueckgang-waermepume-gxe

 
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13.02.26 10:14 #200282 'Indien statt Berlin'
'Der Konzern prüft, wesentliche Teile seiner Berliner Dienstleistungen künftig in Indien zu bündeln – ein Schritt, der mehrere Tausend Beschäftigte des Service-Hubs am Prenzlauer Berg verunsichert und die Politik alarmiert.'...'Also der "Dreiklang" aus Energiewende, Wärmewende und Verkehrswende im Namen des "Klimaschutz".

Aus der Meldung geht hervor, dass es sich um 'Dienstleistungen' handelt, deren Erbringung wohl kaum von Energiepreisen und Klimapolitik abhängig ist. Der Plan diese nach Indien outzusourcen wäre, wenn ernst gemeint, aus der Zeit gefallen, denn wir leben in einer Welt der Deglobalisierung, in der Abhängigkeiten von einem unsicheren Ausland als wachsendes Systemrisiko gehandelt werden. Deshalb ist die Annahme plausibel, dass sich hinter diesen Plänen lediglich der verdeckte Schrei nach Subventionierung verbirgt.  



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13.02.26 17:03 #200283 Löschung

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Zeitpunkt: 19.02.26 10:55
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13.02.26 21:24 #200284 'klimawandelinduziert'
Du bist doch Raucher. Niemand stirbt durch Rauchen und das steht eben deshalb auch niemals auf dem Totenschein. Man stirbt so gut wie immer an Organversagen, dem meist eine ganze Kette möglicher Ursachen vorausgeht. Ein Raucher fügt dieser Kausalkette ein weiteres Glied hinzu , mit der Konsequenz, im statistischen Mittel dem Organversagen näher zu geraten als der Nichtraucher. Man spricht von der Standardabweichung, die ein erhöhtes theoretisches Risiko für den Raucher relativ zum Nichtraucher anzeigt. Heisst für das individuelle Schicksal wenig und doch lebt das Kollektiv der Raucher einen Tick kürzer. Für eine bedenkenlos aufgeheizte Atmosphäre gilt grundsätzlich dasselbe. Sie erhöht das Risiko für klimatische Knock Out Ereignisse. Nicht mehr, nicht weniger..  
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