Rotz-Artikel gelesen.
Punkt 2: Falsch. Produktionsausbau dauert halt seine Zeit, das ist mal wieder nur eine Frage der Erwartungshaltung. Dass DS "überfordert" ist, dafür gibt es keinerlei ernsthafte Hinweise. Im Gegenteil, sie bauen parallel ihre skalierbare SaaS-Lösung auf, die immer mehr Umsatzanteile gewinnt.
Punkt 3: Falsch. Tony Ford hatte es vor ein paar Wochen gut erklärt - das kleine bisschen Verwässerung was faktisch passiert hat den Impact von ca. 2% Kursverlust, mehr nicht. Jedenfalls ist es sicherlich kein "Grund für den Crash"
Punkt 4: Logisch, dass die Bewertung viel zu arg war und immer noch ist. Deshalb konsolidiert die Aktie auch(!), aber nach immer noch >200% YTD-Performance von einem "Crash" zu sprechen, ist lächerlich.
Allerdings sind auch News-Artikel letztlich nur ein Produkt - und verkauft wird alles, was von anderen gekauft wird. Mit anderen Worten: Solange Menschen den Scheiß lesen, wird er auch veröffentlicht.
Jetzt noch meine Gedanken zu Punkt 1: Die Insiderverkäufe
Tatsächlich ist das der einzige Punkt, der mir zumindest etwas Bauchschmerzen bereitet. Teilverkäufe okay, aber dann wirklich alles abzustoßen, ist ein deutlicher Indikatior für die Risikobehaftung, die ein Invest in DS mit sich bringt.
3 Szenarien sind für mich am wahrscheinlichsten (sortiert nach Wahrscheinlichkeit (mMn)):
1. DS hat ernsthafte Probleme, die Führungsriege weiß Bescheid und bringt ihre Schafe rechtzeitig ins Trockene. -> halte ich für sehr unwahrscheinlich, denn es gibt nicht den kleinsten Hinweis - abgesehen von den Verkäufen - auf Missstände. Außerdem wäre es vor dem Hintergrund dieser massiven, offensichtlichen abgestimmten Verkäufe und der Nachfrage der Börsenaufsicht mMn unmöglich, Insiderwissen später zu verneinen. Die GF würde sich ziemlich sicher strafbar machen.
2. Investoren wollen günstigere Preise -> halte ich für eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Das Potenzial von DS sollte mittlerweile jeder, der ein bisschen was mit Börse zu tun hat, verstanden haben. Die überzogene Bewertung aber auch. Ggf. wurde signalisiert, dass Investoren (egal welcher Art) erst bei niedrigeren Kursen einsteigen und Oleg dachte sich: Perfekt, dann senke ich den Kurs, kaufe später nach und verdiene doppelt.
3. DS selbst will den Kurs wieder normalisieren -> halte ich für am wahrscheinlichsten. Denn: Oleg ist sicherlich nicht blöd, der wird ganz genau wissen, wie seine Abverkäufe vom Markt interpretiert werden. Erstens konnte er jetzt mal so richtig schön Kasse machen. Zweitens ist ein krasser Anstieg von DS doch mit Abstand das beste Marketing, was das Unternehmen bekommen kann; Problem: Normalerweise wäre es jetzt vermutlich erst mal ein Jahr seitwärts gelaufen - heißt: Keine starken Anstiege. Das Interesse hätte stark nachgelassen. Wenn die Kurse aber wieder eine Übertreibung nach unten durchlaufen, sorgt das - aktuell erwartetes Wachstum vorausgesetzt - zwangsläufig wieder für den nächsten Run. Den will dann nicht nur DS als Firma, sondern auch Oleg und sein C-Level ganz persönlich.
Ich bin nach wie vor entspannt, beobachte das Geschehen seit dem Abverkauf aber ganz genau, um schnellstmöglich herauszufinden, was wirklich der Grund war. Aktuell sehe ich (noch?) keinen Grund, panisch zu werden - vorsichtig dagegen umso mehr. |