Kriminaloberrat Karsten Gillert und seine Kollegin Martina Labenski, Erste Kriminalhauptkommissarin, drücken es so aus: Wenn Täter wissen, wo sie suchen müssen, brechen sie nicht zum ersten Mal ein. Und wenn sie Schmuck mitnehmen, aber Laptops stehen lassen, sind sie gezielt auf der Suche nach Beute, für die sie Abnehmer haben. Beides trifft oft auf die Kategorie von Einbrechern zu, die Gillert und Labenski „reisende Täter“ nennen: organisierte Kleingruppen, die in der Mehrzahl aus dem osteuropäischen Ausland kommen und international auf Beutezug gehen. „Wir erleben zunehmend, dass in Berlin festgenommene Tatverdächtige vorher schon in Barcelona oder Paris aufgefallen sind“, sagt Gillert. „Und wir wissen“, fügt Labenski hinzu, „dass sich bestimmte Berliner Straßenzüge in solchen Kreisen als lohnend herumgesprochen haben.“
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Die Zahl der Einbrüche hat sich in Berlin nämlich im vergangenen Jahrzehnt ziemlich genau verdoppelt: von rund 6000 Fällen im Jahr 2004 auf knapp über 12.000 Fälle im Jahr 2012. Im letzten Jahr ging die Zahl dann zwar leicht zurück, doch für 2014 ist wieder ein Anstieg absehbar.
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„Viele in der Stadt sind heute der Meinung, dass es nicht zu ihrem Lebensstil passt, sich zu verbarrikadieren“, sagt Gillert. „Natürlich ist dann die Betroffenheit groß, wenn doch mal jemand ungefragt durch die schöne Wohnung in der Kastanienallee stiefelt, ohne vorher die Schuhe auszuziehen – und auf einmal sind die ganzen tollen Produkte mit dem angebissenen Apfel weg.“ http://www.tagesspiegel.de/berlin/...laut-das-macbook/11167810-2.html |