ifo und Aussagen der US-Notenbanker im Fokus


27.03.17 08:47
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - "No deal" ist das Ergebnis der Gespräche mit den Vertretern der Republikaner im Repräsentantenhaus, so die Analysten der National-Bank AG.

Die bereits auf Freitag verschobene Abstimmung über den American Health Act als Ablösung des Affordable Care Act sei abgesagt worden, weil die Republikaner keine Mehrheit im Repräsentantenhaus hätten organisieren können. Das sei sicher eine empfindliche Niederlage für den US-Präsidenten. Es mache jedoch zugleich deutlich, wie viele unterschiedliche Strömungen es innerhalb der republikanischen Partei gebe. Schließlich sei es nicht nur das Ziel der US-Administration gewesen, Obamacare abzulösen, sondern der gesamten Partei. Nur bei der Umsetzung dieses Zieles gebe es ganz unterschiedliche Vorstellungen. Vielleicht habe die US-Regierung daraus gelernt, dass es zum einen sinnvoll sei, umfangreiche Gesetzesvorhaben langfristig vorzubereiten und zum anderen Kompromisse notwendig seien, um die Gesetzesvorhaben auch umsetzen zu können. Die US-Regierung wolle sich nun auf andere Vorhaben konzentrieren.

Dementsprechend stehe die Umsetzung der umfangreichen Steuerpläne ganz oben auf der Agenda. Es sei zwar erneut der Termin "August" für die Vorlage der Steuerpläne genannt worden. Angesichts des jüngsten Desasters sollte man darauf jedoch nicht mehr so viel geben. Noch eine so deutliche Niederlage werde sich der US-Präsident nicht leisten können. Die Verhandlungen innerhalb der republikanischen Partei würden beim Thema Steuern sicher nicht einfach werden, obwohl es einer Grundkonsens gebe, wonach die Steuerbelastung gesenkt werden solle. Diesen Grundkonsens habe es zu Obamacare auch gegeben. Das Ergebnis sei bekannt. Der zentrale Streitpunkt bei der Steuerreform werde die Gegenfinanzierung sein. Daher werde die US-Administration mit ihren bisher bekannten Vorschlägen kaum eine Mehrheit finden: Kompromisse müssen her.

Die Investoren dürften die Lage in den USA vermutlich neu bewerten. Es sei durchaus wahrscheinlich, dass das Trump-Fieber erst einmal abkühle. Statt Hoffnung, Versprechen und Ankündigungen dürften die Anleger auf solide Regierungsarbeit warten. Immerhin seien die Nachrichten aus dem Euroraum am Freitag vielversprechend gewesen: Die vorläufigen Werte der Markit Einkaufsmanagerindices hätten angezogen, sodass in den kommenden Monaten mit Wachstum, vermutlich sogar eine leichten Beschleunigung, zu rechnen sei. Ob die Vielzahl der deutschen Unternehmen, die im Zuge der Ermittlung des ifo-Geschäftsklimaindikators befragt worden seien, das so sehe, werde man heute erfahren. Es sei möglich, dass die Unternehmer vorsichtiger in die Zukunft schauen würden, denn gerade die Aussagen vom G20-Finanzministertreffen dürften einige Spuren hinterlassen und den einen oder anderen Unternehmer nachdenklich gestimmt haben. Nichtsdestotrotz wäre ein leichter Rückgang kein Beinbruch. Die deutsche Wirtschaft laufe.

Neben dem ifo seien die Aussagen der US-Notenbanker zu beachten. Viel Neues sei jedoch nicht zu erwarten. Es drehe sich weiterhin um insgesamt drei oder vier Leitzinserhöhungen im laufenden Jahr sowie dem Umgang mit der FED-Bilanz. Vermutlich würden die Investoren erst um die nächste FOMC-Tagung herum echte Neuigkeiten erhalten.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte die Woche freundlich beginnen. Die Investoren würden vermutlich erst einmal zurückhaltend agieren. Zudem stehe am 29. März mit dem Einreichen des formalen Austrittsgesuchs UKs ein bahnbrechendes Ereignis an. Der Bund-Future dürfte sich im Tagesverlauf zwischen 159,50 und 161,05 bewegen. Die Emission der zweijährigen T-Notes könnte am Abend etwas belasten. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,30 und 2,44% schwanken. (27.03.2017/alc/a/a)





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