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Die globalen Märkte werden ihr Wachstum fortsetzen


26.09.16 09:00
GAM

Berlin (www.anleihencheck.de) - Im letzten Monat erreichten die globalen Anleiheerträge angesichts steigender Anleiherenditen ein Plateau, so Larry Hatheway, Group Head Multi Asset Portfolio Solutions und Chefökonom beim Asset Manager GAM.

Die Aktienmarktgewinne seien ins Stocken geraten, da die Anleger ihre Allokation in Werte für "Anleiheflüchtlinge" - stabile, Erträge generierende Aktien - reduziert hätten.

Der Anstieg der Staatsanleiherenditen beeinflusse mehrere Entwicklungen. Trotz der jüngsten Schwäche der US-Konjunkturindikatoren hätten die Marktteilnehmer eine höhere Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank (FED) im Dezember 2016 vorweg genommen. Dadurch sei das eingepreiste Chancenverhältnis im Vergleich zum wesentlich geringeren Niveau im Anschluss an das britische Referendum zum Brexit auf 50 Prozent gestiegen. Eine Wiederaufnahme der Normalisierung sei nach Meinung des Experten wahrscheinlich. Darüber hinaus scheinen Zweifel an weiteren Lockerungsmaßnahmen der Bank of Japan, der Europäischen Zentralbank oder der Bank of England aufzukommen, so Hatheway. Nicht zuletzt würden Anleger ihre Anleihepositionen mit langer Duration reduzieren.

Trotz dieser Rückschläge gehe Hatheway davon aus, dass die Märkte den Kurs des moderaten globalen Wachstums und der niedrigen Inflation beibehalten würden. Er erwarte, dass sich die globalen Märkte weiterhin gut entwickeln würden, sofern sie ein günstiges Szenario vorfinden würden, bei dem das Wachstum stark genug sei, um die Unternehmensgewinne zu unterstützen, aber nicht so stark, dass es ein schnelleres Tempo der US-Zinserhöhungen oder einen kräftigen Anstieg des US-Dollars auslöse. Vor allem die Industrieländer hätten sich in den letzten Jahren als widerstandsfähig gegenüber politischen und geopolitischen Spannungen sowie Marktschocks erwiesen. In China würden die jüngsten Daten zur Kreditvergabe und zur Realwirtschaft auf eine Fortsetzung der Expansion hindeuten.

In diesem Umfeld erkenne man eine zunehmende Rotation in bisher verschmähte zyklische Aktien und Schwellenmärkte. Rückgänge an den globalen Aktienmärkten dürften flach verlaufen, und die Konsolidierung sollte mit einer Rotation in zyklischere Aktien sowie in die Bereiche der Schwellenmärkte einhergehen, die in den letzten Jahren zurückgefallen seien. Für eine Rotation seien aus Sicht des Experten aber auch Anzeichen für eine verbesserte Gewinnentwicklung erforderlich. Deshalb nehme er nach wie vor eine vorsichtige Haltung gegenüber Substanzwerten an sich ein.

Trotz der Besorgnis über den Brexit sei die Marktstimmung insgesamt von der Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft geprägt gewesen. In China sei die von vielen prognostizierte harte Landung nicht eingetreten, Teile Asiens würden sich wieder gut entwickeln, und in Brasilien und Russland würden die Gewinnaussichten die Erwartungen übertreffen. All dies habe dazu beigetragen, das globale Wachstum aufrecht zu erhalten. (Ausgabe vom 23.09.2016) (26.09.2016/alc/a/a)