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Zinswende zeitigt Folgen
11.04.23 14:30
LOYS
Oldenburg (www.anleihencheck.de) - Seit weit mehr als einem Jahr steigen die Zinsen, so Dr. Christoph Bruns und Ufuk Boydak von LOYS.
Nach fast vier Jahrzehnten sinkender und am Ende sogar negativer Zinsen habe die Inflation ihr garstiges Haupt kraftvoll erhoben. Alle Bürger seien von dem rapiden Geldwertrückgang durch Wohlstandsverlust betroffen. Lediglich Schuldner (wie zum Beispiel Staaten) würden von der Inflation profitieren. Die hohe Inflation habe die Zentralbanken der Welt zu einer unvermeidlichen Zinswende gezwungen.
In Geschwindigkeit und Umfang falle die Zinswende epochal aus. Es wäre naiv, zu meinen, solche großen Wendepunkte würden reibungslos und ohne größere Auswirkungen auf die Wirtschaftsteilnehmer vonstattengehen. Wie uns die letzten vier Wochen gelehrt haben, zeigen sich mittlerweile unerfreuliche Konsequenzen, so die Experten von LOYS. Die Zahlungsunfähigkeit einiger amerikanischer Regionalbanken habe die inzwischen gut etablierten Rettungsabteilungen der Notenbanken auf den Plan gerufen. In der Schweiz, wo die Credit Suisse seit längerem taumele, hätten sich Notenbank und Finanzministerium gezwungen gesehen, das Institut in anderes Fahrwasser zu lenken.
Wie sich zeige, habe die Zinsrisikosteuerung bei erstaunlich vielen Kreditinstituten nicht gut geklappt. Institute, die während der Niedrigzinsphase langlaufende Anleihen gekauft bzw. Ausleihungen getätigt hätten, sähen sich nun mit erheblichen Verlusten auf diesen Positionen konfrontiert, sofern sie keine Gegengeschäfte zur Absicherung getätigt hätten. Und Eigenkapitalerhöhungen würden in Krisenzeiten nicht gelingen. Einmal mehr sei der Staat gefordert, durch Einlagengarantien und Liquiditätszusagen größeren Schaden zu verhindern. Die staatlich gesteuerten Übernahmen von in Schwierigkeiten geratenen Banken würden die Konzentration weiter verstärken, wie am Beispiel der untergegangenen Credit Suisse studiert werden könne. Die Hoffnung erscheine jedoch berechtigt, dass die deutsche Bankenlandschaft dieses Mal weniger tangiert sei von den amerikanischen Bankenpleiten. Während der großen Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 sei es anders gewesen. Etliche staatliche Landesbanken, aber auch private Kreditinstitute (Industriekreditbank, Hypo Real Estate, Eurohypo etc.) seien untergegangen oder hätten gerettet werden müssen.
Allerdings stehe die Bankenbranche keineswegs allein da, wenn es um die Auswirkungen der Zinswende gehe. Alle Kapitalsammelstellen, die Zinsanlagen tätigen würden, seien mutatis mutandis von der tektonischen Zinsverschiebung betroffen. Man werde in den kommenden Wochen und Monaten gewiss von Pensionsfonds, Versicherungen, Versorgungskassen und dergleichen hören, die in Schieflage geraten seien bzw. ihren Verpflichtungen nicht im erwarteten Umfang nachkommen könnten. Per Saldo möge kein Wirtschaftssektor so stark von den Zinssteigerungen betroffen sein wie die Immobilienbranche. An den Kursen von Immobilienaktien (Vonovia, LEG Immobilien, Aroundtown etc.) lasse sich der Schaden bereits ablesen, der in dieser Branche eingetreten sei. Ferner sollte nicht übersehen werden, dass die Notenbanken als bei weitem größte Anleihenbesitzer ihrerseits riesige Verluste erlitten hätten.
Auch Aktionäre müssten die Folgen der Zinswende gut erwägen. Ohne Zweifel verteuere sich die Finanzierung für die Unternehmen. Da die meisten Unternehmen mit einer gehörigen Portion geliehenen Geldes arbeiten würden, bestünden auch hier Ertragsrisiken. Daher nehme die Bilanzanalyse mittlerweile wieder einen prominenteren Platz im Rahmen der Aktienanalyse ein. Logischerweise dürften solche Unternehmen, die ohne Verschuldung unterwegs seien oder gar Nettoliquidität aufweisen würden, von der eingetretenen Zinsentwicklung besonders profitieren. Glücklicherweise habe das Fondsmanagement der LOYS AG dem Thema Bilanzanalyse und Verschuldung stets einen hohen Stellenwert eingeräumt. Vielleicht lasse sich damit auch die gute Wertentwicklung aller LOYS Fonds im ersten Quartal begründen. Auch seien die LOYS Fonds von der gegenwärtigen Bankenmalaise kaum betroffen. Im Gegenteil: Die Experten von LOYS würden einmal mehr hoffen, von den Fehlern, die andere in der aktuellen Lage machen würden, mit ihrem langfristigen Qualitätsansatz profitieren zu können. (Ausgabe vom 31.03.2023) (11.04.2023/alc/a/a)
Nach fast vier Jahrzehnten sinkender und am Ende sogar negativer Zinsen habe die Inflation ihr garstiges Haupt kraftvoll erhoben. Alle Bürger seien von dem rapiden Geldwertrückgang durch Wohlstandsverlust betroffen. Lediglich Schuldner (wie zum Beispiel Staaten) würden von der Inflation profitieren. Die hohe Inflation habe die Zentralbanken der Welt zu einer unvermeidlichen Zinswende gezwungen.
Wie sich zeige, habe die Zinsrisikosteuerung bei erstaunlich vielen Kreditinstituten nicht gut geklappt. Institute, die während der Niedrigzinsphase langlaufende Anleihen gekauft bzw. Ausleihungen getätigt hätten, sähen sich nun mit erheblichen Verlusten auf diesen Positionen konfrontiert, sofern sie keine Gegengeschäfte zur Absicherung getätigt hätten. Und Eigenkapitalerhöhungen würden in Krisenzeiten nicht gelingen. Einmal mehr sei der Staat gefordert, durch Einlagengarantien und Liquiditätszusagen größeren Schaden zu verhindern. Die staatlich gesteuerten Übernahmen von in Schwierigkeiten geratenen Banken würden die Konzentration weiter verstärken, wie am Beispiel der untergegangenen Credit Suisse studiert werden könne. Die Hoffnung erscheine jedoch berechtigt, dass die deutsche Bankenlandschaft dieses Mal weniger tangiert sei von den amerikanischen Bankenpleiten. Während der großen Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 sei es anders gewesen. Etliche staatliche Landesbanken, aber auch private Kreditinstitute (Industriekreditbank, Hypo Real Estate, Eurohypo etc.) seien untergegangen oder hätten gerettet werden müssen.
Allerdings stehe die Bankenbranche keineswegs allein da, wenn es um die Auswirkungen der Zinswende gehe. Alle Kapitalsammelstellen, die Zinsanlagen tätigen würden, seien mutatis mutandis von der tektonischen Zinsverschiebung betroffen. Man werde in den kommenden Wochen und Monaten gewiss von Pensionsfonds, Versicherungen, Versorgungskassen und dergleichen hören, die in Schieflage geraten seien bzw. ihren Verpflichtungen nicht im erwarteten Umfang nachkommen könnten. Per Saldo möge kein Wirtschaftssektor so stark von den Zinssteigerungen betroffen sein wie die Immobilienbranche. An den Kursen von Immobilienaktien (Vonovia, LEG Immobilien, Aroundtown etc.) lasse sich der Schaden bereits ablesen, der in dieser Branche eingetreten sei. Ferner sollte nicht übersehen werden, dass die Notenbanken als bei weitem größte Anleihenbesitzer ihrerseits riesige Verluste erlitten hätten.
Auch Aktionäre müssten die Folgen der Zinswende gut erwägen. Ohne Zweifel verteuere sich die Finanzierung für die Unternehmen. Da die meisten Unternehmen mit einer gehörigen Portion geliehenen Geldes arbeiten würden, bestünden auch hier Ertragsrisiken. Daher nehme die Bilanzanalyse mittlerweile wieder einen prominenteren Platz im Rahmen der Aktienanalyse ein. Logischerweise dürften solche Unternehmen, die ohne Verschuldung unterwegs seien oder gar Nettoliquidität aufweisen würden, von der eingetretenen Zinsentwicklung besonders profitieren. Glücklicherweise habe das Fondsmanagement der LOYS AG dem Thema Bilanzanalyse und Verschuldung stets einen hohen Stellenwert eingeräumt. Vielleicht lasse sich damit auch die gute Wertentwicklung aller LOYS Fonds im ersten Quartal begründen. Auch seien die LOYS Fonds von der gegenwärtigen Bankenmalaise kaum betroffen. Im Gegenteil: Die Experten von LOYS würden einmal mehr hoffen, von den Fehlern, die andere in der aktuellen Lage machen würden, mit ihrem langfristigen Qualitätsansatz profitieren zu können. (Ausgabe vom 31.03.2023) (11.04.2023/alc/a/a)


