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Zinswende mit Ansage: EZB vor nächstem Schritt - schwacher Inflationsdruck ebnet den Weg
04.06.25 12:00
Vanguard
London (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank wird bei ihrer geldpolitischen Juni-Sitzung im Juni voraussichtlich den Einlagensatz um 0,25 Prozent senken - auf dann 2,0 Prozent. Damit würde dieser am unteren Ende unserer geschätzten neutralen Spanne liegen, so Shaan Raithatha, CFA, Senior Economist bei Vanguard Europa.
Im Mittelpunkt stehe die Aktualisierung der Konjunkturprognosen durch das EZB-Stabsteam. Bei den BIP-Wachstumsprognosen erwarte Raithatha kaum Veränderungen - die aktuelle Schätzung von 0,9 Prozent für 2025 liege nahe an seiner Erwartung von 1,1 Prozent. Ein stärker als erwartetes erstes Quartal, wohl bedingt durch vorgezogene Exporte, dürfte durch eine Abwärtskorrektur des restlichen Jahres kompensiert werden, da die hohe Unsicherheit die Konjunktur belaste. Für 2026 würden die Abwärtsrisiken gegenüber der aktuellen EZB-Prognose sowie der eigenen von Raithatha um 1 Prozent überwiegen - insbesondere angesichts der Gefahr einer verzögerten oder geringeren Umsetzung des deutschen Konjunkturpakets.
Trotz stabiler Wachstumszahlen rechne Raithatha mit Abwärtskorrekturen bei den Inflationsprognosen. Das Lohnwachstum sei weiter deutlich gesunken und liege auf annualisierter Basis inzwischen unter 3 Prozent. Gleichzeitig belaste der stärkere Euro die Importpreise für Güter. Brent-Rohöl notiere aktuell rund 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau (in Euro). Raithatha erwarte, dass sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation bis Ende 2026 unter zwei Prozent fallen würden.
Ein zusätzlicher Impuls für die taubenhaften Stimmen in der EZB sei der schwächer als erwartete vorläufige Verbraucherpreisindex (CPI) für Mai gewesen - eine Korrektur der osterbedingten Ausreißer im April (insbesondere bei Flug- und Pauschalreisen). Die Gesamtinflation liege nun unter zwei Prozent im Jahresvergleich. Sowohl die Kerninflation (2,3 Prozent) als auch die Dienstleistungsinflation (3,2 Prozent) befänden sich auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. Da das Wachstum voraussichtlich leicht unter dem Trend bleibe und die Löhne weiter sinken dürften, sehe Raithatha nun Abwärtsrisiken für seine Terminal-Rate-Prognose von 1,75 Prozent. Unabhängig davon habe die Mai-Inflation die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung im Juli deutlich erhöht.
Die EZB werde am Donnerstag voraussichtlich ihre Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte senken. Begleitet werde der Schritt wohl von einer deutlichen Abwärtskorrektur der Inflationsprognosen der EZB-Mitarbeiter - angesichts nachlassender Lohnzuwächse, sinkender Energiepreise und eines stärkeren Euro. Die anhaltend hohe Unsicherheit dürfte die wirtschaftliche Aktivität zusätzlich belasten, und mit der weiteren Abschwächung der Dienstleistungsinflation steige das Risiko, dass die EZB deutlich unter das neutrale Zinsniveau senken müsse, um ein Unterschießen des Zwei-Prozent-Inflationsziels zu vermeiden. (04.06.2025/alc/a/a)
Im Mittelpunkt stehe die Aktualisierung der Konjunkturprognosen durch das EZB-Stabsteam. Bei den BIP-Wachstumsprognosen erwarte Raithatha kaum Veränderungen - die aktuelle Schätzung von 0,9 Prozent für 2025 liege nahe an seiner Erwartung von 1,1 Prozent. Ein stärker als erwartetes erstes Quartal, wohl bedingt durch vorgezogene Exporte, dürfte durch eine Abwärtskorrektur des restlichen Jahres kompensiert werden, da die hohe Unsicherheit die Konjunktur belaste. Für 2026 würden die Abwärtsrisiken gegenüber der aktuellen EZB-Prognose sowie der eigenen von Raithatha um 1 Prozent überwiegen - insbesondere angesichts der Gefahr einer verzögerten oder geringeren Umsetzung des deutschen Konjunkturpakets.
Ein zusätzlicher Impuls für die taubenhaften Stimmen in der EZB sei der schwächer als erwartete vorläufige Verbraucherpreisindex (CPI) für Mai gewesen - eine Korrektur der osterbedingten Ausreißer im April (insbesondere bei Flug- und Pauschalreisen). Die Gesamtinflation liege nun unter zwei Prozent im Jahresvergleich. Sowohl die Kerninflation (2,3 Prozent) als auch die Dienstleistungsinflation (3,2 Prozent) befänden sich auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. Da das Wachstum voraussichtlich leicht unter dem Trend bleibe und die Löhne weiter sinken dürften, sehe Raithatha nun Abwärtsrisiken für seine Terminal-Rate-Prognose von 1,75 Prozent. Unabhängig davon habe die Mai-Inflation die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung im Juli deutlich erhöht.
Die EZB werde am Donnerstag voraussichtlich ihre Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte senken. Begleitet werde der Schritt wohl von einer deutlichen Abwärtskorrektur der Inflationsprognosen der EZB-Mitarbeiter - angesichts nachlassender Lohnzuwächse, sinkender Energiepreise und eines stärkeren Euro. Die anhaltend hohe Unsicherheit dürfte die wirtschaftliche Aktivität zusätzlich belasten, und mit der weiteren Abschwächung der Dienstleistungsinflation steige das Risiko, dass die EZB deutlich unter das neutrale Zinsniveau senken müsse, um ein Unterschießen des Zwei-Prozent-Inflationsziels zu vermeiden. (04.06.2025/alc/a/a)
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