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Der Zinssenkungszyklus der EZB scheint vorbei zu sein
12.09.25 16:15
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat die Zinssätze auf dem aktuellen Niveau von 2,0% (Einlagenfazilitätssatz) und 2,15% (Hauptrefinanzierungssatz) belassen, wie von den EZB-Mitgliedern in den letzten Wochen signalisiert wurde, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Obwohl Präsidentin Christine Lagarde sich natürlich nicht auf künftige geldpolitische Entscheidungen habe festlegen wollen, habe es während der Pressekonferenz einige Hinweise darauf gegeben, dass sie den Lockerungszyklus der EZB für abgeschlossen halte.
Dazu gehöre die Einschätzung, dass die Risiken für das Wachstum nun als ausgewogener angesehen würden, was eine Änderung gegenüber der bisherigen Einschätzung darstelle, wonach die Risiken eher nach unten tendiert hätten. Auf die Frage, ob die neuen Daten eine Beibehaltung der Zinssätze rechtfertigt hätten, habe Lagarde sinngemäß geantwortet: "Lasst uns das Finetuning (im Original sagte sie: overengineering) nicht übertreiben." Dies könnte so interpretiert werden, dass man der Wirkung einer einzelnen Zinsänderung auf die Wirtschaft nicht zu viel Bedeutung beimessen solle, was zu der wiederholten Aussage passe, dass "wir in einer guten Position sind".
Abgesehen davon sei die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, einstimmig gewesen und die EZB werde an ihrem Ansatz festhalten, von Sitzung zu Sitzung zu entscheiden und sich an den Daten zu orientieren.
Es scheine, als habe die EZB ihre Zinssenkungen beendet und dass der Lockerungszyklus vorerst vorbei sein könnte. Das könnte sich jedoch ändern, wenn das Wachstum in den nächsten Monaten stark enttäusche oder wenn die Disinflation zunehme - etwa durch einen stärkeren Euro und eine zunehmende Flutung mit ausländischen Gütern, was durch die US-Zollpolitik begünstigt werden könnte und den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verschärfen würde. Auch Frankreichs politische Turbulenzen würden in diesem Zusammenhang ein Unsicherheitsfaktor bleiben. (12.09.2025/alc/a/a)
Obwohl Präsidentin Christine Lagarde sich natürlich nicht auf künftige geldpolitische Entscheidungen habe festlegen wollen, habe es während der Pressekonferenz einige Hinweise darauf gegeben, dass sie den Lockerungszyklus der EZB für abgeschlossen halte.
Abgesehen davon sei die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, einstimmig gewesen und die EZB werde an ihrem Ansatz festhalten, von Sitzung zu Sitzung zu entscheiden und sich an den Daten zu orientieren.
Es scheine, als habe die EZB ihre Zinssenkungen beendet und dass der Lockerungszyklus vorerst vorbei sein könnte. Das könnte sich jedoch ändern, wenn das Wachstum in den nächsten Monaten stark enttäusche oder wenn die Disinflation zunehme - etwa durch einen stärkeren Euro und eine zunehmende Flutung mit ausländischen Gütern, was durch die US-Zollpolitik begünstigt werden könnte und den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verschärfen würde. Auch Frankreichs politische Turbulenzen würden in diesem Zusammenhang ein Unsicherheitsfaktor bleiben. (12.09.2025/alc/a/a)


