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Zinssätze weltweit am Wendepunkt
17.01.18 15:00
Merck Finck Privatbankiers
München (www.anleihencheck.de) - Die Münchner Privatbank Merck Finck sieht Anzeichen dafür, dass die Zinssätze weltweit an einem Wendepunkt angelangt sind.
Damit würde die Zeit der ultralockeren Geldpolitik endlich Früchte tragen. Im vergangenen Jahr seien die Konjunkturindikatoren überall gestiegen, das weltwirtschaftliche Wachstum habe sich beschleunigt.
"Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Zinssätze als Reaktion darauf weiter steigen werden. Dieser Prozess wurde im vergangenen Jahr bereits angestoßen. Viele der großen Zentralbanken haben mit der Abkehr von ihrer lockeren Geldpolitik begonnen", so Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, im aktuellen "Marktkompass" Januar 2018. Die Bank gehe nicht davon aus, dass dieser Trend eine große Bedrohung für die weltweiten Aktienmärkte darstellen werde, allerdings verschlechtere sich dadurch das Risikoprofil von Anleihen.
Die US-Aktienmärkte hätten sich weiter dynamisch entwickelt und die anderen großen Märkte überholt. Dass die Steuerreform der Republikaner verabschiedet worden sei, sei ein entscheidender Faktor. Die letzte Leitzinsanhebung der US-Notenbank habe die Begeisterung für US-Aktien nicht gedämpft. Die FED treffe damit Vorkehrungen für ein stärkeres Konjunkturwachstum, um zu verhindern, dass der schon sehr ordentliche wirtschaftliche Aufschwung überhitze.
Aktien aus dem Euroraum hätten es trotz positiver Konjunkturdaten schwerer. Teilweise sei das sicherlich auf die Stärke des Euro zurückzuführen, der 2017 gegenüber dem US-Dollar um fast 15 Prozent zugelegt habe. Außerdem spiegle sich darin das Näherrücken der Parlamentswahlen in Italien wider, mit denen eine Reihe von Risiken für den Euroraum verbunden seien.
Bei anhaltend starken Aktienmärkten hätten im Dezember Japan und die USA ganz vorne gelegen. Beide Märkte würden durch Regierungen getragen, die auf Wachstum ausgerichtet seien und deren Glaubwürdigkeit in den letzten Monaten zugenommen habe. Im Gegensatz dazu würden die europäischen Märkte weiter durch politische Unsicherheit belastet: Dazu würden die ungewisse deutsche Regierungsbildung, die anstehende Brexit-Unsicherheit und die Auswirkungen der Wahlen in Italien auf den Euroraum gehören.
Das Zusammenspiel der leichten Schwäche der Aktienmärkte im Euroraum und der Rückgang der Anleiherenditen in Kernländern scheinen mit einer erhöhten Risikoaversion der Anleger zusammenzuhängen, so die Analysten von Merck Finck. Mit Blick vor allem auf die Parlamentswahlen in Italien stehe den europäischen Finanzmärkten eine risikoreichere Zeit bevor. "Trotz der anhaltend positiven Meldungen zum Wirtschaftswachstum halten wir die aktuellen Zinsaufschläge bei Unternehmensanleihen für zu niedrig und haben unsere Gewichtung gesenkt", so Greil.
Der US-Dollar sei gegenüber dem Euro weiter schwach. Kurzfristig dürfte der Dollar durch die verbesserten Aussichten für das US-Wachstum und den Optimismus wegen des politischen Effekts der ausgeprägt wachstumsfördernden Politik der US-Regierung zulegen. Längerfristig würden sich durch den breit abgestützten wirtschaftlichen Aufschwung diverse Anlagegelegenheiten außerhalb der USA ergeben. Das könnte irgendwann zu einer weiteren Dollar-Schwäche führen.
Aufgrund des Stimmungshochs der Weltwirtschaft bestehe eine robuste Nachfrage nach Öl. Auf Angebotsseite würden sich die Rohölbestände allmählich stabilisieren. Die Verlängerung der OPEC-Vereinbarung zu den Produktionskürzungen dürfte die Preise ebenfalls stützen. Darüber hinaus werde Saudi-Arabien die Preise hoch halten wollen, um den Wert des bevorstehenden Börsengangs von Saudi Aramco zu steigern. Infolgedessen, und angesichts der aktuellen Preisstärke, habe Merck Finck ihre Ölpreisspanne von 45 bis 60 US-Dollar auf 50 bis 65 US-Dollar angehoben. (17.01.2018/alc/a/a)
Damit würde die Zeit der ultralockeren Geldpolitik endlich Früchte tragen. Im vergangenen Jahr seien die Konjunkturindikatoren überall gestiegen, das weltwirtschaftliche Wachstum habe sich beschleunigt.
"Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Zinssätze als Reaktion darauf weiter steigen werden. Dieser Prozess wurde im vergangenen Jahr bereits angestoßen. Viele der großen Zentralbanken haben mit der Abkehr von ihrer lockeren Geldpolitik begonnen", so Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, im aktuellen "Marktkompass" Januar 2018. Die Bank gehe nicht davon aus, dass dieser Trend eine große Bedrohung für die weltweiten Aktienmärkte darstellen werde, allerdings verschlechtere sich dadurch das Risikoprofil von Anleihen.
Die US-Aktienmärkte hätten sich weiter dynamisch entwickelt und die anderen großen Märkte überholt. Dass die Steuerreform der Republikaner verabschiedet worden sei, sei ein entscheidender Faktor. Die letzte Leitzinsanhebung der US-Notenbank habe die Begeisterung für US-Aktien nicht gedämpft. Die FED treffe damit Vorkehrungen für ein stärkeres Konjunkturwachstum, um zu verhindern, dass der schon sehr ordentliche wirtschaftliche Aufschwung überhitze.
Bei anhaltend starken Aktienmärkten hätten im Dezember Japan und die USA ganz vorne gelegen. Beide Märkte würden durch Regierungen getragen, die auf Wachstum ausgerichtet seien und deren Glaubwürdigkeit in den letzten Monaten zugenommen habe. Im Gegensatz dazu würden die europäischen Märkte weiter durch politische Unsicherheit belastet: Dazu würden die ungewisse deutsche Regierungsbildung, die anstehende Brexit-Unsicherheit und die Auswirkungen der Wahlen in Italien auf den Euroraum gehören.
Das Zusammenspiel der leichten Schwäche der Aktienmärkte im Euroraum und der Rückgang der Anleiherenditen in Kernländern scheinen mit einer erhöhten Risikoaversion der Anleger zusammenzuhängen, so die Analysten von Merck Finck. Mit Blick vor allem auf die Parlamentswahlen in Italien stehe den europäischen Finanzmärkten eine risikoreichere Zeit bevor. "Trotz der anhaltend positiven Meldungen zum Wirtschaftswachstum halten wir die aktuellen Zinsaufschläge bei Unternehmensanleihen für zu niedrig und haben unsere Gewichtung gesenkt", so Greil.
Der US-Dollar sei gegenüber dem Euro weiter schwach. Kurzfristig dürfte der Dollar durch die verbesserten Aussichten für das US-Wachstum und den Optimismus wegen des politischen Effekts der ausgeprägt wachstumsfördernden Politik der US-Regierung zulegen. Längerfristig würden sich durch den breit abgestützten wirtschaftlichen Aufschwung diverse Anlagegelegenheiten außerhalb der USA ergeben. Das könnte irgendwann zu einer weiteren Dollar-Schwäche führen.
Aufgrund des Stimmungshochs der Weltwirtschaft bestehe eine robuste Nachfrage nach Öl. Auf Angebotsseite würden sich die Rohölbestände allmählich stabilisieren. Die Verlängerung der OPEC-Vereinbarung zu den Produktionskürzungen dürfte die Preise ebenfalls stützen. Darüber hinaus werde Saudi-Arabien die Preise hoch halten wollen, um den Wert des bevorstehenden Börsengangs von Saudi Aramco zu steigern. Infolgedessen, und angesichts der aktuellen Preisstärke, habe Merck Finck ihre Ölpreisspanne von 45 bis 60 US-Dollar auf 50 bis 65 US-Dollar angehoben. (17.01.2018/alc/a/a)


