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Zinspolitik bestimmt Musik an den Märkten


14.12.15 08:00
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Große Ereignisse werfen oftmals einen langen Schatten voraus, so die Experten von BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte und Zertifikate weekly".

So bestimme die Zinserhöhung, die die US-amerikanische Notenbank Fed in der kommenden Woche verkünden werde - danach sehe es zumindest derzeit aus -, bereits seit Monaten die Schlagzeilen der Finanz- und Wirtschaftspresse. Werde es eine veritable Zinswende oder doch nur ein Zinsschrittchen? Auch über die Auswirkungen des Fed-Entscheids an den Märkten werde mitunter heftig spekuliert. Von einem dürften Anleger schon jetzt ziemlich sicher ausgehen: US-Notenbankchefin Janet Yellen werde sich ihrer Verantwortung gegenüber den Märkten bewusst sein und behutsam vorgehen - und zwar nicht nur, was den möglichen ersten Zinsschritt in der kommenden Woche angehe, sondern auch die unter Umständen im kommenden Jahr nachfolgenden Leitzinsschritte.

Wie schnell die Börsianer zu verunsichern seien, hätten ja schließlich deren erste Reaktionen auf die jüngsten Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich gemacht: Die Marktteilnehmer hätten sich von der EZB enttäuscht gezeigt, die zwar ihr Anleihekaufprogramm verlängere, aber nicht im erwünschten Maß ausgeweitet habe. Zudem habe sie den Leitzins anders als erhofft nicht gesenkt, sondern nur den Einlagenzins nach unten geschraubt.

Noch etwas sei zumindest wahrscheinlich: Der vorübergehend starke Euro dürfte angesichts der Zinsanhebung in den USA wieder gegenüber dem US-Dollar abwerten. Das würde unter anderem die exportorientierten Unternehmen Europas beflügeln. Grundsätzlich seien Aktien europäischer Konzerne aktuell günstiger bewertet als ihre US-amerikanischen Pendants: Einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 Ende Oktober in Europa habe eines von 22 in den USA gegenübergestanden. Dieses Potenzial sollten Anleger berücksichtigen. Nichtsdestotrotz sei eine Fortsetzung der nach wie vor erhöhten Volatilität absehbar - die sich allein schon aus der Divergenz der geldpolitischen Vorgehensweisen der Fed auf der einen und der EZB auf der anderen Seite ergebe. (Ausgabe vom 11.12.2015) (14.12.2015/alc/a/a)