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Zinslandschaft: Europa vor Lockerung, USA in Wartestellung
31.07.25 09:00
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Die deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Dynamik eingebüßt, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".
Das reale Bruttoinlandsprodukt sei saison- und kalenderbereinigt um 0,1% Q/Q geschrumpft. Höhere private und staatliche Konsumausgaben hätten zwar gestützt, das Wachstum sei jedoch durch schwächere Investitionen gebremst worden. Im Außenhandel dürften die in Q1 noch stützenden Vorzieheffekte ausgelaufen sein. Durch die ausgeprägten Datenrevisionen habe sich jedoch die Wahrscheinlichkeit für ein leichtes BIP-Wachstum im Gesamtjahr 2025 erhöht, die bisherige NORD/LB-Prognose von +0,2% könnte daher noch etwas zu niedrig sein. Die EZB habe demnach noch etwas Spielraum für eine Zinslockerung.
Euroraum: Neben der deutschen habe sich auch die Konjunkturdynamik im Euroraum im Frühjahr abgekühlt. Im zweiten Quartal habe das reale Bruttoinlandsprodukt saisonbereinigt um 0,1% Q/Q zugelegt, was einer Jahresrate von 1,4% Y/Y entspricht. Gebremst habe insbesondere die Entwicklung in den industrie- und exportlastigen Schwergewichten Deutschland und Italien (je -0,1% Q/Q), während Spanien und Frankreich positiv überrascht hätten. Die Konjunkturdynamik bleibe im zweiten Halbjahr gedämpft, wozu auch die neuen Belastungen durch höhere US-Importzölle beitragen würden. Dadurch habe die EZB weitere Argumente für eine Zinslockerung, zumal der Inflationsdruck derzeit gering sei. Die dringend notwendigen Verbesserungen der Standortbedingungen, wie es die Zollverabredung mit den USA schonungslos offengelegt habe, lägen aber nicht im Feld der Geldpolitik.
USA: Nach der Schwäche zum Jahresstart seien in den USA erfreuliche Zahlen zur BIP-Entwicklung gemeldet worden. Im 2. Quartal 2025 habe die reale Aktivität in der US-Ökonomie annualisiert um sehr erfreuliche 3,0% zulegen können. Dieser regelrechte Wachstumsschub sei aber in erster Linie das Produkt von verzerrenden Einflussfaktoren. Bemerkenswert sei vor allem die Schwäche im Immobilienbereich. Insofern dürfte die FED unter Handlungsdruck bleiben. Am aktuellen Rand sei aber nicht mit einer Zinssenkung zu rechnen. Die Notenbanker würden eher versuchen, zunächst keine größere Hektik aufkommen zu lassen; schließlich möchten sie nicht als willige Handlanger oder gar hörige Befehlsempfänger Donald Trumps wirken. Vor allem Jerome Powell sei zuletzt das Ziel von heftigen verbalen Attacken aus dem Weißen Haus gewesen, was bei ihm Spuren hinterlassen haben dürfte. Die Zeit heile aber bekanntlich viele Wunden!
Tagesausblick: Geneigte Marktbeobachter würden sich heute über viele geldpolitisch relevante Indikatoren freuen können. Für die deutsche Volkswirtschaft würden sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Verbraucherpreisinflation ausgewiesen. Die Analysten der NORD/LB würden davon ausgehen, dass sich der Arbeitsmarkt abkühlen werde, die Preissteigerungsrate aber etwas an Dynamik zulege. Inflationsdaten würden auch aus den USA gemeldet. Mit dem PCE-Deflator und der Einkommens- und Ausgabensituation der privaten Haushalte werden wir auch aus dieser Perspektive eine Idee davon bekommen, wie es geldpolitisch weitergehen könnte, so die Analysten der NORD/LB. (31.07.2025/alc/a/a)
Das reale Bruttoinlandsprodukt sei saison- und kalenderbereinigt um 0,1% Q/Q geschrumpft. Höhere private und staatliche Konsumausgaben hätten zwar gestützt, das Wachstum sei jedoch durch schwächere Investitionen gebremst worden. Im Außenhandel dürften die in Q1 noch stützenden Vorzieheffekte ausgelaufen sein. Durch die ausgeprägten Datenrevisionen habe sich jedoch die Wahrscheinlichkeit für ein leichtes BIP-Wachstum im Gesamtjahr 2025 erhöht, die bisherige NORD/LB-Prognose von +0,2% könnte daher noch etwas zu niedrig sein. Die EZB habe demnach noch etwas Spielraum für eine Zinslockerung.
USA: Nach der Schwäche zum Jahresstart seien in den USA erfreuliche Zahlen zur BIP-Entwicklung gemeldet worden. Im 2. Quartal 2025 habe die reale Aktivität in der US-Ökonomie annualisiert um sehr erfreuliche 3,0% zulegen können. Dieser regelrechte Wachstumsschub sei aber in erster Linie das Produkt von verzerrenden Einflussfaktoren. Bemerkenswert sei vor allem die Schwäche im Immobilienbereich. Insofern dürfte die FED unter Handlungsdruck bleiben. Am aktuellen Rand sei aber nicht mit einer Zinssenkung zu rechnen. Die Notenbanker würden eher versuchen, zunächst keine größere Hektik aufkommen zu lassen; schließlich möchten sie nicht als willige Handlanger oder gar hörige Befehlsempfänger Donald Trumps wirken. Vor allem Jerome Powell sei zuletzt das Ziel von heftigen verbalen Attacken aus dem Weißen Haus gewesen, was bei ihm Spuren hinterlassen haben dürfte. Die Zeit heile aber bekanntlich viele Wunden!
Tagesausblick: Geneigte Marktbeobachter würden sich heute über viele geldpolitisch relevante Indikatoren freuen können. Für die deutsche Volkswirtschaft würden sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Verbraucherpreisinflation ausgewiesen. Die Analysten der NORD/LB würden davon ausgehen, dass sich der Arbeitsmarkt abkühlen werde, die Preissteigerungsrate aber etwas an Dynamik zulege. Inflationsdaten würden auch aus den USA gemeldet. Mit dem PCE-Deflator und der Einkommens- und Ausgabensituation der privaten Haushalte werden wir auch aus dieser Perspektive eine Idee davon bekommen, wie es geldpolitisch weitergehen könnte, so die Analysten der NORD/LB. (31.07.2025/alc/a/a)


