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Zinshöhepunkt in Sicht
13.02.23 12:10
ODDO BHF
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Prof. Dr. Jan Viebig, Chief Investment Officer der ODDO BHF SE, kommentiert wöchentlich, was die Märkte bewegt.
In seinem aktuellen CIO View befasse er sich mit der steigenden Attraktivität von Anleihen.
"In einmütiger Gleichzeitigkeit haben die beiden großen Notenbanken, die EZB in Europa und die FED in den USA, zuletzt nicht nur ihre Leitzinsen heraufgesetzt, sondern auch den Weg für ihre weitere Geldpolitik vorgezeichnet. Diese Zinsschritte waren an den Märkten in dieser Höhe erwartet worden. Allerdings, und das ist etwas ungewöhnlicher, hat sich die EZB recht deutlich darauf festgelegt, dass auf der Ratssitzung am 16. März 2023 mit großer Wahrscheinlichkeit eine weitere Erhöhung in gleicher Höhe folgen wird. In der Pressemitteilung hatte die EZB zudem bekräftigt, dass sie an ihrem eingeschlagenen Kurs festhalte und die Zinsen "deutlich und in einem gleichmäßigen Tempo anhebt".
Die amerikanische Notenbank habe Anfang Februar ihren Leitzins ebenfalls auf 4,50 bis 4,75 Prozent angehoben. Für die Federal Reserve sei es die achte Zinserhöhung in Folge gewesen. Hätten die Anhebungen zwischenzeitlich noch bei 75 Basispunkten gelegen, habe die Erhöhung im Dezember nur noch 50 Basispunkte betragen. Anfang Februar habe die FED die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Die immer kleiner werdenden Zinsschritte würden darauf hindeuten, dass der Zinshöhepunkt in den USA in Sicht sei.
Anders als viele Marktteilnehmer würden die Experten derzeit nicht davon ausgehen, dass die FED bereits im Sommer 2023 wieder beginnen werde, die Leitzinsen zu senken. Dafür sei der Arbeitsmarkt zu fest und die Kerninflation zu hoch.
Der Zinserhöhungszyklus in der Eurozone werde vermutlich länger als in den USA dauern, da die EZB erst im Juli 2022 - vier Monate später als die FED - begonnen habe, die Zinsen zu erhöhen. Derzeit würden die Experten erwarten, dass die EZB die Zinsen am 16. März 2023 nochmals um 50 Basispunkte anheben werde und die weitere Entwicklung anschließend von der Datenlage abhängig machen werde. Wahrscheinlich erscheine den Experten derzeit, dass die Leitzinsen in der Eurozone bis Juli 2023 nochmals um insgesamt 100 Basispunkte steigen würden. Die Einlagefazilität würde dann mit 3,5 Prozent verzinst werden.
Das mögliche Ende des laufenden Zinserhöhungszyklus - zunächst in den USA und später in der Eurozone - werde voraussichtlich auch die Ausgangslage an den Rentenmärkten verändern. Die in Aussicht gestellten weiteren Erhöhungen der Leitzinsen im Euroraum dürften zu einem weiteren Anstieg der kurzfristigen Renditen führen. Durch die Heraufsetzung der Leitzinsen im Euroraum seien auch die Kapitalmarktrenditen im vergangenen Jahr über alle Laufzeiten hinweg gestiegen. Dies habe zu Kursverlusten bei Anleihen geführt, besonders bei Papieren mit langen Laufzeiten. Festverzinsliche Wertpapiere würden nach vielen Jahren im Negativzinsumfeld nun wieder positive Renditen bieten, die eine Investition attraktiver machen würden. So sei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf aktuell etwa 2,3 Prozent gestiegen, nachdem sie noch Anfang 2022 im leicht negativen Bereich gelegen habe.
Mit dem nahenden Ende des Zinserhöhungszyklus sei es eine Überlegung wert, die durchschnittliche Restlaufzeit in einem Anleiheportfolio wieder schrittweise zu erhöhen und sich nun das höhere Zinsniveau für einen längeren Zeitraum zu sichern. Besonders attraktiv erscheinen uns derzeit Anlagen in Unternehmensanleihen, da nicht nur die Zinsen deutlich gestiegen sind, sondern Unternehmensanleihen renditehungrigen Anlegerinnen und Anlegern zudem wieder attraktive Risikoaufschläge über den risikolosen Zins hinaus bieten, so die Experten von ODDO BHF Asset Management. (Ausgabe vom 10.02.2023) (13.02.2023/alc/a/a)
In seinem aktuellen CIO View befasse er sich mit der steigenden Attraktivität von Anleihen.
"In einmütiger Gleichzeitigkeit haben die beiden großen Notenbanken, die EZB in Europa und die FED in den USA, zuletzt nicht nur ihre Leitzinsen heraufgesetzt, sondern auch den Weg für ihre weitere Geldpolitik vorgezeichnet. Diese Zinsschritte waren an den Märkten in dieser Höhe erwartet worden. Allerdings, und das ist etwas ungewöhnlicher, hat sich die EZB recht deutlich darauf festgelegt, dass auf der Ratssitzung am 16. März 2023 mit großer Wahrscheinlichkeit eine weitere Erhöhung in gleicher Höhe folgen wird. In der Pressemitteilung hatte die EZB zudem bekräftigt, dass sie an ihrem eingeschlagenen Kurs festhalte und die Zinsen "deutlich und in einem gleichmäßigen Tempo anhebt".
Der Zinserhöhungszyklus in der Eurozone werde vermutlich länger als in den USA dauern, da die EZB erst im Juli 2022 - vier Monate später als die FED - begonnen habe, die Zinsen zu erhöhen. Derzeit würden die Experten erwarten, dass die EZB die Zinsen am 16. März 2023 nochmals um 50 Basispunkte anheben werde und die weitere Entwicklung anschließend von der Datenlage abhängig machen werde. Wahrscheinlich erscheine den Experten derzeit, dass die Leitzinsen in der Eurozone bis Juli 2023 nochmals um insgesamt 100 Basispunkte steigen würden. Die Einlagefazilität würde dann mit 3,5 Prozent verzinst werden.
Das mögliche Ende des laufenden Zinserhöhungszyklus - zunächst in den USA und später in der Eurozone - werde voraussichtlich auch die Ausgangslage an den Rentenmärkten verändern. Die in Aussicht gestellten weiteren Erhöhungen der Leitzinsen im Euroraum dürften zu einem weiteren Anstieg der kurzfristigen Renditen führen. Durch die Heraufsetzung der Leitzinsen im Euroraum seien auch die Kapitalmarktrenditen im vergangenen Jahr über alle Laufzeiten hinweg gestiegen. Dies habe zu Kursverlusten bei Anleihen geführt, besonders bei Papieren mit langen Laufzeiten. Festverzinsliche Wertpapiere würden nach vielen Jahren im Negativzinsumfeld nun wieder positive Renditen bieten, die eine Investition attraktiver machen würden. So sei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf aktuell etwa 2,3 Prozent gestiegen, nachdem sie noch Anfang 2022 im leicht negativen Bereich gelegen habe.
Mit dem nahenden Ende des Zinserhöhungszyklus sei es eine Überlegung wert, die durchschnittliche Restlaufzeit in einem Anleiheportfolio wieder schrittweise zu erhöhen und sich nun das höhere Zinsniveau für einen längeren Zeitraum zu sichern. Besonders attraktiv erscheinen uns derzeit Anlagen in Unternehmensanleihen, da nicht nur die Zinsen deutlich gestiegen sind, sondern Unternehmensanleihen renditehungrigen Anlegerinnen und Anlegern zudem wieder attraktive Risikoaufschläge über den risikolosen Zins hinaus bieten, so die Experten von ODDO BHF Asset Management. (Ausgabe vom 10.02.2023) (13.02.2023/alc/a/a)


