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Zinsgipfel überschritten?
12.12.23 12:25
LOYS
Oldenburg (www.anleihencheck.de) - Der November hat den Anleihemärkten eine kräftige Hausse gebracht, so die Experten von LOYS.
Anleihekurse seien in die Höhe geschnellt, nachdem weitere Zinsanhebungen durch die Notenbanken zunehmend unwahrscheinlich würden. Die Geschwindigkeit der Geldentwertung sei zuletzt zurückgegangen, sodass die Zentralbanken in einem Abwartemodus verharren könnten.
Für den November sei in der Eurozone eine Inflationsrate von 2,4% gemeldet worden. Vor allem sinkende Energiepreise hätten für eine Abmilderung der Inflationsraten gesorgt, wiewohl Nahrungsmittel und Dienstleistungen nach wie vor unter Aufwärtsdruck stünden. Während aber die amerikanische Konjunktur überraschend robust laufe, sei Europa in die Fänge der Rezession geraten. Daraus würden Optimisten den Schluss ableiten, dass dort die Zinsen im nächsten Jahr als erstes zu sinken beginnen würden.
Gleichwohl dürfe nicht vergessen werden, dass traditionell die Vereinigten Staaten als Vorreiter und Leitmarkt in Sachen Zinsentwicklung anzusehen seien. Überdies müsse die Eurozone aufpassen, dass die Gemeinschaftswährung Euro durch ein Vorpreschen bei Leitzinssenkungen nicht weiter schwächele, denn dies würde importierte Inflation vor allem auf der Importseite für Energie bedeuten.
Für Zinsanleger habe die beschriebene Wendung den angenehmen Effekt besserer Renditen bei bestehenden Anleiheengagements. Nach dem Crash-Jahrgang 2022 deute sich für das Jahr 2023 nunmehr eine Rückkehr zu positiven Renditen, wenngleich auf bescheidenem Niveau, an.
Der REX Index, der die Entwicklung eines Portfolios deutscher Staatsanleihen verschiedener Laufzeiten messe, liege nach elf Monaten bei einem Zuwachs in Höhe von 1,6%. Damit werde jedoch auch offenbar, dass mit deutschen Staatsanleihen im Jahr 2023 ein realer Vermögenserhalt nicht möglich gewesen sei. Und mit Blick auf 2024 müsse man diesbezüglich nicht optimistisch sein. Zehnjährige deutsche Staatsanleihen würden derzeit eine Rendite von ungefähr 2,4% erbringen. Nach Aussage der Europäischen Zentralbank sei es fraglich, ob die Inflationsrate im kommenden Jahr unter diesen Wert fallen werde.
Auch aus einer anderen Perspektive würden deutsche Staatsanleihen unattraktiv wirken. Bilde man das Renten-Kurs-Gewinn-Verhältnis, indem man 100 durch die genannte aktuelle Rendite teile, dann ergebe sich ein Wert von ca. 41. Demgegenüber liege das KGV beim DAX Index bei ca. 11 und damit signifikant niedriger. Ebenso liege die Dividendenrendite der DAX-Aktien mit 3,5% klar höher als die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen. Insofern dürften die Hauptprofiteure eines Zinsgipfels eher auf der Aktien- als auf der Anleiheseite zu suchen sein.
Dabei sollte auch bedacht werden, dass in den kommenden Monaten mit einem großen Angebot neuer Staatsanleihen zu rechnen sei, denn die Staatsverschuldungen würden überall, und nicht zuletzt in Deutschland, nach oben schnellen, während das Angebot an verfügbaren und neuen Aktien seit Jahren tendenziell rückläufig sei. Letzterer Umstand sei nicht zuletzt den vielen Aktienrückkäufen durch börsennotierte Unternehmen geschuldet. Zudem nehme die Anzahl der börsennotierten Unternehmen durch Übernahmen und Abkehr von der Börse seit Jahren ab. Zugleich sei die Anzahl der Neuemissionen in den letzten Jahren recht gering gewesen.
Vor diesem Hintergrund dürfte die geringe Kassenhaltung in den LOYS-Fonds geeignet sein, von einem sich verbessernden Börsenklima zu profitieren. Denn ungeachtet der angespannten Makrolage würden die Unternehmen fortfahren, ihre Hausaufgaben hinsichtlich Marktpositionen und Kostenstrukturen zu machen. (12.12.2023/alc/a/a)
Anleihekurse seien in die Höhe geschnellt, nachdem weitere Zinsanhebungen durch die Notenbanken zunehmend unwahrscheinlich würden. Die Geschwindigkeit der Geldentwertung sei zuletzt zurückgegangen, sodass die Zentralbanken in einem Abwartemodus verharren könnten.
Für den November sei in der Eurozone eine Inflationsrate von 2,4% gemeldet worden. Vor allem sinkende Energiepreise hätten für eine Abmilderung der Inflationsraten gesorgt, wiewohl Nahrungsmittel und Dienstleistungen nach wie vor unter Aufwärtsdruck stünden. Während aber die amerikanische Konjunktur überraschend robust laufe, sei Europa in die Fänge der Rezession geraten. Daraus würden Optimisten den Schluss ableiten, dass dort die Zinsen im nächsten Jahr als erstes zu sinken beginnen würden.
Gleichwohl dürfe nicht vergessen werden, dass traditionell die Vereinigten Staaten als Vorreiter und Leitmarkt in Sachen Zinsentwicklung anzusehen seien. Überdies müsse die Eurozone aufpassen, dass die Gemeinschaftswährung Euro durch ein Vorpreschen bei Leitzinssenkungen nicht weiter schwächele, denn dies würde importierte Inflation vor allem auf der Importseite für Energie bedeuten.
Der REX Index, der die Entwicklung eines Portfolios deutscher Staatsanleihen verschiedener Laufzeiten messe, liege nach elf Monaten bei einem Zuwachs in Höhe von 1,6%. Damit werde jedoch auch offenbar, dass mit deutschen Staatsanleihen im Jahr 2023 ein realer Vermögenserhalt nicht möglich gewesen sei. Und mit Blick auf 2024 müsse man diesbezüglich nicht optimistisch sein. Zehnjährige deutsche Staatsanleihen würden derzeit eine Rendite von ungefähr 2,4% erbringen. Nach Aussage der Europäischen Zentralbank sei es fraglich, ob die Inflationsrate im kommenden Jahr unter diesen Wert fallen werde.
Auch aus einer anderen Perspektive würden deutsche Staatsanleihen unattraktiv wirken. Bilde man das Renten-Kurs-Gewinn-Verhältnis, indem man 100 durch die genannte aktuelle Rendite teile, dann ergebe sich ein Wert von ca. 41. Demgegenüber liege das KGV beim DAX Index bei ca. 11 und damit signifikant niedriger. Ebenso liege die Dividendenrendite der DAX-Aktien mit 3,5% klar höher als die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen. Insofern dürften die Hauptprofiteure eines Zinsgipfels eher auf der Aktien- als auf der Anleiheseite zu suchen sein.
Dabei sollte auch bedacht werden, dass in den kommenden Monaten mit einem großen Angebot neuer Staatsanleihen zu rechnen sei, denn die Staatsverschuldungen würden überall, und nicht zuletzt in Deutschland, nach oben schnellen, während das Angebot an verfügbaren und neuen Aktien seit Jahren tendenziell rückläufig sei. Letzterer Umstand sei nicht zuletzt den vielen Aktienrückkäufen durch börsennotierte Unternehmen geschuldet. Zudem nehme die Anzahl der börsennotierten Unternehmen durch Übernahmen und Abkehr von der Börse seit Jahren ab. Zugleich sei die Anzahl der Neuemissionen in den letzten Jahren recht gering gewesen.
Vor diesem Hintergrund dürfte die geringe Kassenhaltung in den LOYS-Fonds geeignet sein, von einem sich verbessernden Börsenklima zu profitieren. Denn ungeachtet der angespannten Makrolage würden die Unternehmen fortfahren, ihre Hausaufgaben hinsichtlich Marktpositionen und Kostenstrukturen zu machen. (12.12.2023/alc/a/a)


